Politik

Nach Fastnachts-Witz

Lesben und Schwule in der Union fordern Entschuldigung von Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer hat mit ihrem Scherz über Toiletten für intersexuelle Menschen für viel Empörung gesorgt - auch innerhalb der Union. Der Bundesverband Lesben und Schwule geht auf Distanz zur CDU-Chefin.

DPA

Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Narrengericht in Stockach.

Montag, 04.03.2019   14:46 Uhr

Für viele ging das viel zu weit - auch wenn Karneval ist: Als CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Stockacher Narrengericht am Donnerstag einen Scherz über Toiletten für intergeschlechtliche Menschen machte, empörten sich viele Menschen.

Nun hat auch der Bundesverband Lesben und Schwule in der Union (LSU) eine Entschuldigung gefordert. "Natürlich ist eine Entschuldigung fällig", sagte der Verbandsvorsitzende Alexander Vogt im Radioprogramm "SWR Aktuell". "Das erwarten wir." Auch im Karneval gebe es Grenzen.

Die CDU-Chefin hatte bei ihrem Auftritt vor dem Stockacher Narrengericht gesagt, Toiletten für intergeschlechtliche Menschen seien "für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür - dazwischen - ist diese Toilette."

"Political Correctness hin oder her, manche finden das ja übertrieben", sagte Vogt. "Aber solche Grenzen müssen klar sein. Man macht ja auch über andere Minderheiten keine Witze mehr." Dass Kramp-Karrenbauer wohl nicht aus böser Absicht handelte, mache die Sache nicht besser. "Wenn das unüberlegt passiert, ist es ja auch ein Zeichen dafür, wie es landläufig verbreitet ist, dieses Denken."

Er erwarte nun, dass es ein klärendes Gespräch mit der CDU-Chefin gebe, sagte Vogt: "Ich hoffe, dass wir das Angebot bekommen, uns darüber möglichst vor einem kurzen Zeithorizont zu unterhalten."

mfh/AFP

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