Politik

Europawahl 2019

Die Ergebnisse aus Deutschland

Montag, 27.05.2019   03:30 Uhr

So wurde gewählt

Rund 400 Millionen Europäer in den 28 Mitgliedstaaten waren bei der Europawahl aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. 751 Abgeordnete gehören dem neuen Europäischen Plenum an. In Deutschland sind rund 61 Millionen Bürger wahlberechtigt.

Deutschland stellt als größtes EU-Land mit 96 Sitzen die meisten Parlamentarier. 1380 Kandidaten bewarben sich um diese Mandate, darunter 479 Frauen. Zur Wahl standen 41 deutsche Parteien und politische Vereinigungen. Jeder Wahlberechtigte konnte eine Stimme vergeben.

Seit der Europawahl 2014 gibt es in Deutschland keine Sperrklausel. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Dreiprozenthürde bei dieser Europawahl gekippt.



Anmerkung: In einer früheren Version waren einige Regionen in Rheinland-Pfalz auf der Karte der Landkreise und kreisfreien Städte falsch ausgezeichnet. Wir haben die Fehler korrigiert.

insgesamt 22 Beiträge
thomas78behr 28.05.2019
1. Der Osten - ein spezieller Fall
Man ist ja immer geneigt den "Ossis" vorzuwerfen das alle braun sind. Das im Osten der Nationalsozioalismus neu aufkeimt. Wenn man sich die Wahlergebnisse, speziell die der einen blauen Partei anschaut bereitet einem das [...]
Man ist ja immer geneigt den "Ossis" vorzuwerfen das alle braun sind. Das im Osten der Nationalsozioalismus neu aufkeimt. Wenn man sich die Wahlergebnisse, speziell die der einen blauen Partei anschaut bereitet einem das auch Sorge. Ich lebe hier, im Osten. Und ich kann sagen das es sehr viele ehrliche und vernünftige Menschen gibt. Leider ist es im Osten so bisschen die Regel das man die Verantwortung immer zuerst auf die Politik abwälzt. Ich glaube viele Menschen verlassen sich im Osten auch zu sehr auf die Politik. Früher konnte man nicht selbst bestimmen, Gehörsam nach Oben wurde praktisch anerzogen. Heute soll man sich selbst einbringen. Es wäre auch schön wenn sich viel mehr Menschen in der Gesellschaft einbringen. Manchmal kommen wir uns im Osten auch vor wie die Deppen der Nation. Wir malochen, wir würgen, wir wollen was erreichen. Aber irgendwie bleibt hier nichts so richtig hängen. Ja, in dne großen Städten wie Dresden oder Leipzig schon. Aber auf dem Land herrscht teilweise Rückschritt statt Fortschritt. Ich denke das viele Menschen im Osten, speziell auf dem Land die letzten beiden Jahrzehnte das Gefühl hatten einfach nur hingehalten zu werden. Erfolg muss man sich erkämpfen, das ist nunmal freie Marktwirtschaft, wir wollten das so. Aber manchmal hat man doch irgendwie das Gefühl wie so ein kleiner Hund an der Leine immer von denen da Oben mit dem Fuß weggeschoben zu werden wenn man mal was will. Ich glaube das ist wirklich das Gefühl das viele Menschen hier im Osten geprägt hat. Von der Afd fühlen sich nun viele verstanden, die Afd weis genau womit sie punkten kann. Ob sie nun lügen oder die Wahrheit erzählen interessiert die Menschen eher zweitrangig. Wichtig ist das diese Hundeleine und der wegschiebende Fuß endlich mal verschwindet. Es gibt in den alten Bundesländern auch strukturschwache Regionen, aber die Leute dort haben anders gelernt mit solchen Problemen umzugehen. Im Westen sind sich die Menschen gefühlt mehr bewusst das jeder selber etwas tun muss, das die Sache mit dem Heilsbringer eine Illusion ist. Im Osten sind die Menschen wohl einfach noch nicht so weit, sie sehnen sich scheinbar nach einem Heilsbringer der sich ihrer Sorgen und Probleme annimmt. Ich glaube auch nicht das die Ossis die Demokratie abschaffen wollen. Ja, solche Leute gibt es natürlich! Es ist aber nicht der überwiegende Teil. Ich glaube die meisten haben die Erfahrung mit der Hundeleine und dem Fuß gemacht und wollen denen da Oben einfach nen deftigen Denkzettel verpassen. Eine Sonderbehandlung bringt übrigens auch nichts, das will auch keiner. Faire Behandlung, unkomplizierte Bürokratie und der uneigenützige Wille der Politik Gelder und Steuern gerechter zu verteilen, das würde schon viele Grundspannungen lösen.
Lt.Smash 28.05.2019
2. Der Osten - Der Westen
Diese Schulmeisterart der "Wessis" ist einfach nur noch unerträglich. Klar hat die AfD im Osten einen extrem hohen Stimmanteil eingefahren. Ich finde das sehr bedenklich und es gefällt mir ganz und gar nicht. Geht man [...]
Diese Schulmeisterart der "Wessis" ist einfach nur noch unerträglich. Klar hat die AfD im Osten einen extrem hohen Stimmanteil eingefahren. Ich finde das sehr bedenklich und es gefällt mir ganz und gar nicht. Geht man jedoch tiefer in die Karte der Stimmenanteile, so fällt auf, dass auch in den westlichen Bundesländern die AfD kontinuierlich über 10% der Stimmen erhalten hat. Nicht flächendeckend, das ist klar, aber die magischen 5% haben sie doch überall erhalten und meist bewegt sich der Anteil zwischen 10 und 15%. Sorry liebe "Wessis", erstmal an die eigene Nase fassen und dann auf die anderen zeigen. Und dann ist auch bemerkenswert, dass die AfD gerade in die ländlichen Räumen, also die, die von der Infrastruktur und dem wirtschaftlichen Erfolg abgehängt sind, starke Erfolge erzielt hat. Das reiche Berlin Friedrichshain - Kreuzberg kann sich die Grünen leisten, die arme Uckermark leider nicht. Man sollte endlich die Ursachen angehen und nicht die Symptome verteufeln!
fkfkalle3 28.05.2019
3. Oft, sehr oft
sind die Kandidaten der AFD im ländlichen,mittelstädtischen Raum, Personen aus der näheren Umgebung. Dieselbigen sind mit den Problemen,Befindlichkeiten vor Ort sehr wohl vertraut. In Folge dessen ist es leicht, die Kritik [...]
sind die Kandidaten der AFD im ländlichen,mittelstädtischen Raum, Personen aus der näheren Umgebung. Dieselbigen sind mit den Problemen,Befindlichkeiten vor Ort sehr wohl vertraut. In Folge dessen ist es leicht, die Kritik passend zu kanalisieren. Die Wähler, leider sehr viele Menschen meiner Generation, sind kaum über die Kirchtumspitze hinaus gekommen. Die jungen, durchaus progressiven Kräfte sind überall in der Welt verteilt. es fehlt also das Regulativ, der Blick in die weitere Umgebung. Was die Infrastruktur betrifft, hat sich die Sachlage erheblich verschlechtert, leider ist diese eine Tatsache. Was allerdings die politische Beweglichkeit betrifft, da widerspreche ich dem Kommentar No.1. Diese, also meine Generation hat der DDR die Treue verweigert, sehr wohl mit persönlichen Risiken verbunden.
Stresspille 28.05.2019
4. Provinzielles Europa
Mir wurde gestern erst bewusst, daß viele Europäer bei der Europawahl gar nicht wählten und dies auch seit vielen Jahren nicht tun, nur weil es ihnen unnötig schwer gemacht wird. Es handelt sich um viele derjenigen, die [...]
Mir wurde gestern erst bewusst, daß viele Europäer bei der Europawahl gar nicht wählten und dies auch seit vielen Jahren nicht tun, nur weil es ihnen unnötig schwer gemacht wird. Es handelt sich um viele derjenigen, die sich im europäischen Ausland aufhalten oder als Bürger eines anderen EU-Landes in Deutschland leben. Offenbar scheint man in der Verwaltung oder Politik zu glauben, daß das nicht so viele Menschen wären. Ich gehe jedoch von vielen Tausenden, wenn nicht gar einer 6-stelligen Zahl von Menschen aus, die deshalb nicht gewählt haben. Betroffen sind alle, die in einem anderen Europäischen Land arbeiten oder studieren , aber auch viele auf Auslandseinsatz für ihre Betriebe und unzählige Rentner. Ich war selbst schon betroffen und auch in meinem Bekanntenkreis gingen deshalb mehrere nur zu Kommunalwahl. ... "Wählen kann nur, wer in ein Wählerverzeichnis eingetragen ist. Deutsche im Ausland, die nicht in Deutschland gemeldet sind, bezeichnet man als Auslandsdeutsche. Sie werden nicht automatisch in ein Wählerverzeichnis eingetragen. Wollen Auslandsdeutsche an Europawahlen teilnehmen, müssen sie vor jeder Wahl einen förmlichen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis stellen." Wie provinziell ist das denn? Ziel müßte doch sein, daß man sich in Europa am Wohnort anmeldet, seine Wahlunterlagen bekommt und dann an der Europawahl teilnemen kann, statt jedes mal einen Antrag stellen zu müssen - möglicherweise in einem Land, dessen Sprache man nur leidlich spricht. Ich finde es auch besonders ärgerlich, da der Zustand schon lange besteht und es ausgerechnet die betrifft, die Europa, schon allein aufgrund ihrer persönlichen Situation, ganz klar unterstützen.
eckhard.weise 28.05.2019
5. Europa - bloß die 5 Finger einer Hand?
Am Europawahltag habe ich durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und SPIEGEL-online viel erfahren über das Abschneiden der Parteien natürlich hier bei uns und in Frankreich, Österreich, Großbritannien und ein [...]
Am Europawahltag habe ich durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und SPIEGEL-online viel erfahren über das Abschneiden der Parteien natürlich hier bei uns und in Frankreich, Österreich, Großbritannien und ein bisschen Vorahnung über die "späten" Italiener. Viel, zu viel nach meinem Geschmack und leider so gut wie ausschließlich! Das entspricht nicht einmal der Zahl der Gründungsländer der EWG. I c h zumindest hätte mich auch für Prognosen, Hochrechnungen, Ergebnisse der Wahlen in den Beneluxstaaten, den skandinavischen Ländern, den der iberischen Halbinsel, Griechenland, Tschechien usw. interessiert. Fehlanzeige. Armes kleines Europa. Ausländer, lasst mich in d i e s e m Deutschland nicht allein!

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