Politik

Streit über Raketenabwehrsystem

USA stoppen Lieferung von Material für F-35-Kampfjets an Türkei

Die Türkei will ein russisches Raketenabwehrsystem installieren. Die USA nennen das inakzeptabel - und erklären nun, vorerst kein Material für F-35-Kampfjets mehr an Ankara zu liefern.

Axel Schmidt/ REUTERS

Dieser F-35-Jet war im April 2018 bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin zu sehen

Dienstag, 02.04.2019   03:06 Uhr

Wegen der geplanten Installierung eines russischen Raketenabwehrsystems in der Türkei hat die US-Regierung die Auslieferung von Material für F-35-Kampfjets an Ankara vorerst gestoppt. Solange die türkische Regierung nicht auf das russische Luftabwehrsystem S-400 verzichte, würden die Auslieferungen und Aktivitäten rund um die F-35-Jets zunächst ausgesetzt, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Die Vereinigten Staaten hätten klar gemacht, dass der Erwerb des S-400-Systems durch die Türkei inakzeptabel sei. Das Pentagon betonte zugleich, der Dialog in dieser Frage gehe weiter.

Die Türkei hat mit der Regierung in Moskau den Kauf von S-400-Raketensystemen zur Flugabwehr vereinbart. Zugleich will Ankara von den USA F-35-Kampfjets beziehen, gegen die das S-400-System theoretisch eingesetzt werden könnte. Die Türkei will das russische Luftabwehrsystem ab Oktober einsatzbereit haben. Damit würde sich die Türkei als erstes Nato-Mitglied auf das russische Waffensystem stützen, das als inkompatibel mit Nato-Systemen beschrieben wird.

Der Ankauf des Systems aus Russland ist seit Längerem ein Streitpunkt zwischen der Türkei und den USA. In einer Analyse des Magazins "The National Interest" hieß es im Juli, eine große Sorge der Amerikaner sei die "Vermischung" des russischen Produkts mit den amerikanischen Jets. Wenn die Türkei beides habe, könne sie testen, wie gut das Abwehrsystem gegen die Fähigkeiten der Jets abschneide - Daten, die Russland über die Türkei dann auch bekommen könnte.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 28 Beiträge
r-dami 02.04.2019
1. Warum nicht das Gegenteil?
Warum sieht es USA nicht anderes herum: Testen wie good Ihre Kampfjets die russische Raketen austricksen kann. Alles Haarspalterei und wieder. Versuch, Erdogan unter Druck zu setzen. Warum ist Russland wiederum nicht besorgt?
Warum sieht es USA nicht anderes herum: Testen wie good Ihre Kampfjets die russische Raketen austricksen kann. Alles Haarspalterei und wieder. Versuch, Erdogan unter Druck zu setzen. Warum ist Russland wiederum nicht besorgt?
suferone 02.04.2019
2. etwas vergessen?
Im Artikel wird nicht erwähnt das die Türkei selber auch Zulieferer für das F35 Projekt ist. Einige Teile des Jets werden in der Türkei gebaut! Des weiteren stimmt es schon das die Türkei das erste Nato Land ist welches das [...]
Im Artikel wird nicht erwähnt das die Türkei selber auch Zulieferer für das F35 Projekt ist. Einige Teile des Jets werden in der Türkei gebaut! Des weiteren stimmt es schon das die Türkei das erste Nato Land ist welches das S400 System der Russen kauft allerdings hat z.b. Griechenland das Vorgänger Modell S 300 gekauft und benutz es immer noch! Die Kritik dwr Amis und bedenken sind verständlich jedoch haben sie der nichts vergleichbares angeboten als Natopartner! Erinnern wir uns an das Geschrei als es um die Stationierung von Patriot Systemen u.a aus Deutschland ging! Es sollten schon alle Aspekte beleuchtet werden.
MatthiasPaschke 02.04.2019
3. Die Software der F35 gehört den USA!
Und das ist noch schlimmer. Denn ohne diese Software bleiben die schon an die Türkei ausgelieferten Vögel am Boden... "Netter Nebeneffekt" - Das Verhindern, dass eine verkaufte Waffe gegen einen selbst eingesetzt [...]
Und das ist noch schlimmer. Denn ohne diese Software bleiben die schon an die Türkei ausgelieferten Vögel am Boden... "Netter Nebeneffekt" - Das Verhindern, dass eine verkaufte Waffe gegen einen selbst eingesetzt werden kann. Die "Käufer" sollten sich überlegen, ob sie sich noch diesen Vogel zulegen sollten. Denn um einen echten Kauf handelt es sich dabei nicht. Bei einem solchen echten Kauf steigt der Flieger auch ohne Erlaubnis der USA in die Luft. Aktuell stellt sich die Beschaffung der F-35 als Einfallstor für eine ausgeweitete Erpressbarkeit durch die USA dar. Angesichts der extremen Wankelmütigkeit des aktuellen Präsidenten und dem Nichtwillen der Legislative, einer Wahl einer weiteren solchen instabilen Persönlichkeit ins höchste Amt ihres Landes vorzubeugen, ist von der Beschaffung dieses Fliegers dringendst abzuraten. Dieser Ratschlag geht an die Verantwortlichen der Bundeswehr, die gerdae die Beschaffung von F-35 andenken...
ottomane82 02.04.2019
4. komisch formulierter artikel.
was soll denn die Türke bitteschön mit Teilen des F-35 wenn sie keine ganze F-35 besitzt? Der F-35 wird in koorperation unter anderem mit der türkischen rüstungsindustrie gebaut. Die türkei baut also Teile für dieses [...]
was soll denn die Türke bitteschön mit Teilen des F-35 wenn sie keine ganze F-35 besitzt? Der F-35 wird in koorperation unter anderem mit der türkischen rüstungsindustrie gebaut. Die türkei baut also Teile für dieses umstrittene Flugzeug.
MisterD 02.04.2019
5. Fraglich, was es da noch zu diskutieren gibt...
denn die Türkei ist ein Wackelkandidat. Es ist absolut vorstellbar, dass sich Erdogan in seiner Verzweiflung Russland annähert und sogar einen Rauswurf aus der NATO provoziert. Denkbar ist auch ein erneuter Putschversuch des [...]
denn die Türkei ist ein Wackelkandidat. Es ist absolut vorstellbar, dass sich Erdogan in seiner Verzweiflung Russland annähert und sogar einen Rauswurf aus der NATO provoziert. Denkbar ist auch ein erneuter Putschversuch des Militärs. Erdogan geht es um Erdogan, nicht um die Türkei. In dieser Situation Hochtechnologie zu liefern, die evtl. kurz danach zur Untersuchung im Kreml landet. Das wäre unverantwortlich und selbst für Hr. Trump kaum zu rechtfertigen...

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