Politik

AKK über Juso-Vorsitzenden

CDU-Chefin lobt soziale Marktwirtschaft - und kritisiert Kühnert

Juso-Chef Kevin Kühnert hat mit seinen Theorien über unser Wirtschaftssystem für Aufregung gesorgt. Nun schaltet sich auch die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in die Debatte ein.

FRIEDEMANN VOGEL/ EPA-EFE/ REX

Annegret Kramp-Karrenbauer auf einer Wahlkampfveranstaltung in Arnsberg Mitte April

Samstag, 04.05.2019   14:38 Uhr

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die SPD wegen der umstrittenen Äußerungen von Juso-Chef Kevin Kühnert kritisiert. "Ich hätte nie geglaubt, dass unser alter Wahlslogan 'Freiheit statt Sozialismus' noch mal bei einer Wahl so aktuell ist", sagte Kramp-Karrenbauer am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag Sachsen-Anhalt in Halle.

Kramp-Karrenbauer warf der SPD-Spitze vor, Kühnerts Bemerkungen verharmlost zu haben. "Wir haben in Deutschland seit vielen Jahrzehnten die bessere Antwort zu Kapitalismus und Sozialismus", sagte die CDU-Chefin. "Und das ist die soziale Marktwirtschaft, die Menschen in den Mittelpunkt stellt, die Wohlstand für alle schafft und wo jeder nach seinem Gusto leben kann."

Kühnert hatte mit seinen Gedankenspielen zu einer Kollektivierung von Firmen wie BMW auch in den eigenen Reihen Kritik ausgelöst. In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte er zudem gefordert, das Privateigentum an Immobilien zu begrenzen.

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Die Forderungen stoßen auf große politische und mediale Resonanz. Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, verlangte von der Politik umfassende Reformen der sozialen Marktwirtschaft. Manche Immobilieneigentümer hätten den Wert ihrer Immobilie in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt, ohne etwas dafür zu tun, kritisierte Fratzscher. "Wenn dann Mieter vor die Tür gesetzt oder unter Druck gesetzt werden, exorbitante Mietpreissteigerungen zu zahlen, dann ist etwas aus dem Lot geraten."

lov/Reuters

insgesamt 181 Beiträge
marthaimschnee 04.05.2019
1. Bravo!
"die soziale Marktwirtschaft, die Menschen in den Mittelpunkt stellt, die Wohlstand für alle schafft" Eigentlich müßte AKK auf diesen Satz hin in einer Zwangsjacke abgeführt werden, denn dies zeugt von einem [...]
"die soziale Marktwirtschaft, die Menschen in den Mittelpunkt stellt, die Wohlstand für alle schafft" Eigentlich müßte AKK auf diesen Satz hin in einer Zwangsjacke abgeführt werden, denn dies zeugt von einem totalen Realitätsverlust oder eben Realitätsverweigerung. Die Fettaugen, die oben auf der Suppe schwimmen, haben weiterhin keinerlei Problembewußtsein.
MisterD 04.05.2019
2. Freiheit ist toll...
doch was nützt sie, wenn man eine Rente erhält, von der man gerade mal eben so überleben kann. Oder wenn man für seine 1.200 EUR Netto statt der vertraglichen 40, 50 oder 60 Stunden pro Woche arbeiten muss. Oder wenn man erst [...]
doch was nützt sie, wenn man eine Rente erhält, von der man gerade mal eben so überleben kann. Oder wenn man für seine 1.200 EUR Netto statt der vertraglichen 40, 50 oder 60 Stunden pro Woche arbeiten muss. Oder wenn man erst gar keinen Job mehr findet und sich mit einem Leben arrangieren muss, in dem 350 EUR/Monat dauerhaft zum Leben reichen müssen. Die CDU hat den Strukturwandel immer noch nicht verstanden. Es wird bereits im nächsten Jahrzehnt für mindestens 20% der Bevölkerung nichts mehr zu tun geben, selbst wenn die arbeiten wollten. Ein Hauptschüler, der mit Ach und Krach 100 durch 5 teilen kann, wird uns nicht helfen den Fachkräftemangel zu beheben. Für eine immer größer werdende Gruppe wird es keine Jobs mehr geben, von denen man leben kann, liebe CDU. Und wen China erstmal soweit ist, dann sieht es selbst um die Hightech-Jobs bei uns schlecht aus...
littletruth 04.05.2019
3. Gaaaanz wichtig:
eisenhart festhalten an dem was man kennt und immer wieder predigen, wie gut bisher alles war. Im Club der Ewiggestrigen gibt es ja kein Mindestalter und das Höchstalter wurde eh schon aufgehoben. Ihr Zitat: "....das ist [...]
eisenhart festhalten an dem was man kennt und immer wieder predigen, wie gut bisher alles war. Im Club der Ewiggestrigen gibt es ja kein Mindestalter und das Höchstalter wurde eh schon aufgehoben. Ihr Zitat: "....das ist die soziale Marktwirtschaft, die Menschen in den Mittelpunkt stellt, die Wohlstand für alle schafft und wo jeder nach seinem Gusto leben kann" zeigt zielgenau, wo der Hammer hängt. Vor allem beim "Wohlstand für alle". Mensch Kühnert, hast du eine Angst verbreitet :-)
Zeitwesen 04.05.2019
4.
"Ich hätte nie geglaubt, dass unser alter Wahlslogan 'Freiheit statt Sozialismus' noch mal bei einer Wahl so aktuell ist" oder anders ausgedrückt: Neoliberalismus statt sozialier Marktwirtschaft, denn letztere wurde [...]
"Ich hätte nie geglaubt, dass unser alter Wahlslogan 'Freiheit statt Sozialismus' noch mal bei einer Wahl so aktuell ist" oder anders ausgedrückt: Neoliberalismus statt sozialier Marktwirtschaft, denn letztere wurde (auch dank der SPD) und wird ja immer mehr zugunsten des Neoliberalismus eingestampft, nach dem Motto: Wenn die Reichen mal so richtig reich sind lassen sie auch ein paar Brocken fallen. Allerdings werden sich die "Reichen" nie reich fühlen (eher "obere Mittelschicht" C. Merz) solange es jemand gibt der reicher ist und denen die ärmer sind immer erklären dass sie selbst Schuld daran sind, was ja irgendwie auch stimmt wenn man Reiche züchtet. Letztendlich ist das alles Definitionssache. Für viele USAmerikaner ist ja bereits die deutsche staatliche Krankenversicherung eine Form des Kommunismus. Ich bin allerdings sehr froh dass wir hierzulande diesen "Kommunismus" haben und würde nicht mit den USA tauschen wollen. Bei CDU und FDP wäre ich mir da nicht ganz so sicher. Die Bürger wurden ja gerade von der CDU/CSU gezwungen, die Verluste der Banken während der Krise zu kollektivieren, da war plötzlich keine Rede von Sozialismus, umgekehrt wird ein existenzielles Drama draus gebastelt da wohl einige Lobbyeinflüsterer schon ganz nervös sind.
WolfThieme 04.05.2019
5. Pawlowscher Reflex
Leider reiht sich AKK in die Reflexe von Söder, Dobrindt und (natürlich!) Scheuer ein, anstatt mal darüber nachzudenken, was Kühnert mit seiner Debatte anstoßen wollte. Es geht der CDU und auch der FDP nicht um "Freiheit [...]
Leider reiht sich AKK in die Reflexe von Söder, Dobrindt und (natürlich!) Scheuer ein, anstatt mal darüber nachzudenken, was Kühnert mit seiner Debatte anstoßen wollte. Es geht der CDU und auch der FDP nicht um "Freiheit oder Sozialismus", sondern um "Ellbogenfreiheit oder Sozialismus". Die DDR ist versunken, die Vergangenheit zieht nicht mehr, mal nach vorne denken in Richtung Erbschaftssteuer, Mietendeckelung, Altersarmut: wo sind denn das die gültigen Vorschläge?

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