Politik

Merkel-Nachfolge

Laschet schließt Kandidatur aus

Armin Laschet will sich derzeit offenbar nicht um das Amt des Parteivorsitzenden der CDU bewerben.

DPA

Armin Laschet

Mittwoch, 31.10.2018   15:42 Uhr

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will sich nach SPIEGEL-Informationen unter den jetzigen Konstellationen nicht um den Vorsitz der Bundes-CDU bewerben. Zuerst berichtete die "Welt" darüber.

Laut Kreisen der NRW-CDU sagte Laschet am Mittwochmorgen in einer Telefonschaltkonferenz mit den Bezirksvorsitzenden, bei der jetzt geplanten Trennung von Kanzleramt und Parteivorsitz sei das Amt des Regierungschefs im größten Bundesland mit dem Vorsitz der Regierungspartei im Bund nicht dauerhaft zu vereinbaren. Damit schließt er allerdings eine spätere mögliche Kanzlerkandidatur nicht aus.

Laschet meinte demnach außerdem, er sehe die Koalition aus CDU und FDP in Düsseldorf als Gegenmodell zur Großen Koalition in Berlin - in Inhalt und Stil. Das dürfe nicht für ein Parteiamt gefährdet werden.

"Wir müssen die Partei zusammenhalten"

Wie es weiter hieß, machten mehrere Teilnehmer der Telefonschalte deutlich, dass es jetzt ausschließlich um den Parteivorsitz gehe, und bestärkten Laschet darin, nur bei Aussicht auf ein neues Politikprojekt einen Wechsel nach Berlin in Erwägung zu ziehen. So hieß es explizit, dass "eine Neubewertung" notwendig sei, wenn die Lage sich ändere und es nicht mehr nur um den Parteivorsitz gehe.

Laschet sagte demnach: "Wir müssen die Partei jetzt zusammenhalten." Wichtig sei ihm, dass die CDU am Kurs der Mitte festhalte. Die Gespräche mit den anderen Landesvorsitzenden werde er in den kommenden Tagen fortsetzen. Laschet halte es angesichts "der Zäsur nach 18 Jahren Vorsitz" von Merkel für notwendig, "dass die Partei auch in ihrer ganzen Breite und Tiefe zu Wort kommen" könne.

Deshalb will er dem Vernehmen nach für die Klausur des Bundesvorstands am Wochenende vorschlagen, dass die CDU Deutschland bis zum Bundesparteitag in Hamburg Regionalkonferenzen durchführen solle, auf denen sich die Kandidaten präsentieren können. Derzeit bewerben sich drei Kandidaten um den Vorsitz: Gesundheitsminister Jens Spahn, CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Ex-Fraktionschef Friedrich Merz.

höh/flo/dpa

insgesamt 13 Beiträge
ptb29 31.10.2018
1. Als Außenstehender kann man Laschet auch nicht voll nehmen.
Keine konkreten Wahlthemen außer Angst vor einer rot-roten Koalition zu schüren. Das scheint für viele Wähler der absolute Horror zu sein, noch schlimmer als die AfD. Sein Auftreten passt leider zu seinem Namen, für den [...]
Keine konkreten Wahlthemen außer Angst vor einer rot-roten Koalition zu schüren. Das scheint für viele Wähler der absolute Horror zu sein, noch schlimmer als die AfD. Sein Auftreten passt leider zu seinem Namen, für den notwendigen Wechsel in der CDU steht er bestimmt nicht.
juergen.albrink 31.10.2018
2. Noch ne gute Nachricht,
nachdem Merkel ihren Verzicht auf den Parteivorsitz erklärt hat und jetzt Laschet anscheinend nicht dafür kandidieren will bin ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder voller Zuversicht. Wenn Friedrich Merz als [...]
nachdem Merkel ihren Verzicht auf den Parteivorsitz erklärt hat und jetzt Laschet anscheinend nicht dafür kandidieren will bin ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder voller Zuversicht. Wenn Friedrich Merz als Parteivorsitzender gewählt wird, wird sich AM nicht mehr lange als Kanzlerin halten. Wenn die CDU dann einen wirtschaftsliberalten und konservativen Kurs einschlägt und dorthin zurückkehrt, wo sie früher immer gewesen ist, kann das der Partei nur gut tun. Es könnte sogar sein, dass das schwere Einbußen für die AfD zur Folge hat. Denn ich glaube, dass darauf viele AfD-Wähler warten.
sven2016 31.10.2018
3. Der Kanzler?
Das heißt, Herr Laschet will Kanzler werden, nicht nur CDU-Vorsitzender, der erst mal Scherben zusammenkehren muss? Ein bisschen intrigant war er schon in der Ära Rüttgers. Soll sich Frau Kramp ruhig abarbeiten. Dann [...]
Das heißt, Herr Laschet will Kanzler werden, nicht nur CDU-Vorsitzender, der erst mal Scherben zusammenkehren muss? Ein bisschen intrigant war er schon in der Ära Rüttgers. Soll sich Frau Kramp ruhig abarbeiten. Dann sieht man weiter.
trex#1 31.10.2018
4.
In NRW ist Kraft mit Rotgrün abgewählt worden, weniger Laschet als Hoffnungsträger gewählt worden. Es war kein anderer da. Das sollte ihn aber nicht hindern, NRW nach vorne zu bringen. Bisher ist da wenig geschehen. Der [...]
In NRW ist Kraft mit Rotgrün abgewählt worden, weniger Laschet als Hoffnungsträger gewählt worden. Es war kein anderer da. Das sollte ihn aber nicht hindern, NRW nach vorne zu bringen. Bisher ist da wenig geschehen. Der Innenminister ist aktiver als Jäger, was aber keine politische Kunst ist. Aber was sonst? Von mir aus kann er Kanzler werden, dann kann es mit NRW nur bergauf gehen, notfalls holen wir Frau Kraft zurück
didi2212 31.10.2018
5.
Wer Merz vor ein paar Minuten im Livestream erlebt hat, wird sofort erkannt haben, dass hier eine andere Gewichtsklasse den Ring besteigt, die in den letzten Jahren in Deutschland nicht mehr Kämpfe ausgetragen hat. Laschet mag [...]
Wer Merz vor ein paar Minuten im Livestream erlebt hat, wird sofort erkannt haben, dass hier eine andere Gewichtsklasse den Ring besteigt, die in den letzten Jahren in Deutschland nicht mehr Kämpfe ausgetragen hat. Laschet mag als NRW-Prinz akzeptabel sein, auf der globalen Bühne hat er nicht zu suchen.

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