Politik

Nach Nahles-Rücktritt

NRW-SPD will Bundesparteitag nicht vorziehen

Trotz des Rücktritts von SPD-Chefin Nahles ist der Landesvorstand in Nordrhein-Westfalen dagegen, den Bundesparteitag eher abzuhalten. Die Partei brauche die Zeit bis zum geplanten Termin im Dezember.

Michael Kappeler/dpa

Nach dem Rücktritt von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles brauche die Partei aus Sicht des NRW-Landesverbands Zeit zur Beratung

Freitag, 07.06.2019   23:10 Uhr

Die nordrhein-westfälische SPD hat sich trotz des Rücktritts von Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles gegen einen vorgezogenen Bundesparteitag ausgesprochen. Der Parteitag solle wie geplant im Dezember abgehalten werden, hieß es in einem am Freitag vom NRW-Landesvorstand in Düsseldorf beschlossenen Brief an das kommissarische SPD-Führungstrio in Berlin.

"Wir wissen, wir brauchen Zeit zur inhaltlichen Beratung, Entscheidung und befürworten daher den Parteitag im Dezember 2019", hieß es darin. Auf dem Parteitag müsse aber wie geplant die Arbeit der Großen Koalition bewertet werden. Dabei müssten Befürworter und Kritiker einbezogen werden.

Zugleich forderte der mitgliederstärkste SPD-Landesverband eine frühzeitige Einbeziehung der Mitglieder auch bei Personalfragen. Einen Vorschlag, wer die Führung der SPD übernehmen sollte, machte der Vorstand nicht.

SPD und Union hatten bei der Europawahl massive Einbußen erlitten. Am vergangenen Sonntag kündigte Nahles ihren Rücktritt an und brachte damit auch das schwarz-rote Bündnis ins Wanken. Die Wahlperiode läuft eigentlich noch bis 2021.



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lie/dpa

insgesamt 8 Beiträge
fuchsi 08.06.2019
1. Alle Zeit der Welt
scheint die SPD zu haben. Problem nur, dass es sie vielleicht im Dezember gar nicht mehr bundesweit gibt, wenn sie aus den drei Landtagen im Osten rausgeflogen sein wird. Begreifen die denn nicht, sofort raus aus de Groko, sich [...]
scheint die SPD zu haben. Problem nur, dass es sie vielleicht im Dezember gar nicht mehr bundesweit gibt, wenn sie aus den drei Landtagen im Osten rausgeflogen sein wird. Begreifen die denn nicht, sofort raus aus de Groko, sich auf ça. 10% einstellen und dann die Rolle einnehmen, die jahrelang die FDP hatte: Zünglein an der Waage. Denn nachdem es im Herbst zu den ersten CDU AfD Koalitionen gekommen sein wird, ist Schwarz-Grün erledigt und die Groko auch. Endlich. Ohne Sozialdemokratie vertritt niemand die Arbeitnehmerrechte in der sich abzeichnenden prekär-digitalen Arbeitswelt.
Fuscipes 08.06.2019
2.
Übergangsweiterloosung einer Winner von hinten Partei,- da kommt auch nichts mehr.
Übergangsweiterloosung einer Winner von hinten Partei,- da kommt auch nichts mehr.
pandora14 08.06.2019
3. Habe gelesen,
die brandenburger SPD schlägt Sarrazin als Kandidaten vor. Meine Stimme wäre dann für diese SPD.
die brandenburger SPD schlägt Sarrazin als Kandidaten vor. Meine Stimme wäre dann für diese SPD.
angstSPD 08.06.2019
4. Zu allem unfähig
Tja, so ist sie die SPD. Anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen, um sich vom Klotz der GroKo zu lösen und zügig die Situation neu zu bewerten, will der größte und lahmste Landesverband noch einmal ein halbes Jahr lang wie [...]
Tja, so ist sie die SPD. Anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen, um sich vom Klotz der GroKo zu lösen und zügig die Situation neu zu bewerten, will der größte und lahmste Landesverband noch einmal ein halbes Jahr lang wie geplant warten. Die CDU wird aufatmen und sich bei diesen Sozen bedanken. Denn sie sind es, die der CDU so die notwendige Zeit geben, um sich klug aufzustellen. Derzeit aber steht die CDU ohne Hosen da. #dankeSPD #dankeCDU Fridays for Future macht weiter!
querulant_99 08.06.2019
5.
Warum nutzt man den Parteitag nicht einfach mal zur Meinungsbildung, wie es thematisch mit der SPD weitergehen soll, anstatt die Mitglieder nur noch die im Vorstand vorab festgezurrten Beschlüsse abzusegnen zu lassen?
Warum nutzt man den Parteitag nicht einfach mal zur Meinungsbildung, wie es thematisch mit der SPD weitergehen soll, anstatt die Mitglieder nur noch die im Vorstand vorab festgezurrten Beschlüsse abzusegnen zu lassen?

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