Politik

Treffen auf Barbados

Venezuelas Regierung und Opposition vereinbaren regelmäßige Gespräche

Juan Guaidó und Nicolás Maduro wollen weiter gemeinsam nach einem Ausweg aus der Krise ihres Landes suchen. Bei Verhandlungen auf Barbados versprachen sie, eine ständige Arbeitsgruppe einzurichten.

Getty Images/Matias Delacroix

Nicolas Maduro

Freitag, 12.07.2019   08:18 Uhr

Monate dauerte der Machtkampf in Venezuela an, bis sich Regierung und Opposition zu Verhandlungen auf der Karibikinsel Barbados trafen - vermittelt von Norwegen. Nach dem Treffen wollen beide Seiten nun im Gespräch bleiben. Die verfeindeten Lager einigten sich darauf, eine ständige Arbeitsgruppe einzurichten, wie das norwegische Außenministerium mitteilte.

"Ich erkenne die Bemühungen und den Geist der Kooperation der beiden Lager an", sagte Norwegens Außenministerin Ine Eriksen Søreide. Der venezolanische Informationsminister Jorge Rodríguez schrieb auf Twitter: "In Barbados ist die Sitzung der ständigen Arbeitsgruppe für Dialog und Frieden zu Ende gegangen, die auf verfassungsmäßigem und friedlichem Wege die Meinungsverschiedenheiten beseitigen will."

Seit Montag hatten Unterhändler der sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro und des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó nach einem Ausweg aus der Krise gesucht. Guaidó hatte sich selbst im Januar zum Übergangspräsidenten des Landes gemacht. Er wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, darunter auch von Deutschland und den USA.

Beide Seiten liefern sich seitdem einen erbitterten Machtkampf, allerdings konnte sich bislang kein Lager endgültig durchsetzen. Maduro betont zwar immer wieder seine Dialogbereitschaft, ist allerdings zu wenig Kompromissen bereit. Er hat den Rückhalt von Ländern wie Russland - und weiß die venezolanische Militärführung hinter sich. Angesichts der festgefahrenen Situation hatten sich die Kontrahenten auf neue Gespräche eingelassen.

Maduros Unterhändler Héctor Rodríguez sprach von einem "komplexen Weg", der zu einer "Vereinbarung über ein demokratisches Zusammenleben" führen könnte. Guaidós Unterhändler Stalin González schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Venezolaner wollten "Antworten und Resultate". Es würden nun Konsultationen abgehalten, um dem "Leiden ein Ende zu bereiten".

mfh/dpa

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