Politik

Rechtsextremismus

Demo der Identitären Bewegung in Halle abgesagt

Wegen Sicherheitsbedenken hat die Versammlungsbehörde einen Demonstrationszug von Rechtsextremen in Halle kurzerhand untersagt. 3000 Menschen trafen sich in der Unistadt zum Protest gegen rechts.

Sebastian Willnow/ DPA

Protest gegen rechts in Halle

Samstag, 20.07.2019   17:39 Uhr

Eine Demonstrationsveranstaltung der Identitären Bewegung ist am Samstagvormittag in Halle von der Versammlungsbehörde abgesagt worden. Der Grund seien Sicherheitsbedenken, erklärte die Polizei. Weitere Details wurden nicht genannt.

Ursprünglich wollten die Anhänger der rechtsextremen Bewegung in der Nähe ihres Hauses in Halle in Sachsen-Anhalt, das als Zentrale in Deutschland gilt, durch die Straßen ziehen.

Stattdessen versammelten sie sich bei einem als Sommerfest deklarierten Treffen vor dem Gebäude. Nach ersten Polizeiangaben waren rund 250 Anhänger der Bewegung vor Ort.

Mit Sitzblockaden und lautstarken Protesten stellten sich Hunderte Menschen dem Treffen entgegen. In der Innenstadt gab es auf dem Marktplatz ein Bürgerfest, das Stadt und Universität veranstalteten.

Zu den Gegenprotesten, zu denen vor allem das Bündnis "Halle gegen rechts" aufrief, kamen nach Angaben des Veranstalters etwa 3000 Menschen. Die Polizei sprach zunächst von mehreren Hundert Teilnehmern. Nach Angaben der Polizei blieben die Proteste weitgehend friedlich.

Der Verfassungsschutz hat die Identitäre Bewegung nach jahrelanger Prüfung kürzlich als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt eingestuft.

mho/dpa

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