Politik

SPD-Chefin zu Ideen des Juso-Vorsitzenden

Nahles findet Kühnerts Thesen falsch

Richtige Frage, aber falsche Antwort: SPD-Chefin Andrea Nahles sieht die Sozialismusthesen von Kevin Kühnert kritisch. Dass es solch eine Aufregung gibt, kann sie aber nicht nachvollziehen.

Hendrik Schmidt/dpa

Andrea Nahles (SPD): richtige Fragen, falsche Antworten

Freitag, 03.05.2019   14:36 Uhr

SPD-Chefin Andrea Nahles hat die Sozialismusthesen von Juso-Chef Kevin Kühnert als falsch zurückgewiesen. "Man kann richtige Fragen stellen und trotzdem falsche Antworten geben", sagte Nahles nach einer Klausur der SPD-Fraktionsvorsitzenden von Bund und Ländern in Leipzig. Die Antworten, die Kühnert gebe, finde sie falsch.

Zugleich sagte Nahles, dass sie "die Aufregung nicht ganz nachvollziehen kann". Dass ein Juso-Vorsitzender solche Debatten anstoße, habe es immer wieder gegeben. Das gehöre zum "Traditionsbestand" der SPD. Als Beitrag zum Europawahlkampf habe sie Kühnerts umstrittenes Interview allerdings nicht verstanden.

Kühnert hatte der "Zeit" gesagt, dass er für eine Kollektivierung großer Unternehmen "auf demokratischem Wege" und gegen Wohnungsvermietungen als Geschäftsmodell eintrete. Seine Partei forderte er auf, die Debatte auch in Wahlkampfzeiten ernst zu nehmen.

Im SPIEGEL bekräftigt Kühnert, er habe "sehr ernst gemeint, was ich formuliert habe". Der Kapitalismus sei "in viel zu viele Lebensbereiche" vorgedrungen: "So können wir auf keinen Fall weitermachen."



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

asa/dpa

insgesamt 50 Beiträge
siryanow 03.05.2019
1. Spd
Nun ja Frau Nahles, bei allem pro und kontra. Es ist doch zu begrüßen dass sich viele wieder mit der SPD auseinander setzen
Nun ja Frau Nahles, bei allem pro und kontra. Es ist doch zu begrüßen dass sich viele wieder mit der SPD auseinander setzen
forcieren.hemmen 03.05.2019
2. Das ist Nahles´ Meinung ...
... systemtreu, materialistisch. Angehörige der Kaste 10 bis 2 %. Geplagt von Verlustängsten. Mit solchen Leuten kann weder Zukunft erschaffen noch der Planet gerettet werden. Sie sollte Mitgliedschft in der CDU oder FDP [...]
... systemtreu, materialistisch. Angehörige der Kaste 10 bis 2 %. Geplagt von Verlustängsten. Mit solchen Leuten kann weder Zukunft erschaffen noch der Planet gerettet werden. Sie sollte Mitgliedschft in der CDU oder FDP beantragen. Einfach mal richtig ausmisten in der SPD. Die ganzen Opportunisten sollen sich endlich in ihre richtigen Parteilandschaften zurückziehen. Vielleicht kommt die SPD dann hinten endlich mal wieder hoch ...
patrick_pronnier 03.05.2019
3. Die
Frau könnte bei der CDU anfangen, mit ihren Ansichten, man braucht nur schauen was sie bisher gemacht hat...
Frau könnte bei der CDU anfangen, mit ihren Ansichten, man braucht nur schauen was sie bisher gemacht hat...
spon-facebook-1716829589 03.05.2019
4. Und die richtigen Antworten?
Was die richtigen Antworten sind verrät sie uns leider nicht.
Was die richtigen Antworten sind verrät sie uns leider nicht.
oranje-web 03.05.2019
5. wenn wundert es
von der ehemals linken Juso vorsitzenden das zu hören. Sie hat alle ideale wie schröder verraten wenn sie die je hatte und das links sein bei den Jusos nicht nur ein schritt in die" richtige" Richtung war. [...]
von der ehemals linken Juso vorsitzenden das zu hören. Sie hat alle ideale wie schröder verraten wenn sie die je hatte und das links sein bei den Jusos nicht nur ein schritt in die" richtige" Richtung war. Denn mit Seeheimer parolen währe sie nie jusovorsitzende geworden.

Verwandte Themen

Sonntagsfrage

Bundestagsradar

Videospezial

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP