Politik

Antrag der Grünen

Internationale Konvention soll Vermüllung der Meere stoppen

Kein Export von Plastik in Länder mit schlechten Entsorgungssystemen: Das schlagen die Grünen vor, um die Verschmutzung der Meere einzudämmen. "Klare Strafmechanismen" sollen helfen.

DPA

Mumbai, Indien

Freitag, 01.02.2019   07:41 Uhr

Die Meere der Welt sind voll von Plastikmüll. Das belastet das Leben in den Ozeanen schwer. Angesichts der anhaltenden Problematik fordern die Grünen ein Exportverbot für Plastik in Länder mit schlechteren Entsorgungssystemen und eine internationale Konvention.

Ein Antrag der Bundestagsfraktion dazu soll an diesem Freitag im Parlament beraten werden. "In einem atemberaubenden Tempo wird der Ozean zum Endlager für unseren Plastikmüll", sagte die Grünenabgeordnete Steffi Lemke. "Somit droht dem größten Lebensraum unserer Welt unwiderruflich die Zerstörung."

Jedes Jahr landen tonnenweise Flaschen, Tüten und anderer Müll im Meer. Der Großteil des Plastikmülls kommt aus Flüssen aus Südostasien. Dort haben viele Länder keine Entsorgungs- oder Recyclingsysteme wie in Europa. Der Bund müsse diese Länder darin unterstützen, sie aufzubauen, heißt es im Antrag der Grünenfraktion. Eine internationale Konvention "mit klaren Strafmechanismen bei Zuwiderhandlung durch Vertragsstaaten, Industrie und Schifffahrt" soll die Vermüllung stoppen.

Auch das deutsche Recyclingsystem versagt

Dabei sind nicht nur Länder mit schlechten Entsorgungssystemen das Problem. Auch das deutsche Recylingsystem versagt beim Plastikmüll. Zum Beispiel, weil Deutschland sehr viel Plastik unter anderem nach Malaysia exportiert, während das Land mit der enormen Menge an Müll überfordert ist (Lesen Sie mehr dazu in einer Titelgeschichte des SPIEGEL).

Mehr zum Thema

Die Grünen fordern die Regierung nun zudem dazu auf, anderen EU-Ländern zu folgen und Mikroplastik in Kosmetika und Körperpflegeprodukten zu verbieten. Schon winzige Plastikpartikel im Meer schaden Fischen und anderen Meerestieren. Die Grünen schreiben im Antrag: "Letztendlich drohen diese Plastikpartikel dann auch auf die Teller von uns Menschen zu gelangen und bilden eine bisher noch weitestgehend unerforschte Gefahr für die menschliche Gesundheit." (Lesen Sie hier ein Interview mit einer Toxikologin über mögliche Folgen der Plastikflut)

Im Video: Ein Leben (fast) ohne Plastik

Foto: SPIEGEL TV


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An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

insgesamt 53 Beiträge
pit.duerr 01.02.2019
1. Super Vorschlag
der Grünen. Nur, es wird sich wohl nur ein Bruchteil der fast 8Milliarden Mitglieder des Stammes " DIE KRONE DER SCHÖPFUNG2 dran halten. Das einzigste was helfen würde wäre, auch in Deutschland ein rigoroses Verbot von [...]
der Grünen. Nur, es wird sich wohl nur ein Bruchteil der fast 8Milliarden Mitglieder des Stammes " DIE KRONE DER SCHÖPFUNG2 dran halten. Das einzigste was helfen würde wäre, auch in Deutschland ein rigoroses Verbot von Plastikverpackungen. Es gibt ein Land in Afrika das dies durchführt. Nennt sich Ruanda. Habe letztens wieder einen Bericht über dieses Land gesehen und die Menschen sind glücklich und verhungern auch nicht deshalb. Die tanzen und singen und lachen auch bei dem zusätzlich eingeführten Kehrsamstag einmal im Monat. Aber davon ist leider der Rest der Weltbevölkerung, auch Deutschland, meilenweit entfernt.
Mikrohirn 01.02.2019
2. Eben!
Es ist n i c h t unser Platikmüll, der in den Meeren landet. Aber Bestrafung muss her - typisch Grüne.
Es ist n i c h t unser Platikmüll, der in den Meeren landet. Aber Bestrafung muss her - typisch Grüne.
aberhalloja 01.02.2019
3. Keinerlei Verständnis
nicht das mindeste Verständnis habe ich dafür, das Mikroplastiken in Kosmetika... je erkaubt worden sind. Immer schon habe ich mich gefragt wer dafür verantwortlich ist. das sollte Strafbar sein, der jenige zur Verantwortung [...]
nicht das mindeste Verständnis habe ich dafür, das Mikroplastiken in Kosmetika... je erkaubt worden sind. Immer schon habe ich mich gefragt wer dafür verantwortlich ist. das sollte Strafbar sein, der jenige zur Verantwortung gezogen werden.
Pneumoniahawk 01.02.2019
4. Ich schäme mich in Grund und Boden!
Ich kann es einfach nicht verstehen, warum wir als Technologieland der Saubermänner so versagt haben und es immer noch tun. Warum entsorgen wir nciht den eigene Müll? Warum gibt es nicht genug Anlagen? Warum gibt es immer noch [...]
Ich kann es einfach nicht verstehen, warum wir als Technologieland der Saubermänner so versagt haben und es immer noch tun. Warum entsorgen wir nciht den eigene Müll? Warum gibt es nicht genug Anlagen? Warum gibt es immer noch nicht eine Verordnung für die Freigabe von nur geprüften Kunststoffen, die recyclingfähig sind? Ich versteh es nicht. Das muss mir einer erklären!
muekno 01.02.2019
5. Ausgerechnet wir, d.h. unsere Grünen fordern das
wo das Deutsch System zwar einerseits vorbildlich ist, aber wie jüngste SPON Meldungen berichten von vorne bis hinten nicht klappt und vor allem beim Plastikmüll ganz hinter dran steht. In Afrika gibt es Staaten da wir die [...]
wo das Deutsch System zwar einerseits vorbildlich ist, aber wie jüngste SPON Meldungen berichten von vorne bis hinten nicht klappt und vor allem beim Plastikmüll ganz hinter dran steht. In Afrika gibt es Staaten da wir die Verwendung von Plastiktüten mit bis zu drei Jahren Knast bestraft,bei uns kosten die jetzt zwar ein paar Cent aber ein verbot wäre besser, dafür wie früher die Papiertüte oder den Einkaufskorb. Und satt Strohhalmen und Wattestäbchen, besser den Plastikverpackungswahn und die unsäglichen Blister verbieten.

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