Politik

Statement zu "Die Zerstörung der CDU"

Rezo glaubt nicht an Rezo-Effekt

Mit seinem Video "Die Zerstörung der CDU" sorgte Rezo für Aufsehen. Nun hat er sich dazu umfassend auf Twitter geäußert und erklärt, wer wirklich Schuld am schlechten Wahlergebnis der Volksparteien hat.

DPA

Rezo: Nach dem Video "Die Zerstörung der CDU" wurde über einen Rezo-Effekt bei den EU-Wahlen spekuliert

Mittwoch, 29.05.2019   19:55 Uhr

Mit seinem kurz vor der Europawahl veröffentlichten Video "Die Zerstörung der CDU" sorgte YouTuber Rezo landesweit für Diskussionen - und brachte vor allem die Christdemokraten ins Schwitzen. Nun ist die Wahl gelaufen: CDU und SPD mussten erhebliche Stimmverluste einstecken. In den Augen von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist dafür auch die "Meinungsmache" im Netz verantwortlich. Rezo selbst sieht das jedoch anders.

In einem Statement auf Twitter äußerte er sich nun ausführlich zu seinem Video und den Vorwürfen, die ihm seit der Veröffentlichung des Clips entgegengebracht werden. Von einem angeblichen Rezo-Effekt will der YouTuber nichts wissen.

Er sei nicht der Grund dafür, dass die Volksparteien bei Wählern unter 30 Jahren nicht punkten konnten, schreibt er. Das Wahlergebnis von Sonntag zeige nur, dass die aktuelle Union und die aktuelle SPD einen Kurswechsel einschlagen müssen. "Dazu muss man sie nicht abschaffen, sie können sich auch einfach ändern", schreibt er.

"Das Wahlergebnis ist genau wie der Erfolg meiner Videos nur Symptom." Ursache für die historisch schlechten Ergebnisse von SPD und CDU sei der Umgang mit dem jüngeren Teil der Bevölkerung. Als Beispiele nennt Rezo Themen wie Netz- und Klimapolitik.

Innerhalb weniger Tage wurde das Video von Rezo 13 Millionen Mal geklickt. In dem 55 Minuten langen Clip rechnet der YouTuber mit Union und SPD ab und spricht am Ende eine eindeutige Wahlempfehlung gegen beide Parteien aus.

Im Video: Analyse des CDU-"Zerstörvideos" von Rezo

Foto: SPIEGEL ONLINE

Ein zunächst angekündigtes Antwortvideo der CDU wurde nie veröffentlicht. Stattdessen hatte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak YouTuber Rezo zum Gespräch geladen. Die Einladung ließ Rezo zunächst jedoch unbeantwortet. Die Begründung dafür liefert er nun in seinem Statement.

Kein Interesse an Gesprächsrunden

Da er ein Problem mit Stottern habe, möchte er "kein Hauptbeteiligter in einer Diskussion sein", schreibt er. Ihm sei es ohnehin nie darum gegangen, dass man sich mit ihm unterhalten solle. Schließlich habe er in seinem Video nichts Neues erzählt, sondern viel mehr "wissenschaftliche Erkenntnisse und Konsens" dargestellt. "Daher finde ich es nicht so wichtig, dass mit mir gesprochen wird, sondern über dieses Thema", schreibt Rezo weiter.

Bevor ein Gespräch überhaupt infrage komme, stelle sich zunächst die Frage, auf welchem Stand SPD und CDU seien. Die Parteien sollten sich entscheiden, ob sie einen Bedarf sehen, ihren Kurs drastisch zu wechseln oder nicht. Rezo selbst könne dabei jedoch "überhaupt nicht helfen".

Sollten die Parteien Einsicht und Änderungswillen zeigen, empfiehlt Rezo die Auseinandersetzung mit Experten - würde sich aber auch selbst an einer solchen Diskussion mit den Verantwortlichen beteiligen.

Erfreut äußert sich Rezo über die überwiegend positiven Reaktionen auf sein Video und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinen Argumenten. Dabei kommt er auch auf die Faktenchecks zu sprechen, die mehrere Medien zu seinem Video gemacht haben. Die Journalisten seien sich da wohl nicht so einig gewesen, heißt es von Rezo.

Kein wirtschaftliches Interesse

Schließlich verteidigt er sich in seinem Statement auch gegen den Vorwurf, bei seinem Video handele es sich um eine "bezahlte Fake-Kampagne". Er beteuert noch einmal, dass keine Partei, kein Unternehmen und keine Organisation hinter seinem Video stehe.

Auch verfolge er, anders als ihm vorgeworfen wird, keine unternehmerischen und wirtschaftlichen Interessen. Um Geld sei es ihm nicht gegangen. "Es gibt halt Menschen, die einfach Sachen machen, weil sie dahinter stehen, unabhängig von den Nachteilen."

asc

insgesamt 63 Beiträge
Tolotos 29.05.2019
1. Selbst wenn es wirtschaftliches Interesse gäbe:
Wie viele Spitzenpolitiker müssten wohl gehen, wenn Motivation durch wirtschaftliche Eigeninteressen ein Ausschlusskriterium wäre?
Wie viele Spitzenpolitiker müssten wohl gehen, wenn Motivation durch wirtschaftliche Eigeninteressen ein Ausschlusskriterium wäre?
aufklarer 29.05.2019
2. er hat so recht...
...mit seinen Antworten! Immer dasselbe: Wenn man keine Argumente hat, wird mit Dreck nach dem Überbringer der Botschaft geworfen mit der (berechtigten) Hoffnung, das irgendwas hängen bleibt. "blaue Haare" "zu [...]
...mit seinen Antworten! Immer dasselbe: Wenn man keine Argumente hat, wird mit Dreck nach dem Überbringer der Botschaft geworfen mit der (berechtigten) Hoffnung, das irgendwas hängen bleibt. "blaue Haare" "zu jung" "gekauft" usw. Wer aufmerksam durchs Leben geht weiß, je stärker diese Taktik gefahren wird, desto richtiger sind die Aussagen des Beschimpften. Gilt für Assange, Snowden, Manning usw. ganz genauso.
esboern 29.05.2019
3. Rezo
hat nur die Wahrheit gesagt, die Demokraten sind ja von der Presse hochgeschrieben worden bis zum geht nicht mehr, ebenso von den ÖR , dem Wähler wurde praktisch der Weltungergang verkauft, wenn er nicht die Altparteien wählt, [...]
hat nur die Wahrheit gesagt, die Demokraten sind ja von der Presse hochgeschrieben worden bis zum geht nicht mehr, ebenso von den ÖR , dem Wähler wurde praktisch der Weltungergang verkauft, wenn er nicht die Altparteien wählt, jetzt bestimmt Macron den Parlamentspräsidenten, Danke.
schade1001 29.05.2019
4. Bitte kürzen!
Ich weiß nicht, wann ich zuletzt einen Artikel mit derart vielen Wiederholungen gelesen hab. Grausig. Oder Copy-Paste-Art?
Ich weiß nicht, wann ich zuletzt einen Artikel mit derart vielen Wiederholungen gelesen hab. Grausig. Oder Copy-Paste-Art?
meromero 29.05.2019
5. Aufgebauscht
Habe mir das Video angesehen. Auch wenn manche Statements eingängig und amüsant sind, ist das Video im Grunde oberflächlich, populistisch und nur auf viele "Klicks" aus. Ohne Mandat und Verantwortung ist es einfach [...]
Habe mir das Video angesehen. Auch wenn manche Statements eingängig und amüsant sind, ist das Video im Grunde oberflächlich, populistisch und nur auf viele "Klicks" aus. Ohne Mandat und Verantwortung ist es einfach eine Regierung unter Druck fertig zu machen. Rezo wurde nie gewählt und musste sich nie einer differenzierten Diskussion in der Öffentlichkeit stellen. So ein YouTube-Film bietet ja auch keine Chance für Rückfragen und Gegenargumente. Ich arbeite inzwischen 22 Jahre und habe vieles richtig und falsch gemacht. Ich spreche Rezo ab unsere Gesellschaft zu verstehen und die Regierungsparteien in dieser Art zu kritisieren.

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