Politik

Votum des CSU-Vorstandes

Söder soll Seehofer als Parteichef beerben

Die Entscheidung fiel einstimmig: Der CSU-Vorstand hat Markus Söder als Nachfolger von Horst Seehofer für den Posten des Parteichefs nominiert. Der kündigt Reformen und "Geländegewinne" an.

LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/REX

Markus Söder (CSU)

Montag, 17.12.2018   13:41 Uhr

"Auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende": Noch-Parteichef Horst Seehofer hat sich mit seinem baldigen Ende als CSU-Vorsitzender offenbar abgefunden. "Ich bin jetzt über zehn Jahre im Amt - das ist auch genug, das reicht auch", sagte Seehofer vor einer CSU-Vorstandssitzung in München. Der Vorstand nominierte anschließend - wie erwartet - Ministerpräsident Markus Söder als Kandidat für die Nachfolge Seehofers.

Vor knapp vier Wochen hatte Söder erklärt, sich auf dem Sonderparteitag der CSU am 19. Januar als Parteichef zur Wahl stellen zu wollen. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht, aussichtsreiche Konkurrenten sind ohnehin keine in Sicht.

Söder kündigte nach der Entscheidung Reformen an. Die Partei müsste wieder "Geländegewinne" machen.

Angespanntes Verhältnis zur CDU

Der CSU-Vorstand bereitete den Parteitag am 19. Januar vor, auf dem der Führungswechsel vollzogen werden soll. Seehofer war von der Parteispitze nach den Stimmverlusten der CSU bei der bayerischen Landtagswahl zum Rückzug gedrängt worden. Viele führende Christsoziale machten den Bundesinnenminister für das Wahlergebnis verantwortlich, nicht den bayerischen Ministerpräsidenten Söder.

Auf dem CSU-Parteitag wird auch die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ein Grußwort sprechen, wie Seehofer sagte. CDU und CSU hoffen darauf, dass sich das Verhältnis der Schwesterparteien wieder normalisiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war wegen des Streits der beiden Parteien über die Flüchtlingspolitik nicht mehr auf den vergangenen CSU-Parteitagen.



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


Wer steckt hinter Civey?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

mho/AFP/dpa

insgesamt 1 Beitrag
neanderspezi 17.12.2018
1. Bayern hat sich vermutlich diesen Söder verdient
Dieser Söder wird dadurch nicht sympathischer, im Gegenteil. Aber was macht das schon aus, ein stabiler Bayer stemmt dann halt noch eine Halbe mehr, dann tut das überhaupt nicht mehr weh. Auch ein Pfeifenkopf muss eben leer [...]
Dieser Söder wird dadurch nicht sympathischer, im Gegenteil. Aber was macht das schon aus, ein stabiler Bayer stemmt dann halt noch eine Halbe mehr, dann tut das überhaupt nicht mehr weh. Auch ein Pfeifenkopf muss eben leer geraucht werden, dann gelangt die Seele eine Etage höher und sieht die Erscheinung nahezu schmerzfrei von oben. Mehr Nonsens kann man zu diesem Söder eigentlich nicht abliefern, wohl wissend, dass ein moderierender Filter diese Sprüche richtig zu behandeln weiß.

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP