Politik

Nach vier Monaten

Venezuelas Vize-Parlamentschef aus Haft entlassen

Weil er einen Umsturzversuch unterstützt haben soll, wurde Edgar Zambrano im Mai festgenommen. Nun wurde der Vizepräsident der venezolanischen Nationalversammlung freigelassen.

EPA-EFE/REX

Edgar Zambrano: "Wir waren in Gefangenschaft, praktisch wie Tiere"

Mittwoch, 18.09.2019   07:26 Uhr

Nach mehr als vier Monaten ist der stellvertretende Präsident des venezolanischen Parlaments aus der Haft entlassen worden. "Ich hätte zu keinem Zeitpunkt in Haft sein dürfen", sagte Edgar Zambrano nach seiner Freilassung. "Es war eine schwierige Situation, in der die Verfassung für 135 Tage nicht galt, in denen ich hinter Gittern war. Wir waren in Gefangenschaft, praktisch wie Tiere."

Zambrano war im Mai festgenommen worden, weil er an dem gescheiterten Umsturzversuch des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó beteiligt gewesen sein soll. Zambrano wurden Vaterlandsverrat, Rebellion und Verschwörung vorgeworfen.

Regierungsgegner verweigern Guaidó erstmals die Gefolgschaft

Generalstaatsanwalt Tarek William Saab begründete seine Freilassung nun mit den neuen Verhandlungen zwischen der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und einer kleinen Gruppe abtrünniger Oppositioneller. Einige oppositionelle Abgeordnete erklärten sich jüngst bereit, wieder Verhandlungen mit der Regierung aufzunehmen. Guaidó erklärte die Gespräche hingegen für gescheitert. Damit verweigert erstmals seit Beginn des Machtkampfs ein Teil der Regierungsgegner dem Oppositionsführer Guaidó die Gefolgschaft.

"Die Freilassung von Zambrano und den politischen Häftlingen ist ein Sieg durch den Druck der Bürger, nicht eine nette Geste der Diktatur", schrieb Guaidó auf Twitter. Kurz zuvor hatte die von der Opposition kontrollierte Nationalversammlung Guaidó als Parlamentspräsident und Übergangsstaatschef bestätigt.

Maduro und Guaidó liefern sich in dem südamerikanischen Krisenstaat seit Monaten einen erbitterten Machtkampf. Parlamentspräsident Guaidó erklärte sich im Januar selbst zum Übergangspräsidenten und wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, unter ihnen Deutschland und die USA.

asa/dpa

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