Politik

Führungsdebatte

SPD-Frauen fordern Doppelspitzen quer durch die Partei

Wer führt künftig die Sozialdemokraten? Die Frauen in der SPD wollen nach SPIEGEL-Informationen überall in der Partei Frau-Mann-Duos schaffen - vom Ortsverein bis in die Spitze.

Filip Singer / EPA-EFE / REX

Die SPD-Interimsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig und Malu Dreyer (r.) stehen unter Druck

Freitag, 14.06.2019   04:44 Uhr

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) fordert, ab sofort sämtliche Gliederungen der SPD von je einem Mann und einer Frau führen zu lassen. Das Prinzip müsse in der Parteisatzung verankert werden und künftig "auf allen politischen Ebenen" der Partei gelten, heißt es in einem ASF-Beschluss. Die Doppelspitze solle "vom Ortsverein über die Kreisverbände, Bezirksverbände und Landesverbände bis hin in die Bundestagsfraktion Regel sein", sagte die Vorsitzende der ASF, Maria Noichl, dem SPIEGEL.

Die Sozialdemokratinnen erhöhen damit den Druck auf die Interimsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, Malu Dreyer und Manuela Schwesig. Das Trio will am Montag mit dem Parteipräsidium Beratungen über das Verfahren zur Kür der künftigen SPD-Spitze führen; am 24. Juni soll es der Vorstand beschließen.

Der Ruf nach Doppelspitzen ist parteiintern umstritten. Im Landesverband Nordrhein-Westfalen gilt die Idee als problematisch; auch der Hesse Schäfer-Gümbel warnte kürzlich, Doppelspitzen seien kein Selbstzweck.

Die ASF fordert in ihrem Beschluss zudem eine Urwahl für die Parteispitze allein durch SPD-Mitglieder, getrennte Geschlechterlisten sowie eine Bewerbungsfrist für Kandidatinnen und Kandidaten. Ein Vorziehen des für Anfang Dezember geplanten Parteitags lehnt die ASF ab.



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vme

insgesamt 90 Beiträge
chainso 14.06.2019
1. solange die SPD politik gegen die eigenen wähler macht
können sie soviele doppelspitzen einsetzen wie sie wollen, es wird nichts nützen. den deutschen billiglöhnern und sozialleistungsempfängern setzt man tagtäglich mehr konkurrenten aus absurdistan entgegen. der ehemalige [...]
können sie soviele doppelspitzen einsetzen wie sie wollen, es wird nichts nützen. den deutschen billiglöhnern und sozialleistungsempfängern setzt man tagtäglich mehr konkurrenten aus absurdistan entgegen. der ehemalige SPDwähler könnte das gefühl haben, die SPD will ihn wegmobben.
hausfeen 14.06.2019
2. Ganz genau. Und an der Spitze wären Yasmin Fahimi und ...
... Dr. Karamba Diaby der mutigste Aufreger überhaupt. Dabei perfekt. Ost und West, Mann und Frau. Und beide keine Seeheimer. Kühnert sehe ich für lange Zeit nur als Jusovorsitzender. Allerdings sollte die SPD zwingend den [...]
... Dr. Karamba Diaby der mutigste Aufreger überhaupt. Dabei perfekt. Ost und West, Mann und Frau. Und beide keine Seeheimer. Kühnert sehe ich für lange Zeit nur als Jusovorsitzender. Allerdings sollte die SPD zwingend den Jusos gute Positionen auf ihren Listenplätzen. quer durch alle Parlamente, anbieten. Kühnerts Zeit kommt, wenn die SPD sich inhaltlich erneuert und die Seeheimer auf dei Hinterbänke vertrieben hat. Also vielleicht nie.
helle_birne 14.06.2019
3. Ich (als Mann) finde diese Vorschlage der Arbeitsgemeinschaft Sozial-
demokratischer Frauen durchweg sehr gut. Auch die SPD war bisher - allen öffentlichen Lippenbekenntnissen zum Trotz - ein sexistischer Altmännerverein. Der genau von diesen sexistischen alten Männern erzwungene Rücktritt von [...]
demokratischer Frauen durchweg sehr gut. Auch die SPD war bisher - allen öffentlichen Lippenbekenntnissen zum Trotz - ein sexistischer Altmännerverein. Der genau von diesen sexistischen alten Männern erzwungene Rücktritt von Andrea Nahles von der Parteispitze könnte so ungewollt der Anlaß für fortschrittliche Reformen in Richtung strikter Geschlecherparität sein, allerdings muß auch das dritte Geschlecht angemessen berücksichtigt werden, also etwa 45%:45%:10%. Außerdem muß es Quoten für weitere diskriminierte Minderheiten wie vor allem Menschen mit Migrationshintergrund und junge Menschen geben. Ansonsten wird die SPD untergehen. Und den alten weißen heterosexuellen Männern, denen das nicht passt, können sich ja der AfD anschließen und mit denen in der Bedeutungslosigkeit verschwinden ...
bodoho 14.06.2019
4. Ob das eine gute Idee ist?
Eins sollte man in der heutigen Zeit berücksichtigen... Nach der Doppelspitze folgt die Inkludierte und Diverse Viererspitze, in der sich dann alle Quotenwahnverliebten endlich wiederfinden.
Eins sollte man in der heutigen Zeit berücksichtigen... Nach der Doppelspitze folgt die Inkludierte und Diverse Viererspitze, in der sich dann alle Quotenwahnverliebten endlich wiederfinden.
sunshine422 14.06.2019
5. Ich denke an mindesten eine 4 - er
Spitze. Weil ich finde die Hautfarbe, die sexuelle Ausrichtung und auch Dritte müssen berücksichtigt werden. Auch die diversen Alterschichten müssen entsprechend repräsentativ vertreten sein und nicht zu vergessen die [...]
Spitze. Weil ich finde die Hautfarbe, die sexuelle Ausrichtung und auch Dritte müssen berücksichtigt werden. Auch die diversen Alterschichten müssen entsprechend repräsentativ vertreten sein und nicht zu vergessen die verschiedenen Flügel der SPD. Weisse Männer über 50, die immer gearbeitet haben und fleißig Steuern gezahlt haben, ist der Zugang natürlich zu verweigern, weil die sind alleiniglich Schuld an allem Übel. ( Ironie OFF) . Mal im Ernst, ich bin für Gleichberechtigung ohne Wenn und Aber. Aber ist es nicht auch diskriminierend jemand auf Grund des Geschlechts den Job nicht zu geben, obwohl er/sie/es ( hoffe es ist Gendergerecht ) am besten Qualifiziert ist ? Nun mir scheint, die Qualifikation ist nur noch sekundär wichtig. Hauptsache kein weisser Hetero mit Job und Ausbildung. Habe fertig

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