Politik

Gas aus Russland

US-Botschafter Grenell schreibt Drohbriefe an deutsche Firmen

Der amerikanische Botschafter Richard Grenell hat laut einem Medienbericht mehreren deutschen Firmen gedroht, die am Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligt sind: Das könne "ein erhebliches Sanktionsrisiko nach sich ziehen".

AP

Richard Grenell

Sonntag, 13.01.2019   00:00 Uhr

Der Botschafter der USA in Deutschland, Richard Grenell, könnte erneut für diplomatische Spannungen zwischen den USA und Deutschland sorgen: Offenbar hat Grenell an mehrere deutsche Unternehmen, die am Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligt sind, Drohbriefe geschrieben. Darin warnt er nach Angaben der "Bild am Sonntag" vor US-Sanktionen, sollten die Firmen sich weiter an dem Projekt beteiligen.

Nord Stream 2 soll Gas direkt von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren, das Projekt wird von Privatunternehmen getragen. Seit dem Abschluss des Vorgängerprojekts im Jahr 2011 liefert der russische Konzern Gazprom bereits Erdgas direkt nach Deutschland und Mitteleuropa. Nord Stream 2 soll die Kapazität der Ostseepipeline verdoppeln.

Die USA, aber auch einige europäische Staaten, kritisieren das Projekt scharf. Im vergangenen November hatte der US-Botschafter bei der Europäischen Union, Gordon Sondland, gedroht: "Wir haben noch nicht alle Instrumente eingesetzt, die das Projekt ernsthaft untergraben oder stoppen könnten." Präsident Donald Trump habe "viele, viele andere Instrumente zur Verfügung".

Die direkte Einmischung von US-Botschafter Grenell durch die Briefe geht jedoch über diese Drohung hinaus und ist sehr ungewöhnlich. Wie die "Bild am Sonntag" aus dem Schreiben zitiert, sehe Grenell durch den Bau der Pipeline eine steigende Gefahr russischer Interventionen. Durch Nord Stream 2 und ebenso durch die "Turk Stream"-Pipeline würde der bisherige europäische Gasimport über die Ukraine überflüssig, wodurch die Ukraine an sicherheitspolitischer Bedeutung verlöre.

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Grenell kritisiert demnach auch, dass sich die EU in ihrer Energiesicherheit von Russland abhängig mache. "Im Ergebnis untergraben Firmen, die den Bau beider Pipelines unterstützen, aktiv die Sicherheit der Ukraine und Europas." Der Botschafter droht: "Wir betonen, dass Firmen, die sich im russischen Energieexportsektor engagieren, sich an etwas beteiligen, das ein erhebliches Sanktionsrisiko nach sich ziehen könne."

Die Briefe verschickte Grenell nach Recherchen der "Bild am Sonntag" wohl in Abstimmung mit verschiedenen US-Behörden an mehrere deutsche Konzerne. Im Auswärtigen Amt stießen die Briefe demnach auf Unverständnis, Grenells Vorgehen entspreche nicht den diplomatischen Gepflogenheiten. Offiziell hat sich das Ministerium jedoch noch nicht geäußert. Ein Sprecher Grenells sagte der Zeitung, der Brief sei nicht als Drohung aufzufassen, "sondern als klare Botschaft der US-Politik".

kko

insgesamt 459 Beiträge
noalk 13.01.2019
1. Es ist also keine Drohung
Sondern eine "klare Botschaft der US-Politik". Was lernen wir daraus? Wenn Trump droht, ist das harmlos. Schickt er eine Botschaft, sollte man sehr vorsichtig sein und kuschen. Was erlauben Trump? Es ist an der Zeit, [...]
Sondern eine "klare Botschaft der US-Politik". Was lernen wir daraus? Wenn Trump droht, ist das harmlos. Schickt er eine Botschaft, sollte man sehr vorsichtig sein und kuschen. Was erlauben Trump? Es ist an der Zeit, über Sanktionen gegen die USA nachzudenken.
Zukunft3.0 13.01.2019
2.
Was bilden sich die USA eigentlich ein. Würde sich Europa in deren Geschäfte einmischen, würden sie sich das verbieten. Wir sollten langsam anfangen auf eigenen Füßen zu stehen. Man soll zwar Gleiches nicht mit Gleichem [...]
Was bilden sich die USA eigentlich ein. Würde sich Europa in deren Geschäfte einmischen, würden sie sich das verbieten. Wir sollten langsam anfangen auf eigenen Füßen zu stehen. Man soll zwar Gleiches nicht mit Gleichem vergelten, aber Gründe die USA mit Sanktionen zu belegen hätten wir genug. Wie lange will Europa/Deutschland sich das noch bieten lassen. Als erstes den Botschafter einbestellen und abmahnen.
mannakn 13.01.2019
3. Wenn Herr Grenell...
...nicht in der Lage ist seinen Job nach allgemeinen diplomatischen Gepflogenheiten zu erledigen und sich statt dessen wie Trumps Kampfhund benimmt, sollter bitte unser Land verlassen, und zwar je schneller desdo besser.
...nicht in der Lage ist seinen Job nach allgemeinen diplomatischen Gepflogenheiten zu erledigen und sich statt dessen wie Trumps Kampfhund benimmt, sollter bitte unser Land verlassen, und zwar je schneller desdo besser.
w.hoffmann 13.01.2019
4. Wehret den Anfängen!
Bevor es noch mehr Theater um den Botschafter gibt, MUSS unverzüglich seine Ausweisung erfolgen und ein unmißverständliches Zeichen gegen Trumps Wirtschafts-Imperialismus gesetzt werden!
Bevor es noch mehr Theater um den Botschafter gibt, MUSS unverzüglich seine Ausweisung erfolgen und ein unmißverständliches Zeichen gegen Trumps Wirtschafts-Imperialismus gesetzt werden!
espressotime 13.01.2019
5.
Der hat seit Anfang an für Spannungen gesorgt und würde mich auch nicht wundern wenn er der Drahtzieher ist für politische Unruhen in Deutschland um EU. Also bitte per one way ticket nach Hause schicken.
Der hat seit Anfang an für Spannungen gesorgt und würde mich auch nicht wundern wenn er der Drahtzieher ist für politische Unruhen in Deutschland um EU. Also bitte per one way ticket nach Hause schicken.
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