Reise

Abgesagte Flüge nach Kairo

Verwirrung um Flugsicherheit

Wie sicher sind Flüge nach Ägypten? Die Lufthansa steuert nach einem kurzfristigen Stopp Kairo wieder an. British Airways setzt die Flüge weiter aus. Zuletzt randalierten an dem Flughafen Hunderte Fußballfans.

imago images /Xinhua

Flughafen in Kairo

Montag, 22.07.2019   16:52 Uhr

Nachdem die Lufthansa am Samstag aus Sicherheitsgründen zwei Flüge von Frankfurt und München in die ägyptische Hauptstadt Kairo gestrichen hat, sind die genauen Gründe für die Entscheidung weiterhin nicht bekannt. "Es gab eine unklare Sicherheitslage in Kairo", sagte ein Lufthansa-Sprecher auf Anfrage des SPIEGEL am Montag, ohne weitere Details zu nennen.

Anders als die Fluggesellschaft British Airways (BA), deren Flugzeuge Kairo auch in den kommenden Tagen nicht ansteuern werden, hat die Lufthansa den Flugbetrieb am Sonntag bereits wieder aufgenommen.

Warum die britische Fluglinie entschieden hat, Flüge eine Woche lang auszusetzen, ist ebenfalls nicht im Detail bekannt. Die Sicherheit der Passagiere und der Crewmitglieder habe oberste Priorität, hieß es. Der zuständige Regionaldirektor der Airline, Sherif Barsoum, sagte in einem Interview mit ABC News, dass ein britisches Team erst in der vergangenen Woche den Flughafen inspiziert habe. Dabei habe man nichts Alarmierendes gefunden.

Randalierende Fußballfans am Kairoer Flughafen

Fest steht: Die Regierung in London ist bereits seit Jahren sehr vorsichtig, was die Sicherheitslage im Luftverkehr von und nach Ägypten angeht. Das britische Außenministerium weist in seinen Reisewarnungen für Ägypten auf eine erhöhte Terrorismusgefahr im Luftverkehr hin. Im Oktober 2015 war es in Ägypten zu einem schweren Terroranschlag auf einen russischen Ferienflieger gekommen. Nach der Explosion einer versteckten Bombe stürzte dieser auf dem Flug von Scharm al-Scheich nach St. Petersburg über der Sinai-Halbinsel ab, alle 224 Menschen an Bord wurden getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte den Anschlag für sich. Direktflüge von Großbritannien ins beliebte Ferienziel Scharm al-Scheich an der Südspitze des Sinai sind seither ausgesetzt.

Das Auswärtige Amt in Berlin wiederum warnt aktuell für Ägypten vor Reisen in den Nordsinai, in das ägyptisch-israelische Grenzgebiet (mit Ausnahme von Taba) und entlegene Gebiete der Sahara. Im Norden der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu Terroranschlägen und Entführungen. Auf eine Erhöhung der Bedrohungslage für die Zivilluftfahrt in Ägypten habe die Bundesregierung keine Hinweise, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Und weiter: "Bei der Entscheidung, die Flüge am vergangenen Samstag auszusetzen, handelte es sich um eine autonome Entscheidung der Lufthansa aufgrund eigener Sicherheitserwägungen."

Für Chaos am Kairoer Flughafen sorgten laut ägyptischen Medienberichten offenbar am Samstag mehrere Hundert wegen Flugverspätungen randalierende algerische Fußballfans. Am Abend zuvor hatte Algeriens Nationalmannschaft das Finale des Afrika Cups, des afrikanischen Pendants zur Europameisterschaft, in Kairo gegen die Mannschaft aus dem Senegal gewonnen. Offenbar hatten viele kein Rückflugticket und wurden schließlich mit ägyptischen Militärmaschinen und algerischen Verkehrsfliegern ausgeflogen.

ele

insgesamt 3 Beiträge
murksdoc 23.07.2019
1. Dritte Welt
So ist die Dritte Welt. Da kann man Flugpassagiere mit Militärmaschinen befördern. In der Ersten Welt (bei uns) müssen Militärangehörige mit Chartermaschinen fliegen.
So ist die Dritte Welt. Da kann man Flugpassagiere mit Militärmaschinen befördern. In der Ersten Welt (bei uns) müssen Militärangehörige mit Chartermaschinen fliegen.
dschungelmann 24.07.2019
2. Wer dieser brutalen, unmenschlichen Diktatur....
auch noch Geld gibt und wegsieht muss halt das Risiko tragen vom Widerstand getötet zu werden. So ist das mit Geiz ist geil. Das Gebiet Hurghada /Safarga ist ein Hochsicherheitsgefängnis, zu dem die eigenen Landsleute im eigenen [...]
auch noch Geld gibt und wegsieht muss halt das Risiko tragen vom Widerstand getötet zu werden. So ist das mit Geiz ist geil. Das Gebiet Hurghada /Safarga ist ein Hochsicherheitsgefängnis, zu dem die eigenen Landsleute im eigenen Land kaum Zugang haben . Ein Getto der Geldbeschaffung des Diktators Al Sisi. So die Fakten . Viel Spass beim Verdrängen der Tatsachen.
Hans58 25.07.2019
3.
Bei uns nicht? So, so! Operation Libelle Tsumani Hilfsflüge usw. usf. Die randalierenden, ausgeflogenen Passagiere aus Algerien hatten noch nicht einmal ein Rückflugticket!!! Andere Passagiere wurden nicht von der [...]
Bei uns nicht? So, so! Operation Libelle Tsumani Hilfsflüge usw. usf. Die randalierenden, ausgeflogenen Passagiere aus Algerien hatten noch nicht einmal ein Rückflugticket!!! Andere Passagiere wurden nicht von der ägyptischen Luftwaffe "ausgeflogen"!

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