Politik

Parteitag der Christsozialen

Söder mit 91,3 Prozent als CSU-Chef wiedergewählt

Die Delegierten beim CSU-Parteitag in München haben Markus Söder im Amt des Parteivorsitzenden bestätigt: Der bayerische Regierungschef bekam mehr als 90 Prozent der Stimmen.

PHILIPP GUELLAND/EPA-EFE/REX

CSU-Chef Markus Söder beim Parteitag in München: im Amt bestätigt

Freitag, 18.10.2019   17:47 Uhr

CSU-Chef Markus Söder ist mit einem besseren Ergebnis als bei seiner ersten Wahl vor neun Monaten an der Spitze der Partei bestätigt worden. Der 52-Jährige erhielt auf dem CSU-Parteitag am Freitag in München 91,3 Prozent - bei der Premiere im Januar waren es 87,4 Prozent.

Für Söder stimmten 643 Delegierte, 60 votierten mit Nein. Der CSU-Vize und Europapolitiker Manfred Weber, der nicht kandidiert hatte, erhielt eine Stimme. An der Wahl hatten sich 735 der insgesamt 833 gemeldeten Delegierten beteiligt.

Obwohl Söder die CSU völlig unangefochten führt, war das Wahlergebnis mit Spannung erwartet worden. Schließlich verlangte er seiner Partei in den vergangenen Monaten viel ab. Vor allem in der Umwelt- und Klimaschutzpolitik hat er die CSU auf einen grüneren Kurs gebracht.

Söder attackiert AfD und Grüne

Söder war am 19. Januar erstmals an die Spitze der CSU gewählt worden - als Nachfolger von Horst Seehofer, der das Amt nach massivem internem Druck an seinen langjährigen Rivalen abgeben musste. Im März 2018 hatte Söder Seehofer als bayerischer Ministerpräsident abgelöst. In der Regel wählt die CSU alle zwei Jahre einen neuen Vorstand.

In seiner Rede stimmte Söder die CSU mit Attacken auf Grüne und die AfD auf eine mögliche rasche Neuwahl im Bund ein. Die CSU selbst rief er auf, viel Mut zu Veränderungen zu haben und nicht stehen zu bleiben: "Es wird nicht reichen, einfach nur weiterzumachen wie bisher." Die CSU solle "Schrittmacher" sein und nicht anderen hinterherlaufen. Wenn man stehen bleibe, wäre dies "das Ende einer modernen, einer zukunftsgerichteten CSU. Und das wollen wir nicht", warnte er.



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Wahl der Stellvertreter: Weber bekommt die meisten Stimmen

Die Delegierten in München wählten auch Söders Stellvertreter: drei Frauen und zwei Männer. Die meisten Stimmen bekam der EVP-Fraktionschef im Europaparlament, Manfred Weber: Er wurde mit 93,4 Prozent im Amt bestätigt. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml wurde mit 84,7 Prozent wiedergewählt. Die Vorsitzende der CSU-Gruppe im Europaparlament, Angelika Niebler, erhielt 82,5 Prozent.

Neu in den Vorstand gewählt wurde der Augsburger Landrat Martin Sailer mit 83,9 Prozent der Stimmen. Er folgt auf den scheidenden Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl. Dorothee Bär, die Digital-Staatsministerin im Kanzleramt, fuhr mit 71,6 Prozent der Stimmen das schlechteste Ergebnis unter den CSU-Vizes ein.

Am Samstag, dem zweiten und letzten Tag des Parteitags, will die CSU eine Parteireform beschließen. Ziel ist es, die Partei moderner, jünger, weiblicher aufzustellen und zugleich zur führenden Digitalpartei in Deutschland zu machen.

asa/dpa

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