Politik

10 Gebote der Zuwanderung

Lerne die deutsche Sprache, Österreicher!

In Niederösterreich hat ein FPÖ-Landesrat zehn Gebote für Zuwanderer erlassen. Eine sehr gute Idee, die wir dringend auch in Deutschland umsetzen sollten.

DPA

Zu Tausenden machen sich die Einwohner dieser kargen Bergwelt auf nach Deutschland

Eine Kolumne von
Dienstag, 14.05.2019   17:36 Uhr

Deutschland ist ein weltoffenes Land. Niemand hat etwas dagegen, wenn Menschen aus Österreich zu uns kommen, um hier ein besseres Leben zu suchen. Es ist also allzu verständlich, wenn sich Tausende aus ihren kargen Siedlungen auf den Weg zu uns machen, um der Herrschaft ihrer Landeshauptleute zu entkommen.

Fast 200.000 Österreicher leben heute in Deutschland. Es ist nicht leicht für sie, sich unserer Gesellschaft und unseren Gepflogenheiten anzupassen. Integration ist eine Einbahnstraße: Sie müssen sich anpassen. Damit ihnen das nicht so schwerfällt, sollten sie künftig mit einer ihnen aus Österreich bekannten Methode behutsam auf das neue Leben in Deutschland eingestellt werden.

In Niederösterreich hat der FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl jüngst "zehn Gebote" für Zuwanderer präsentiert. In modifizierter Form und in alle Austro-Dialekte übersetzt sollten diese ab sofort an alle Österreicher direkt bei der Einreise nach Deutschland ausgehändigt werden. Präventiv werden sie zudem in jedem Waldhäusl ausgelegt.

1. Die deutsche Sprache lernen

Viele der zu uns gekommenen Österreicher können sich nur in einem ihrer archaischen Landesdialekte verständlich machen. Sie müssen schnellstmöglich die Grundlagen der deutschen Sprache erlernen, ohne sie kann es keinen Zugang zur deutschen Lebensart geben. Merken Sie sich: Es sind "Kartoffeln", nicht "Erdäpfel". Es ist "der" Joghurt, nicht "das". Und wenn er schmeckt, dann ist er "lecker". Bitte üben Sie die Aussprache.

2. Die deutschen Gesetze befolgen

Wir wissen: Die allermeisten von Ihnen suchen nur ein friedliches Leben und ein Auskommen für sich und ihre Familien. Zur Wahrheit gehört aber auch: Das Problem der Austrokriminalität darf nicht verschwiegen werden. Im Jahr 2017 zählt die Polizeiliche Kriminalstatistik 4787 Straftaten, bei denen Österreicher der Tat verdächtigt wurden. In der überwiegenden Anzahl der Fälle wurde gestohlen, gefälscht und geprügelt. Unterlassen Sie das.

3. Die hier gelebte Gleichberechtigung von Frau und Mann anerkennen

Sie mögen es aus Österreich gewöhnt sein, dass Frauen für dieselbe Arbeit noch schlechter bezahlt werden als in Deutschland. Österreich steht im aktuellen Gender-Gap-Report des World Econonomic Forum hinter vermeintlichen Elendsländern wie Simbabwe, Uganda oder den USA. Wir sind da schon wesentlich weiter und liegen nur knapp hinter Ruanda.

4. Dich und die Erziehung deiner Kinder an deutschen Werten orientieren

Wir geben uns die Hand und keine "Busserl". Das Einsperren in Kellern gilt hierzulande nicht als dauerhaftes Erziehungskonzept. Skifahren müssen Ihre Kinder hier nicht können, versuchen Sie es besser mit der sportlichen Früherziehung in einem Fußballverein - auch wenn Ihnen diese Sportart kulturell bedingt zunächst sehr fremdartig und kaum zu beherrschen erscheinen mag.

5. Konflikte gewaltfrei lösen

Das österreichische Volk war in seiner Geschichte in dreißig oder mehr militärische Konflikte verwickelt, das schlägt sich natürlich in der Mentalität nieder. Eine gewisse Gewalttätigkeit ist uns allerdings auch in Deutschland nicht fremd. Wenn es also schon sein muss, beachten Sie bitte: Hierzulande "krageln" Sie niemanden "ab", sie "bringen" ihn stattdessen "um".

6. Die hier geltende Religionsfreiheit achten

Es mag bei Ihnen daheim als normal gelten, dass knapp zwei Drittel der Bevölkerung der römisch-katholischen Religion angehören. Nehmen Sie aber bitte zur Kenntnis, dass das in Deutschland längst nicht mehr so ist. Freilich dürfen Sie weiter katholisch bleiben. In vielen Städten und Dörfern finden Sie sogar Gotteshäuser und Gleichgesinnte.

7. Für die Dauer deines Aufenthaltes Eigenverantwortung tragen

Ihre liebgewonnene Pkw-Maut überweisen Sie bitte ohne Aufforderung nach jeder Fahrt direkt an den Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Bankverbindung siehe Website Verkehrsministerium.

8. Neben deinen Rechten auch die Pflichten wahrnehmen

Rechte haben wir in Deutschland auch, es mag für Sie allerdings ungewohnt sein, dass diese nicht in der Regierung sitzen. Es besteht dazu hierzulande auch keine Pflicht.

9. Tiere vor unnötigem Leid schützen

Österreicher sind es gewohnt, sich von sogenannten "Fiakern" durch ihre Innenstädte kutschieren zu lassen, obwohl das gerade im Sommer bei hohen Temperaturen sehr schädlich für die Pferde ist. Hierzulande werden solche Tätigkeiten gemeinhin tierschonend von ausländischen Fahrradrikscha-Chauffeuren übernommen. Bewerben Sie sich!

10. Du sollst Deutschland gegenüber dankbar sein

Dank Deutschland trägt Österreich keinerlei Mitschuld am Zweiten Weltkrieg. Auch Adolf Hitler war bekanntlich ein Deutscher. Das gute Gefühl historischer Unschuld haben Sie nur uns zu verdanken. Gern geschehen.

insgesamt 248 Beiträge
Eisinuk 14.05.2019
1. Neue 10 Gebote
Ich hätte nie geglaubt, dass ein Land durch ein bestimmtes Klientel zu solchen Maßnahmen gezwungen wird.
Ich hätte nie geglaubt, dass ein Land durch ein bestimmtes Klientel zu solchen Maßnahmen gezwungen wird.
WolfgangKloska 14.05.2019
2. Danke ??
Vielen Dank für die Kolumne. Als in Deutschland lebender Exilösterreicher habe ich herzlich gelacht.
Vielen Dank für die Kolumne. Als in Deutschland lebender Exilösterreicher habe ich herzlich gelacht.
don.rumata 14.05.2019
3. geil!
Da können die Ösis von den Piefkes noch was lernen ;)
Da können die Ösis von den Piefkes noch was lernen ;)
streifenpuppe 14.05.2019
4. wie man es dreht und wendet,
es wird nicht lustiger. Wenn man die Kolumne als Zurechtweisung der Österreicher sieht - nicht lustig. Wenn man sie als Sarkasmus gegenüber den Deutschen sieht - auch nicht lustig. Aber vielleicht meint ja der Kolumnist was ganz [...]
es wird nicht lustiger. Wenn man die Kolumne als Zurechtweisung der Österreicher sieht - nicht lustig. Wenn man sie als Sarkasmus gegenüber den Deutschen sieht - auch nicht lustig. Aber vielleicht meint ja der Kolumnist was ganz anderes....
K. Larname 14.05.2019
5.
Ah, da steht "Eine Kolumne von Stefan Kuzmany". Die Erwartungshaltung hat sich nach dem Lesen bestätigt, danke für die Breitseite gegen tumben Nationalismus.
Ah, da steht "Eine Kolumne von Stefan Kuzmany". Die Erwartungshaltung hat sich nach dem Lesen bestätigt, danke für die Breitseite gegen tumben Nationalismus.
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