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Statistisches Bundesamt

Tourismus in Deutschland weiter auf Rekordkurs

Deutsche Urlaubsziele sind beliebt wie nie - vor allem bei Deutschen. Die Zahl der Übernachtungen zwischen Sylt und Alpen hat im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch erreicht.

DPA
Donnerstag, 09.02.2017   14:34 Uhr

Ob Nordseeinseln oder Neuschwanstein, ob Berlin oder Hamburg - das Reiseziel Deutschland ist beliebt wie noch nie. Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe zählten 2016 zusammen 447,3 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Das sind drei Prozent mehr als 2015.

"Damit stiegen die Übernachtungszahlen zum siebten Mal in Folge und erreichten einen neuen Rekordwert", erklärte das Statistische Bundesamt. Besonders bei den Deutschen selber steht der Urlaub in der Heimat hoch im Kurs: Hier nahm die Zahl der Übernachtungen um drei Prozent auf 366,5 Millionen zu, während die von Ausländern um rund ein Prozent auf knapp 81 Millionen kletterte.

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Ein Grund für den boomenden Deutschland-Urlaub sehen Experten in den vielen Krisenherden weltweit und zunehmenden Sicherheitsbedenken. So leidet etwa der Türkei-Tourismus unter Bombenanschlägen und der politischen Krise nach dem gescheiterten Militärputsch. Allerdings haben auch die Attentate von Würzburg und Ansbach im Sommer sowie der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz Sorgen vor Folgen für den Deutschland-Tourismus geweckt.

Verhaltene Erwartungen für 2017

Für 2017 erwartet die Branche eine weitere, aber geringe Steigerung an. "Wir rechnen mit einem Zuwachs zwischen 0 und 2 Prozent", sagte eine Sprecherin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), die im Ausland um Gäste wirbt. Es spreche für die Marke des Reiselands Deutschland, dass trotz schwieriger Bedingungen etwa im Zusammenhang mit der Terrorgefahr wieder mehr Gäste gekommen sind.

Die eher verhaltenen Erwartungen für 2017 begründete die DZT mit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen in wichtigen Quellmärkten wie Brasilien oder Russland sowie der Zurückhaltung vieler asiatischer Touristen, die sehr sensibel auf die Terrorgefahr reagierten. "Deutschland wird hier stark im europäischen Zusammenhang gesehen." Auf der anderen Seite könne man unter anderem mit dem Lutherjahr, der Weltkunstausstellung documenta in Kassel oder der fertiggestellten Elbphilharmonie punkten.

"Wir gehen davon aus, dass wir auch 2017 im europäischen Vergleich Spitze bleiben", erklärte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer, in einer Mitteilung. Er verwies auf die "enorme Wirtschaftskraft" der Branche mit 2,9 Millionen Arbeitsplätzen. "Das ist das gemeinsame Verdienst vieler klein- und mittelständischer Unternehmen und Tourismusorganisationen im Land", erklärte Meyer.

abl/dpa

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