Politik

CDU

Oettinger kann sich Merz als Kanzlerkandidaten vorstellen

Die Wahl zum CDU-Chef hat Friedrich Merz knapp verloren, trotzdem könnte er Kanzlerkandidat werden - sagt EU-Kommissar Oettinger. Für Annegret Kramp-Karrenbauer gebe es "keinen Automatismus".

Getty Images

Friedrich Merz

Mittwoch, 26.12.2018   07:54 Uhr

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) kann sich Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz als Kanzlerkandidaten vorstellen. Fast die Hälfte der Parteitagsdelegierten hätten Merz als CDU-Vorsitzenden gewählt - "und ein CDU-Vorsitzender ist immer auch ein möglicher Kanzlerkandidat", sagte Oettinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zuallererst liege die Entscheidung über die nächste Kanzlerkandidatur zwar bei der neuen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die das erste Zugriffsrecht habe. Doch es gebe dabei "keinen Automatismus".

Kramp-Karrenbauer hatte sich in einer Kampfabstimmung auf dem Bundesparteitag in Hamburg nur knapp gegen Merz durchgesetzt, der für den konservativen und wirtschaftsliberalen Flügel der Partei steht. Merz zeigte sich hinterher offen für ein Ministeramt in der Bundesregierung - mit einem Wechsel in die Bundesregierung von Angela Merkel (CDU) kann er allerdings derzeit nicht rechnen.

Aus Oettingers Sicht sollte Merz "ein Aktivposten" in der CDU bleiben. "Er sollte zunächst einmal bei einem Parteiprojekt mitwirken - in einer Programmkommission oder in einem hochrangigen Beirat", sagte der EU-Kommissar den Funke-Zeitungen. "Daneben könnte er in der privaten Wirtschaft tätig bleiben."

Oettinger begrüßte es, dass Merz bereit bleibe, "seine Sachkompetenz einzubringen". Zwar könne dafür nicht sofort die Regierung umgebildet werden. "Es wird aber zu Veränderungen in der Bundesregierung kommen - spätestens 2021 mit der nächsten regulären Bundestagswahl, vielleicht auch früher."

wal/dpa

insgesamt 79 Beiträge
claus7447 26.12.2018
1. Vorstellung
Wenn Öttinger wüsste was ich mir alles vorstellen könnte! Erstaunlich wie die CDU derzeit sich weiter zu spalten versucht. Hätten wir das nicht schon bei einer anderen Partei?
Wenn Öttinger wüsste was ich mir alles vorstellen könnte! Erstaunlich wie die CDU derzeit sich weiter zu spalten versucht. Hätten wir das nicht schon bei einer anderen Partei?
th.scholz 26.12.2018
2. Wen interessiert Öttingers Meinung?
Dass sich die alten Männer, selbst solche, die sich immer wieder öffentlich blamiert haben, für Merz aussprechen, spricht gegen ihn. Eigentlich interessiert das auch keinen. Der Spiegel bringt das aber auf der ersten Seite, [...]
Dass sich die alten Männer, selbst solche, die sich immer wieder öffentlich blamiert haben, für Merz aussprechen, spricht gegen ihn. Eigentlich interessiert das auch keinen. Der Spiegel bringt das aber auf der ersten Seite, weil es so hübsch Unfrieden in der CDU sät.
b1964 26.12.2018
3. Der Mann ist völlig überschätzt!
Die Gruppe der Wohlhabenden in der CDU, die keine Steuern zahlen wollen, mögen sich den faktischen FDP-Mann Merz herbeiwünschen. Das wird aber weder viele AfDler zur CDU treiben noch den sozialen Flügel der CDU halten können. [...]
Die Gruppe der Wohlhabenden in der CDU, die keine Steuern zahlen wollen, mögen sich den faktischen FDP-Mann Merz herbeiwünschen. Das wird aber weder viele AfDler zur CDU treiben noch den sozialen Flügel der CDU halten können. Bei Merz als Kanzlerkandidat gewinnen vor allem die Grünen weiter. In 10 Jahren wird Deutschland eine andere Parteienlandschaft haben: 1/3 ganz links-anarchistisch, 1/3 sozial-ökologisch-staatstragend und 1/3 rechts-national-destruktiv. Dann ist das Labd untegierbar. Die alte CDU ist dann ebenso zerlegt wie die SPD. Merz ist ein Beschleuniger auf diesem Weg.
lestat3006 26.12.2018
4. Ziemlich verwirrt, der Oettinger
Oettinger redet ziemlich wirres Zeug. ?Ein Parteivorsitzender hat auch immer Zugriff auf die Kanzlerkandidatur.? Merz ist nicht Parteivorsitzender, Guenther! Auch wenn ihn FAST die Hälfte der Delegierten gewählt haben. [...]
Oettinger redet ziemlich wirres Zeug. ?Ein Parteivorsitzender hat auch immer Zugriff auf die Kanzlerkandidatur.? Merz ist nicht Parteivorsitzender, Guenther! Auch wenn ihn FAST die Hälfte der Delegierten gewählt haben. Oettinger geht auch ziemlich sicher davon aus, dass die Union 2021 wieder den Kanzler stellen wird. Wenn du dich da mal nicht irrst, Guenther! Denn leider hat seine Partei in Zusammenarbeit mit der SPD eine Randgruppen-Partei groß gemacht und in den Bundestag gehievt. Na ja, für klare Aussagen ist Oettinger nicht bekannt. Wegen solcher Clowns in Brüssel werden die EU-Wahlen leider ein ziemliches Desaster werden.
fuchsi 26.12.2018
5. Alte Männer
Haben Sie noch ein paar gute Ratschläge von alten Politikern kurz vor der Rente, wie diese mit Ihresgleichen die Zwanzigerjahre des 21. Jahrhunderts gestalten wollen? Zum BK Merz ein BP Schäuble? Einfach die 90er Jahre um 30 [...]
Haben Sie noch ein paar gute Ratschläge von alten Politikern kurz vor der Rente, wie diese mit Ihresgleichen die Zwanzigerjahre des 21. Jahrhunderts gestalten wollen? Zum BK Merz ein BP Schäuble? Einfach die 90er Jahre um 30 Jahre verlängern, das wär's doch. An Gerontokratie ist schon das Politbüro der UdSSR gescheitert, Oettinger müsste sich eigentlich daran erinnern können.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP