Politik

SPON-Regierungsmonitor

Merkel immer beliebter

Während über die Ablösung der Kanzlerin spekuliert wird, steigen ihre Popularitätswerte. Auch Gesundheitsminister Spahn hat in einer SPON-Umfrage kräftig zugelegt. Ein anderer CDU-Minister ist der größte Verlierer.

CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Von
Mittwoch, 08.05.2019   15:28 Uhr

Angela Merkel hat ihr Allzeithoch im SPON-Regierungsmonitor erreicht. Seit der vergangenen Auswertung ist der Popularitätswert der Kanzlerin um 15 Punkte gestiegen.

Ihren bisherigen Bestwert hatte sie erreicht, nachdem sie Ende vergangenen Jahres ihren Rückzug von der CDU-Spitze angekündigt hatte. Zwischenzeitlich jedoch verlor Merkel teils deutlich an Popularität, nun ist sie wieder im Aufwind und führt die Rangliste mit großem Abstand zu Außenminister Heiko Maas (SPD) an. Dieser konnte immerhin 14 Punkte zulegen.

Merkels Hoch in der Beliebtheitsfrage kontrastiert mit der Debatte über ihr mögliches baldiges Ausscheiden als Kanzlerin. Klar ist: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sucht dringend nach einem Ausweg aus dem ewigen Wartestand.

Neben Merkel und Maas ist Gesundheitsminister Jens Spahn der große Gewinner im SPON-Regierungsmonitor. Innerhalb weniger Wochen hat der CDU-Minister seine Beliebtheit um 20 Punkte gesteigert.

Zuletzt machte Spahn mit seinen Plänen zur Einführung einer Masern-Impfpflicht von sich reden. Der entsprechende Gesetzentwurf sieht vor, dass Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, mit Geldstrafen von bis zu 2500 Euro und einem Ausschluss vom Kita-Besuch belangt werden. Unterstützt werden die Pläne unter anderem von SPD-Chefin Andrea Nahles und den Grünen. Und auch in der Bevölkerung ist der Zuspruch groß.

Laut einer SPON-Umfrage sind mehr als 68 Prozent der Bürger deutlich für die Einführung einer Impfpflicht. Und mehr als 14 Prozent sprechen sich immerhin eher für die die Pläne von Spahn aus. Strikt dagegen sind hingegen nur sieben Prozent der Bevölkerung.

Ein ähnliches Stimmungsbild ergibt sich aus der Frage, ob Kinder ohne Masern-Impfschutz künftig vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden sollten. 64 Prozent der Bürger finden diesen Vorstoß von Spahn eindeutig richtig. Für eindeutig falsch halten lediglich sieben Prozent das Vorhaben.

Andere Unionsminister konnten die Bürger in den vergangenen Wochen hingegen nicht überzeugen. So verloren Bildungsministerin Anja Karliczek und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner jeweils mehrere Punkte.

Größter Verlierer ist allerdings Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Er verlor seit der letzten Auswertung 13 Punkte. Der CDU-Politiker war in den vergangenen Wochen zunehmend unter Druck geraten. Wirtschaftsverbände hatten Altmaier vorgeworfen, insbesondere den Mittelstand zu vernachlässigen. Im April korrigierte die Bundesregierung dann ihre Wachstumsprognose erneut nach unten. Zuletzt gaben 41 Prozent der Bürger an, mit der Arbeit des Wirtschaftsministers sehr unzufrieden zu sein.

Auch bei den Ministern der SPD gab es Verluste. So kämpfte Familienministerin Franziska Giffey bei der letzten Auswertung noch mit der Kanzlerin um die Führungsposition im Ranking. Nun rutschte sie um mehrere Plätze nach hinten. 32 Prozent der Bürger gaben an, mit ihrer Arbeit sehr unzufrieden zu sein.

Der SPON-Regierungsmonitor zeigt in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung, den Koalitionsparteien und vor allem mit den einzelnen Ministern sowie der Kanzlerin. Um die repräsentativen Bewertungen vergleichen zu können, arbeitet Civey mit einem Scoringverfahren. (Lesen Sie hier mehr zu dem Verfahren). Der bestmögliche Index beträgt 200, das schwächste Ergebnis wäre -200.



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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
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Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

insgesamt 64 Beiträge
gammoncrack 08.05.2019
1. Ich bin sicher, dass wir in paar
Jahren eine Kanzlerin mit dem Format von Frau Merkel schmerzlich vermissen werden. Möglicherweise wird das von vielen schon jetzt erkannt. AKK kann ihr hinten und vorne nicht das Wasser reichen.
Jahren eine Kanzlerin mit dem Format von Frau Merkel schmerzlich vermissen werden. Möglicherweise wird das von vielen schon jetzt erkannt. AKK kann ihr hinten und vorne nicht das Wasser reichen.
magier 08.05.2019
2.
Es ist schon bemerkenswert, wovon die Beliebtheit eines Politikers bei den Deutschen abhängt. Seit Merkel sich in nichts mehr einmischt, nichts bewegt und nur noch über den Dingen schwebt, gewinnt sie an Zustimmung. Obwohl die [...]
Es ist schon bemerkenswert, wovon die Beliebtheit eines Politikers bei den Deutschen abhängt. Seit Merkel sich in nichts mehr einmischt, nichts bewegt und nur noch über den Dingen schwebt, gewinnt sie an Zustimmung. Obwohl die SPD-Minister alle mit oben in der Beliebtheitsliste stehen und am Ende nur CDU/CSU-Minister zu finden sind, teils mit großem Abstand, findet die CDU eine viel höhere Zustimmung als die SPD. Rational ist das kaum zu erklären.
Mentor 54 08.05.2019
3.
Ich war nie Merkel-Fan, aber in einer Zeit lautstark pöbelnder Populisten, die sich einbilden, "das Volk" zu repräsentieren, weiß eine Mehrheit des tatsächlichen Volkes vermutlich ihr zurückhaltendes und sachliches [...]
Ich war nie Merkel-Fan, aber in einer Zeit lautstark pöbelnder Populisten, die sich einbilden, "das Volk" zu repräsentieren, weiß eine Mehrheit des tatsächlichen Volkes vermutlich ihr zurückhaltendes und sachliches Auftreten zu schätzen.
alverion 08.05.2019
4. Wer wird da genau befragt?
Die CDU-Seniorinnen? Oder könnte es auch daran liegen, dass Frau Merkel nun mal einfach die bekannteste Politikerin ist und daher oft genannt wird? Ich habe glücklicherweise einen sehr heterogenen Freundeskreis und wenn man sich [...]
Die CDU-Seniorinnen? Oder könnte es auch daran liegen, dass Frau Merkel nun mal einfach die bekannteste Politikerin ist und daher oft genannt wird? Ich habe glücklicherweise einen sehr heterogenen Freundeskreis und wenn man sich dort umhört, kann ich dieses Ergebnis nicht nachvollziehen ...
josef2018 08.05.2019
5. Klar,
dass sie immer beliebter wird, sie tut ja nix. Begonnen mit der Ära Kohl und weiter fortgesetzt mit Merkel hat sich Mehltau über dem Land ausgebreitet, ein Land in dem so viele Baustellen liegen, die man aber großzügig den [...]
dass sie immer beliebter wird, sie tut ja nix. Begonnen mit der Ära Kohl und weiter fortgesetzt mit Merkel hat sich Mehltau über dem Land ausgebreitet, ein Land in dem so viele Baustellen liegen, die man aber großzügig den nachfolgenden Generationen hinterlässt.

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