Politik

Politische Einflussnahme

82 Prozent der Deutschen wollen stärkere Kontrolle von Lobbyisten

Nehmen Interessenvertreter der Wirtschaft zu viel Einfluss auf die deutsche Politik? Eine neue Umfrage kommt nach SPIEGEL-Informationen zu einem eindeutigen Ergebnis.

Peter Steffen/ DPA

Symbolbild

Freitag, 19.04.2019   18:05 Uhr

Korruptionsbekämpfer fordern schon länger mehr Transparenz im Umgang mit Lobbyisten. Doch wie denkt die Bevölkerung darüber? Im Auftrag der Transparenzinitiative Abgeordnetenwatch.de ist das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap dieser Frage nachgegangen und hat eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Das Ergebnis ist eindeutig: Mehr als drei Viertel der Bundesbürger kritisieren die Einflussnahme von Lobbyisten auf die deutsche Politik.

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Demnach halten 82 Prozent der Befragten den Einfluss von Interessenvertretern aus Unternehmen und Verbänden auf politische Entscheidungsträger für "zu hoch" (35 Prozent) oder "viel zu hoch" (47 Prozent). Ebenfalls 82 Prozent sind der Meinung, dass Lobbyismus in Deutschland stärker reguliert werden müsse.

77 Prozent sprechen sich überdies für mehr Transparenz aus - etwa durch die Einführung eines Internetregisters, in dem Treffen von Politikern mit Lobbyisten veröffentlicht werden.

Ein solches Register findet breite Zustimmung im gesamten politischen Spektrum - unter Anhängern der SPD (81 Prozent) ebenso wie der CDU (70 Prozent). "Hinterzimmer-Lobbyismus gefährdet unsere Demokratie. Die Große Koalition muss mit einem scharfen Gesetz dafür sorgen, dass alle Lobbytreffen sichtbar werden", sagt Roman Ebener von Abgeordnetenwatch.de.

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insgesamt 61 Beiträge
geraldwinkeler 19.04.2019
1. An der Urne kann man es ändern!
Das widersprüchliche Verhalten der Bürger gibt mir immer wieder Rätsel auf. Wer den übermäßigen und intransparenten Einfluss der Wirtschaft auf die Politik fürchtet, der sollte CDU, CSU, FDP und AfD nicht wählen. Das tut [...]
Das widersprüchliche Verhalten der Bürger gibt mir immer wieder Rätsel auf. Wer den übermäßigen und intransparenten Einfluss der Wirtschaft auf die Politik fürchtet, der sollte CDU, CSU, FDP und AfD nicht wählen. Das tut die Mehrheit der Bürger aber und darf sich dann auch über eine entsprechende politische Ausrichtung nicht wundern.
Lemmingeforscher 19.04.2019
2. Eine der reichsten Demokratien der Welt......
.....kann es sich nicht leisten, von mir aus die Wahlkampfkosten nach Proporz zu erhöhen und jegliche Geldzuwendung unter Strafe zu stellen? Ein Limit von z.B. 1000.- Euro festzuschreiben pro Spender und Wahl. Dass ein bisschen [...]
.....kann es sich nicht leisten, von mir aus die Wahlkampfkosten nach Proporz zu erhöhen und jegliche Geldzuwendung unter Strafe zu stellen? Ein Limit von z.B. 1000.- Euro festzuschreiben pro Spender und Wahl. Dass ein bisschen Korruption erlaubt ist, ist UNERTRÄGLICH! Auch jegliche "Nebentätigkeit" wie bezahlte Vorträge etc. sind unethisch.
Schlaflöwe 19.04.2019
3. CDU/CSU lassen das nicht zu,
sie verhindern im Bundestag schon seit Jahren eine entsprechende Beschlussfassung. Die Wähler dürfen nicht wissen, wer in Deutschland die Politik macht.
sie verhindern im Bundestag schon seit Jahren eine entsprechende Beschlussfassung. Die Wähler dürfen nicht wissen, wer in Deutschland die Politik macht.
artep 19.04.2019
4. Im Gegenteil
Die Politiker haben zu viel Einfluss auf "Lobbyisten". Nur, wenn es den einzelnen "Lobbies" gut geht, stimmt die Staatskasse. Da aber viele Politiker in den Aufsichtsräten der "Lobbies" sitzen und [...]
Die Politiker haben zu viel Einfluss auf "Lobbyisten". Nur, wenn es den einzelnen "Lobbies" gut geht, stimmt die Staatskasse. Da aber viele Politiker in den Aufsichtsräten der "Lobbies" sitzen und mitbestimmen, gibt es eine Verquickung von persönlicher Bereicherung, Lobby- Interessen und Staatsinteressen, anstatt klare Fronten zu haben.
m.klagge 19.04.2019
5. Alles easy!
Das Politikerpack aller Parteien, mit der eventuellen Ausnahme mancher Linker, lässt sich von uns Bürgern bezahlen und "arbeitet" einzig und allein für die Interessen der Konzerne und Banken. Die besten Beispiele [...]
Das Politikerpack aller Parteien, mit der eventuellen Ausnahme mancher Linker, lässt sich von uns Bürgern bezahlen und "arbeitet" einzig und allein für die Interessen der Konzerne und Banken. Die besten Beispiele dafür sind die Damen und Herren von der CSU, die es bis zum Minister geschafft haben und ihren Sponsoren, äh, Ratgebern und Freunden von den Lobbyorganisationen gar nicht tief genung hintern rein kriechen können. Solange Gestalten wie Ramsauer, Dobrindt und Scheuer oder Friedrich, Schmidt und Klöckner frei herumlaufen wird der Zulauf für populistische Parteien immer weiter zunehmen. Die deutsche Demokratie ist so blind auf dem Auge Lobby und Korruption dass sie sich eines nicht so fernen Tages selbst abgeschafft haben wird.

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