Politik

Update - der SPON-Wahltrend

In Nordrhein-Westfalen muss Rot-Grün zittern

Für das rot-grüne Bündnis in NRW wird es eng: Zehn Wochen vor der wichtigen Landtagswahl rückt die CDU dicht an die SPD heran. Das und mehr können Sie im repräsentativen SPON-Wahltrend nachlesen - und erneut abstimmen.

DPA

Hannelore Kraft

Von und
Sonntag, 05.03.2017   09:48 Uhr

Mehr als 13 Millionen Menschen sind in Nordrhein-Westfalen wahlberechtigt, 18 Millionen Bürger leben hier - so viel wie in keinem anderen Bundesland.

Neben der Bundestagswahl im Herbst 2017 gilt die Landtagswahl in NRW Mitte Mai deshalb als wichtigste Abstimmung des Jahres und als Test für den Bund.

Doch die politische Stimmung vor Ort spricht nicht für eine Fortsetzung des rot-grünen Regierungsbündnisses von SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Zehn Wochen vor der NRW-Wahl liegt die SPD zwar vor der CDU - doch der Abstand beträgt nur wenige Prozentpunkte. Auch die Schwäche der Grünen macht derzeit eine Neuauflage der Koalition unmöglich.

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche repräsentative Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz: in Echtzeit und für jeden Nutzer zugänglich.

Mehr zur Methodik und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie am Ende dieses Artikels - und können dort erneut abstimmen. Auch die Sonntagsfrage für den Bund können Sie weiter unten beantworten.

Wir wollten wissen: Welche Partei würden Sie in NRW wählen?

1. So haben Sie abgestimmt

Die SPD erreicht 35,1 Prozent, gefolgt von der CDU, die auf 32 Prozent kommt. Bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren sah die Lage anders aus: Damals errang die SPD unter Spitzenkandidatin Kraft rund 39 Prozent, die CDU landete abgeschlagen bei etwa 26 Prozent. Interessant ist also, wie dicht die CDU an die SPD herangerückt ist.

Deutliche Entwicklungen gibt es auch bei den kleinen Parteien: Besonders die Grünen kommen aus ihrem Umfragetief nicht heraus, im SPON-Wahltrend liegen sie bei 7,9 Prozent. Von ihrem zweistelligen Ergebnis im Jahr 2012 sind sie weit entfernt.

Die FDP kommt auf 7,6 Prozent, die AfD auf 9,3 Prozent. Die Linke, die bislang nicht im Landtag vertreten ist, würde derzeit die Fünfprozenthürde knapp überschreiten.

Anmerkung zur Methodik: An der NRW-Umfrage konnten alle User teilnehmen. Für das repräsentative Ergebnis wurden aber ausschließlich Teilnehmer berücksichtigt, die mit einer Postleitzahl in NRW registriert sind.

2. Geschlechteranteil relativ gleichmäßig

Ein Blick auf die weiblichen und männlichen Wähler in NRW zeigt, dass sich die Präferenzen gleichmäßig auf die beiden Volksparteien verteilen. Auch bei den kleinen Parteien gibt es, abgesehen von der eher von Männern bevorzugten FDP, keine größeren Differenzen zwischen den Geschlechtern.

Die SPD (Kraft) und die Grünen ( Sylvia Löhrmann) treten im Wahlkampf mit Spitzenkandidatinnen an, die CDU (Armin Laschet), die FDP ( Christian Lindner) und die AfD (Marcus Pretzell) mit Spitzenkandidaten. Die Linke (Christian Leye und Özlem Demirel) versucht es mit einer gemischten Doppelspitze.


Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend für Nordrhein-Westfalen wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 20.2. bis 3.3.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 3009 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent.


Sie wollen selbst die Sonntagsfrage beantworten? Stimmen Sie hier ab:

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SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse der Sonntagsfrage für den Bund jede Woche aus und informiert Sie über Entwicklungen und Veränderungen. Mehr zur Methodik erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel.



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Hier können Sie die Sonntagsfrage für Nordrhein-Westfalen beantworten:

Mitmachen können alle User. Für das repräsentative Ergebnis werden aber ausschließlich Teilnehmer berücksichtigt, die mit einer Postleitzahl in NRW registriert sind.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.
insgesamt 193 Beiträge
goethestrasse 05.03.2017
1. NRW falling state
Wo bleiben KRAFT-volle Visionen für das bevölkerungsreichste Bundesland. Stattdessen heisst es "weiter so". Das sorft für Politverdruss.
Wo bleiben KRAFT-volle Visionen für das bevölkerungsreichste Bundesland. Stattdessen heisst es "weiter so". Das sorft für Politverdruss.
Sponti@abwesend.de 05.03.2017
2.
Es wurde ja langen wenn dieser unfähige teflon Jäger verschwinden würde, was muss noch alles passieren bis dieser endlich geht.
Es wurde ja langen wenn dieser unfähige teflon Jäger verschwinden würde, was muss noch alles passieren bis dieser endlich geht.
jjcamera 05.03.2017
3. Armselig
Der SPD dürfte es besonders schwer fallen, auf liebgewonnene Pöstchen und Privilegien zu verzichten. Ich denke, es gibt ein armseliges Bündnis der drei Wahlverlierer: SPD, Grüne und LInke. So wie in Berlin. Wir werden von [...]
Der SPD dürfte es besonders schwer fallen, auf liebgewonnene Pöstchen und Privilegien zu verzichten. Ich denke, es gibt ein armseliges Bündnis der drei Wahlverlierer: SPD, Grüne und LInke. So wie in Berlin. Wir werden von Verlierern regiert. Ein Trost: wir sind daran gewöhnt.
Annabelle1811 05.03.2017
4. Hoffentlich
na hoffentlich zittert Frau Kraft bald ab. Auch nur eine Marionette, die sich dreht und wendet, wie der Wind gerade bläst.
na hoffentlich zittert Frau Kraft bald ab. Auch nur eine Marionette, die sich dreht und wendet, wie der Wind gerade bläst.
Frank D. 05.03.2017
5. Soviel zum Schulz Effekt :-D
Soviel zum Schulz Effekt der die SPD wieder stark macht und sogar auf Augenhöhe mit der CDU gebracht haben soll. Ja ja, bei Schulz geht es um die Bundestags- und nicht um die Landtagswahl. Nur was soll ein SPD Bundeskanzler ohne [...]
Soviel zum Schulz Effekt der die SPD wieder stark macht und sogar auf Augenhöhe mit der CDU gebracht haben soll. Ja ja, bei Schulz geht es um die Bundestags- und nicht um die Landtagswahl. Nur was soll ein SPD Bundeskanzler ohne Länder mit SPD Führung ??? Die ganze Sache mit dem Schulz Effekt ist erlogen.
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