Politik

Venezuela

Maduro offenbar zu Gesprächen mit Opposition bereit

Im Machtkampf mit Oppositionsführer Guaidó hat Venezuelas Präsident Maduro mögliche Verhandlungen ins Spiel gebracht. Gespräche mit der Gegenseite sollten aber unter internationaler Aufsicht stehen.

AFP PHOTO/VENEZUELAN PRESIDENCY/HO

Nicolas Maduro

Mittwoch, 30.01.2019   09:16 Uhr

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat Gesprächsbereitschaft mit seinem Kontrahenten Juan Guaidó angedeutet. Allerdings unter einer Bedingung: Internationale Mediatoren sollten diese beaufsichtigen.

"Ich bin bereit, mich mit der Opposition an den Verhandlungstisch zu setzen, um zum Wohle Venezuelas über Frieden und die Zukunft zu sprechen", sagte Maduro der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti (RIA) in einem Interview, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Maduro hatte bereits vor einigen Tagen mögliche Gespräche mit der Gegenseite angedeutet.

Gerüchte über eine mögliche Neuwahl dementierte Maduro. "Wir lassen uns von niemandem in der Welt ein Ultimatum stellen oder erpressen", sagte er der Nachrichtenagentur weiter. "Wenn die Imperialisten neue Wahlen wollen, müssen sie bis 2025 warten."

In Venezuela ist ein Machtkampf zwischen Maduro und Oppositionsführer Guaidó entbrannt. Der von den USA unterstützte Parlamentschef Guaidó hatte sich zum Übergangspräsidenten erklärt und will Staatschef Maduro aus dem Amt drängen. Die Wiederwahl Maduros im vergangenen Jahr entsprach nicht den demokratischen Standards.

Neue Proteste erwartet

Venezuelas Präsident spricht von einem Staatsstreich gegen seine sozialistische Regierung. Während Guaidó international breite Unterstützung erfährt, fehlt es ihm im Land selbst an einer echten Machtposition. Das mächtige Militär hält bislang zu Maduro.

Die russische Nachrichtenagentur Sputnik zitierte ihn am Mittwoch mit den Worten, Russlands Präsident Wladimir Putin habe Venezuela in jeder Hinsicht geholfen. Russland hatte - wie China - die jüngst verhängten US-Sanktionen gegen Venezuela kritisiert und Maduros Regierung seine Unterstützung zugesichert.

Guaidó rief seine Anhänger unterdessen zu neuen Protesten gegen die Regierung auf. Demnach soll es an diesem Mittwoch zu dezentralen Kundgebungen und am Wochenende zu einer weiteren Massendemonstration kommen. Zuvor hatte das Oberste Gericht Venezuelas ein Ausreiseverbot gegen Guaidó verhängt und dessen Konten eingefroren.

Maduro sagte in dem RIA-Interview, die Armee zeige sich loyal gegenüber den rechtmäßigen Autoritäten des Landes. Die US-Sanktionen gegen Venezuelas staatliche Ölgesellschaft PDVSA nannte er illegal.

mho/dpa

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