Reise

Mobile Schwitzkabinen

Jetzt richtig die Sauna rauslassen

Transpiration kommt zwar nicht von Transport, dennoch haben Sauna-Freunde mobile Schwitzkabinen entwickelt. Hier sind die originellsten.

Kevin Scott/ goCstudio
Sonntag, 05.02.2017   19:16 Uhr

Budapest ist mit seinen großen Thermalbädern ohnehin ein beliebtes Ziel für Städtereisende mit Wellness-Bedürfnis. Wer aber einen Spaziergang entlang der Donau macht, könnte eine winzige Wohlfühloase glatt übersehen: Am Sztehlo-Gabor-Ufer, einer ziemlich stark befahrenen Straße mitten in der Stadt, steht ein weißer alter Bus, der zu einer mobilen Sauna umgerüstet wurde.

An den meisten Fenstern haften gelbe Folien, doch die hinteren Scheiben des Fahrzeugs sind bloß beschlagen. Schemenhaft erkennt man im Inneren Leute, die nicht mehr tragen als einen Bikini oder ein Handtuch um die Hüften.

Die fahrbare Sauna wurde dort hingestellt von der unabhängigen Bürgerinitiative Valyo. Sie setzt sich dafür ein, die Ufer der Donau wieder lebendiger zu gestalten, denn an vielen Stellen rasen nur noch Autos über Hauptverkehrsstraßen.

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Mobile Sauna-Konzepte: Nah am Wasser geschwitzt

"Du hast aus der Sauna den perfekten Blick auf die Donau und eines der bekanntesten Gebäude von Budapest - das Parlament", heißt es auf der Valyo-Website, über die man auch ein Zeitfenster zum Saunieren buchen kann. Eineinhalb Stunden lang darf man den Sauna-Bus nutzen, in den sechs Personen hineinpassen. Dafür werden 14.000 ungarische Forint (umgerechnet rund 45 Euro) als Spende fällig.

Besonderen Luxus bekommt man für sein Geld nicht - es gibt aber immerhin eine Umkleidekabine und eine Dusche im Bus. "Genieße die einzige Sauna im öffentlichen Raum von Budapest mit deinen Freunden", schreiben die Macher auf ihrer Website. "Ihr könnt hier über die wichtigen Dinge des Lebens nachdenken, ausruhen und Spaß haben!" Gratis dazu gibt es: das Flussufer als Wintererlebnis.

Eine See-Sauna-Fahrt, die ist lustig

Nicht nah am Wasser, sondern fürs Fahren auf dem Wasser ist eine mobile Sauna gebaut, die im vergangenen Jahr auf einem See in Seattle schipperte. Anders als der Budapester Schwitzbus zeichnet sich die sogenannten WA Sauna durch ein ziemlich schickes Design aus. Wasserfestes Sperrholz für die Außenwände, Fichte für die Innenausstattung samt der Bänke - die Architekten von GoC Studio aus Seattle wollten es möglichst natürlich.

Nach einer Schwitzpartie neben dem Ofen erlaubt der Steg den Sprung in den kühlen See. Oder ein Sonnendeck das Bräunen. Die Schwimmsauna gleitet auf 28 Plastikfässen über das Wasser und wird durch drei 12-Volt-Batterien angetrieben.

"Der skandinavischen Saunatradition folgend, soll unsere WA Sauna ein Ort sein, an dem man sich trifft", sagen die Designer. Es gehe um ein "besonderes Gemeinschaftserlebnis auf dem Wasser". Auch hier haben sechs Menschen Platz.

Mehr mobile Sauna-Konzepte sehen Sie in diesem Artikel:

In Finnland, dem Epizentrum der Schwitzkultur, gibt es ebenfalls Saunen, die sich bewegen: umgebaute Bauwagen in Helsinkis Straßen etwa, eine schwimmende Hütte auf dem See der Hauptstadt - oder sogar die Saunagondel von Ylläs. Dort haben die Gäste 15 Minuten Zeit für eine Runde und fahren dabei bis auf 718 Meter hoch.

Ein ganz anderes Kaliber als solche Mikro-Lösungen ist dieser Neubau: Am Ufer des Finnischen Meerbusens in Helsinki machte 2016 die Design-Sauna Löyly auf, die ein bisschen an ein wunderschönes Raumschiff aus Holz erinnert.

Natürlich haben es viele Finnen nicht nötig, so eine öffentliche Wellness-Anstalt zu besuchen, denn die meisten von ihnen haben einen Dampfraum in den eigenen vier Wänden. Am 11. März sind viele Privatsaunen in Helsinki sogar für jedermann zugänglich - dann zelebrieren die Finnen den Sauna Day. "Jeder kann mitmachen", schreibt die Stadt Helsinki. Einzige Voraussetzung? "Dass kein Eintritt verlangt wird."

jus

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