Politik

Einen Monat vor Thüringen-Wahl

Morddrohung gegen CDU-Spitzenkandidat Mohring - LKA ermittelt

Thüringens CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring wird auf einer Postkarte ein Kopfschuss angedroht. Das sei eine "neue Qualität", heißt es in der Landes-CDU. Doch auf der Karte steht noch mehr.

Martin Schutt/DPA

CDU-Politiker Mike Mohring: Morddrohungen hätten eine neue Qualität

Donnerstag, 26.09.2019   20:27 Uhr

Per Postkarte war die Morddrohung gegen den CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring in der thüringischen Parteizentrale eingegangen - nun hat das Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernommen. Das sagte eine LKA-Sprecherin. Wegen der laufenden Verfahren wollte die Behörde zunächst keine weiteren Details nennen.

Thüringens CDU-Generalsekretär Raymond Walk ging davon aus, dass das Drohschreiben indirekt Bezug auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) nimmt. Zuvor hatte die "Bild" darüber berichtet. Auf der Karte steht, Mohring sei "Nummer zwei, die demnächst einen Kopfschuss" erhalte.

Der CDU-Politiker Walter Lübcke war am 2. Juni auf der Terrasse seines Hauses mit einem Kopfschuss getötet worden. Die Ermittler gehen von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus. Der 45-jährige Stephan Ernst hatte die Tat zunächst gestanden, später aber sein Geständnis widerrufen.

Mohring will sich nicht einschüchtern lassen

Walk sagte, diese Drohung habe eine neue Qualität, die CDU nehme sie sehr ernst. Aufgrund des Inhalts der handschriftlich verfassten Karte vermutet er Bezüge zur Reichsbürgerszene. Auf der Postkarte wird Mohring unter anderem heftig wegen seines christlichen Glaubens angegriffen. Außerdem wird die Bundesrepublik Deutschland als "Unrechtsstaat" bezeichnet.

Unterdessen kündigte Mohring an, sich nicht von der Drohung einschüchtern zu lassen. "Mike Mohring hat sich dazu entschieden, weiterzumachen wie bisher", sagte Walk. Der CDU-Fraktions- und Landesparteichef Mohring befindet sich derzeit in der heißen Phase des Wahlkampfes. In Thüringen wird am 27. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Laut Walk wurden Schutzmaßnahmen der Polizei für den Politiker verstärkt.

Zuspruch erhält Mohring unter anderem von der Vorsitzenden der Bundestagsfraktion der Grünen. Katrin Göring-Eckardt rief bei Twitter dazu auf, gegen Rechtsextremismus zusammenzustehen, "ungeachtet aller politischen Differenzen, alle gemeinsam, alle zusammen".

mst/dpa

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