Politik

Ehrendoktortitel

Merkel in Harvard gewürdigt

Die Harvard-Universität hat Angela Merkel die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Hochschule hob explizit die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin hervor.

Steven Senne / AP

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Harvard

Donnerstag, 30.05.2019   21:33 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Ehrendoktorwürde der US-Eliteuniversität Harvard erhalten. Harvard-Präsident Larry Bacow verlieh Merkel die Auszeichnung bei einer feierlichen Zeremonie in der Hochschule in Cambridge, einem Vorort von Boston. Die Universität würdigte unter anderem, dass Merkels bisherige Zeit im Amt von Pragmatismus und kluger Entschlossenheit geprägt gewesen sei.

Explizit lobte die Universität Merkels Slogan "Wir schaffen das" in der Flüchtlingskrise, der ihr in Deutschland viel Kritik eingebracht hatte. Merkels Entscheidung, in großer Zahl Migranten und Flüchtlinge ins Land zu lassen, habe ihren Willen gezeigt, für das einzustehen, was sie für richtig halte - auch wenn dies unpopulär sei. Das Gleiche gelte etwa auch für ihr Vorgehen in der europäischen Schuldenkrise.

Harvard-Präsident Bacow bezeichnete Merkel als eine der "einflussreichsten Staatsmenschen unserer Zeit". Die Bundeskanzlerin bekam bei der Verleihung viel Applaus. Während der Ehrung brandete mehrfach Beifall von Absolventen und anderen Zuhörern auf.

Im weiteren Verlauf der Feier sollte sie noch eine Rede vor Absolventen der Universität halten. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen mit US-Präsident Donald Trump wurde die Ansprache mit Spannung erwartet. Es werde "keine klassische politische Rede sein, sondern eine Rede, die auch mein Leben den Studenten nahebringt und die daraus entstandenen Lehren dann auch beinhaltet", hatte Merkel kürzlich dem US-Sender CNN gesagt.

Ein Treffen mit Trump ist bei Merkels Kurzbesuch in den USA nicht geplant. Nach Angaben eines deutschen Regierungssprechers hatte die US-Seite frühzeitig mitgeteilt, dass der Präsident an diesem Tag nicht in Washington sein werde. Trump sprach am selben Tag vor der U.S. Air Force Academy im US-Bundesstaat Colorado - fast 3000 Kilometer von Harvard entfernt.

mal/dpa/AFP

insgesamt 30 Beiträge
alphajet 30.05.2019
1. eine große Ehre - eigentlich.......
Eine große Ehre - eigentlich. Aber in diesem Fall eine billige Ehre für die Harvard-Honoren. Niemand von Damen und Herren aus Cambridge, Mass. muss das Schlamassel ausbaden - und bezahlen, was uns die hinter dem Satz "Wir [...]
Eine große Ehre - eigentlich. Aber in diesem Fall eine billige Ehre für die Harvard-Honoren. Niemand von Damen und Herren aus Cambridge, Mass. muss das Schlamassel ausbaden - und bezahlen, was uns die hinter dem Satz "Wir schaffen das!" stehende Politik eingebracht hat
seeyouin1982 30.05.2019
2. als Nicht-CDU-Wähler
gilt mein persönlicher Dank und Respekt unserer Bundeskanzlerin für "Wir schaffen das". Was sind die paar kritischen Stimmen vom rechtskonservativen Rand, wenn die geistige Elite Amerikas Frau Merkel für ihr Vorgehen [...]
gilt mein persönlicher Dank und Respekt unserer Bundeskanzlerin für "Wir schaffen das". Was sind die paar kritischen Stimmen vom rechtskonservativen Rand, wenn die geistige Elite Amerikas Frau Merkel für ihr Vorgehen in der Flüchtlingspolitik lobt. Aber ich höre sie schon, die Kritiker, die dann gleich zum Rundumschlag gegen die Einschätzung der Amerikaner ausholen. Das kommt dann von den gleichen Leuten, die die USA sonst anhimmeln. typisch Deutsch
solosola 30.05.2019
3. Sowohl Harvard als auch Merkel kommen dafür nicht auf...
die Ehrendoktorwürde sollte dem deutschen Steuerzahler verliehen werden, das ist und bleibt noch für lange Zeit ein teurer Spass ohne return on invest
die Ehrendoktorwürde sollte dem deutschen Steuerzahler verliehen werden, das ist und bleibt noch für lange Zeit ein teurer Spass ohne return on invest
jtreier 30.05.2019
4. Anachronismus
Nur eine Frage muss gestellt werden. Was hat Merkel seid 2005 gemacht? Europa(EU) hat sie an den Rand des Kollaps gebracht. Alleine der Begriff "Einwanderungspolitik" ist ein Witz. Da wurde keine Politik gemacht, sondern einem [...]
Nur eine Frage muss gestellt werden. Was hat Merkel seid 2005 gemacht? Europa(EU) hat sie an den Rand des Kollaps gebracht. Alleine der Begriff "Einwanderungspolitik" ist ein Witz. Da wurde keine Politik gemacht, sondern einem deutschen Sonderweg die Grundlage gebnet. Dieser Dr. hc. klingt wie HC Strache, besoffen waren sie, wahrscheinlich auch die in Harvard.
Abongui 30.05.2019
5. Die Geschichte wird ihr...
...recht geben. Denn keiner aber absolut niemand hätte mit so einer Entscheidung von der Kanzlerin gerechnet, Flüchtlinge ans Land zu lassen. Sie hat ihr Position konsequent verteidigt. Ergo... wir haben es geschafft. Bis heute, [...]
...recht geben. Denn keiner aber absolut niemand hätte mit so einer Entscheidung von der Kanzlerin gerechnet, Flüchtlinge ans Land zu lassen. Sie hat ihr Position konsequent verteidigt. Ergo... wir haben es geschafft. Bis heute, nach allen Kritik: was wäre die Alternative gewesen??? Na ja Die Früchte dafür werden anderen ernten. Sie verdient diese Auszeichnung, zweifelsohne.

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