Politik

Das GroKo-Karussell

Wer will was? Wer wird was? Und wer kriegt nix?

Vorzeitiger Wechsel im Kanzleramt, Frischzellenkur fürs Kabinett, Ende der Koalition: Über die Zukunft der Bundesregierung wird immer wilder spekuliert. Manches wirkt abwegig, einiges möglich - und nur eines ist sicher.

Michael Kappeler/ DPA (2); Jens Büttner/ DPA; Jörg Carstensen/ DPA

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer, Kanzlerin Merkel, Bald-Ex-Ministerin Barley, Aspirant Merz (im Uhrzeigersinn)

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Samstag, 20.04.2019   19:33 Uhr

Erst hat es sehr lange gedauert, bis diese Bundesregierung stand. Dann, kaum hatte die Koalition ihre Arbeit aufgenommen, wurde auch schon wieder über ihr Ende spekuliert. Von Tag eins an kämpfte das Bündnis aus CDU, CSU und SPD ums Überleben.

Dafür hat diese Regierung dann doch schon einiges erreicht und beachtliche 15 Monate gehalten. Und einiges spricht dafür, dass die aktuelle GroKo von Angela Merkel auch weitere 15 Monate und noch ein paar mehr halten wird - nämlich bis zur nächsten planmäßigen Bundestagswahl im Herbst 2021.

Andererseits stehen in diesem Jahr einige wichtige Wahlen in Deutschland an, zunächst Ende Mai die des Europäischen Parlaments, der Bremer Bürgerschaft und der Kommunalparlamente zahlreicher Bundesländer. Dann folgen bis zum Herbst Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen, deren Ausgang zu Debatten vor allem in CDUund SPD führen könnten. Dass sich daraus eine besondere Dynamik bis hin zum vorzeitigen Ende der Koalition entwickelt, ist nicht ausgeschlossen.

Und so wird in diesen Tagen munter spekuliert, wie es weitergeht in Berlin. Räumt Merkel vorzeitig das Kanzleramt für Annegret Kramp-Karrenbauer? Hat Friedrich Merz doch noch eine Chance auf einen Ministerposten? Und was ist eigentlich mit den diversen Wackelkandidaten im Kabinett - gibt es womöglich demnächst einen größeren Umbau in der Regierung?

Das GroKo-Karussell dreht sich also, doch die Interessen der Mitfahrer sind höchst unterschiedlich. Fest steht bislang nur eine Personalie (klicken Sie sich durch die Bilderstrecke):

insgesamt 95 Beiträge
heinz.murken 20.04.2019
1. Wer will eigentlich Friedrich Merz?
In meiner ganz persönlich bürgerlichen Blase keiner! Richtig, diese Groko hat mehr erreicht als ihr viele zutrauten. Die sollen ihren Job zu Ende machen, und nicht wegen Barley und dem Merz Phantom die Republik auf den Kopf [...]
In meiner ganz persönlich bürgerlichen Blase keiner! Richtig, diese Groko hat mehr erreicht als ihr viele zutrauten. Die sollen ihren Job zu Ende machen, und nicht wegen Barley und dem Merz Phantom die Republik auf den Kopf stellen. Es wäre zwar schön, den Merz entzaubert zu sehen, aber ich glaube, das Land wird auch ohne ihn - der sich alles zutraut, was er noch nie so richtig gemacht hat - nicht untergehen. Wir haben doch ohne Merz auch ordentlich gelebt, also bitte, zurück zu den Sachthemen!
conrath 20.04.2019
2. Der Titel sagt Alles.
Wenn es nur darum geht, wer was wo wird bedient due Vorurteile derer, die ohnehin finden , dass die 'hohe Politik ' ein Selbstbedienungsladen ist. Diese Koalition hat fertig - komplett. Da waren die Zeiten der vorigen GroKo mit [...]
Wenn es nur darum geht, wer was wo wird bedient due Vorurteile derer, die ohnehin finden , dass die 'hohe Politik ' ein Selbstbedienungsladen ist. Diese Koalition hat fertig - komplett. Da waren die Zeiten der vorigen GroKo mit Frau Schröder (die mit den Ponyhof) oder De Maiziere geradezu ein professionelles und funktionierendes Vorbild. Es ist zum Verzweifeln - es ust wie bei Wilhelm Busch: Ist erst der Ruf ruiniert, regiert sichs gänzlich ungeniert! Bringt es schnell zu Ende.
three-horses 20.04.2019
3. Alles positiv sehen.
Da irren Sie aber, ein Bekannte, der mit den Zwillingen, also der Junge bekam der Merz als Teddybär, das Mädchen die Annegreth als Barbie. Das bekommen die Kinder immer zu sehen, wenn sie die Windeln voll machen. Eine [...]
Zitat von heinz.murkenIn meiner ganz persönlich bürgerlichen Blase keiner! Richtig, diese Groko hat mehr erreicht als ihr viele zutrauten. Die sollen ihren Job zu Ende machen, und nicht wegen Barley und dem Merz Phantom die Republik auf den Kopf stellen. Es wäre zwar schön, den Merz entzaubert zu sehen, aber ich glaube, das Land wird auch ohne ihn - der sich alles zutraut, was er noch nie so richtig gemacht hat - nicht untergehen. Wir haben doch ohne Merz auch ordentlich gelebt, also bitte, zurück zu den Sachthemen!
Da irren Sie aber, ein Bekannte, der mit den Zwillingen, also der Junge bekam der Merz als Teddybär, das Mädchen die Annegreth als Barbie. Das bekommen die Kinder immer zu sehen, wenn sie die Windeln voll machen. Eine Woche lang und Beide sind aus den Windeln raus und auf dem Topf.
mirage122 20.04.2019
4. Das ist eben das Ergebnis
Unsere ewige Kanzlerin hat in ihrer unendlichen Regierungszeit alles weg gemobbt, was ihr als Konkurrenz hätte gefährlich werden können. Und nun steht sie da: Die sogenannten "Vertrauten", die sie sich aufgebaut hat, [...]
Unsere ewige Kanzlerin hat in ihrer unendlichen Regierungszeit alles weg gemobbt, was ihr als Konkurrenz hätte gefährlich werden können. Und nun steht sie da: Die sogenannten "Vertrauten", die sie sich aufgebaut hat, haben sich als Total-Ausfall erwiesen wie z,B, Herr Altmaier und ganz besonders Frau von der Leyen. Was die Letztere betrifft, kann meiner Meinung nach nur davon ausgegangen werden, dass die beiden eine gemeinsame Leiche - oder mehrere - im Keller haben. Ansonsten ist ihr Verhalten in diesem Fall unerklärlich. Damit sie auch in Zukunft alles im Griff hat, schickte sie die kleine Saarland-Anneliese ins Rennen. Dass sie damit alles andere als ein glückliches Händchen bewiesen hat, wird sie zwischenzeitlich selbst gemerkt haben. Eine Kanzlerin AKK ist absolut undenkbar. Ich werde bei der Europawahl auf jeden Fall Frau Barley unterstützen - was uns sonst noch blüht, werden wir rechtzeitig merken. Die drei wichtigen Landtagswahlen werden mit Sicherheit einige Überraschungen mit sich bringen. Und dann wird neu aufgemischt. Bei dem reichhaltigen Angebot an Kanzlerkandidaten kann es gut sein, dass sich hochinteressante Koalitionen auftun und die bundesdeutsche, total eingefahrene Parteien-Landschaft endlich mal positiv belebt wird.
JürgenHammerbeck 20.04.2019
5.
Alle grossen Demokratien haben sich irgendwann selbst abgeschafft. Bei uns befürchte ich das auch. CDU, CSU, SPD stufen sich gerade zur Unwählbarkeit herab. Der Wähler wird den "etablierten Parteien" bereits zur [...]
Alle grossen Demokratien haben sich irgendwann selbst abgeschafft. Bei uns befürchte ich das auch. CDU, CSU, SPD stufen sich gerade zur Unwählbarkeit herab. Der Wähler wird den "etablierten Parteien" bereits zur Europawahl einen dicken Denkzettel verpassen!

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