Politik

Nach US-Sanktionen gegen Venezuela

Maduro stoppt Verhandlungen mit Opposition

Nicolás Maduro hat die Sanktionen der USA als "wirtschaftlichen Terrorismus" verurteilt - nun friert er die Gespräche mit Venezuelas Opposition ein. Eine Reise zu Verhandlungen in der Karibik ließ er platzen.

Leonardo Fernandez/ AP

Venezuelas Präsident Maduro: Keine Delegation nach Barbados entsandt

Donnerstag, 08.08.2019   03:26 Uhr

Die Verschärfung der US-Sanktionen gegen Venezuela hat Auswirkungen auf die Annäherung der verfeindeten Regierung um Staatschef Nicolás Maduro und den Herausforderer und Oppositionsführer Juan Guaidó. Maduro stoppte die Gespräche mit der Opposition bis auf Weiteres.

Er sagte am Mittwoch die Reise einer Verhandlungsdelegation auf die Karibikinsel Barbados ab, wo am Donnerstag und Freitag Gespräche mit Oppositionsvertretern geplant waren. Grund sei die "schwere und brutale Aggression" der US-Regierung gegen Venezuela, hieß es in einer Regierungserklärung.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag das gesamte Vermögen der venezolanischen Regierung in den USA einfrieren lassen. Caracas verurteilte das Vorgehen als "wirtschaftlichen Terrorismus".

Die US-Regierung gehört zu den schärfsten Kritikern Maduros und hat sich im Machtkampf in Venezuela hinter Oppositionsführer Juan Guaidó gestellt. Als Parlamentspräsident Guaidó sich im Januar selbst zum Übergangspräsidenten erklärte, waren die USA eines der ersten Länder, das ihn anerkannte.

Auf Barbados gab es erste Annäherungen - das ist vorerst vorbei

Maduro und Guaidó ringen seit Monaten erbittert um die Macht. Vertreter von Regierung und Opposition hatten aber in den vergangenen Wochen Gespräche auf Barbados begonnen, um einen Ausweg aus dem Konflikt zu suchen.

Die norwegische Regierung tritt in dem Konflikt als Vermittler auf. Die verfeindeten Lager einigten sich zuletzt darauf, eine ständige Arbeitsgruppe einzurichten, wie das norwegische Außenministerium mitteilte.

Maduros Unterhändler Héctor Rodríguez sprach von einem "komplexen Weg", der zu einer "Vereinbarung über ein demokratisches Zusammenleben" führen könnte. Guaidós Unterhändler Stalin González schrieb beim Kurzbotschaftendienst Twitter, die Venezolaner wollten "Antworten und Resultate". Es würden nun Konsultationen abgehalten, um dem "Leiden ein Ende zu bereiten". Diese zarte Hoffnung scheint nach der neuerlichen Eskalation seit der Einmischung aus Washington erst einmal dahin.

jok/AFP

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