Politik

Putschversuch in Venezuela

Nationalgardisten rufen zu Widerstand gegen Maduro auf

Im wirtschaftlich maroden Venezuela haben sich Soldaten offenbar gegen Staatschef Maduro aufgelehnt. Die Regierung meldet, die Lage sei unter Kontrolle. Den Aufständischen drohe die "ganze Härte des Gesetzes".

REUTERS

Nationalgardisten bei einer Feier zum Unabhängigkeitstag (Archiv)

Montag, 21.01.2019   14:48 Uhr

Nach dem Beginn der umstrittenen zweiten Amtszeit von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro haben mehrere Nationalgardisten dem Staatschef die Gefolgschaft verweigert.

"Geht auf die Straße und protestiert, fordert eure Rechte ein. Hier sind wir, um für euch zu kämpfen, für Venezuela", sagte ein Nationalgardist in einem am Montag veröffentlichten Video.

Spezialeinsatzkräfte umstellten daraufhin die Kaserne im Viertel Cotiza in der Hauptstadt Caracas, wie das Nachrichtenportal "El Nacional" berichtete. Kurz darauf sollen sich die Aufständischen einem Militärstaatsanwalt gestellt haben. Wie das Verteidigungsministerium anschließend erklärte, drohe den Soldaten nun die "ganze Härte des Gesetzes".

Maduro trat umstrittene zweite Amtszeit an

Trotz massiver Proteste hatte sich Maduro zuletzt für eine zweite Amtszeit vereidigen lassen. Zahlreiche Staaten, internationale Organisationen und die venezolanische Opposition bezeichnen seine Wiederwahl im vergangenen Jahr als undemokratisch. Deshalb erkennen sie ihn nicht als legitimen Präsidenten an. Bislang wird er allerdings von den mächtigen Militärs noch gestützt.

"Unsere Soldaten wissen, dass die Befehlskette zerrissen ist, wegen der illegalen Machtübernahme im Präsidentenamt", schrieb der Präsident der entmachteten Nationalversammlung, Juan Guaidó, auf Twitter. Das von der Opposition kontrollierte Parlament verabschiedete vor Kurzem ein Amnestiegesetz für Soldaten, die sich an der Wiederherstellung der demokratischen Ordnung beteiligen.

cht/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP