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Umfrage

Jeder Dritte sieht Griechenland als Urlaubsziel kritischer

In Athen auf die Akropolis klettern oder auf Kreta am Strand liegen - eigentlich lieben die Deutschen Urlaub in Griechenland. Doch wegen der Finanzkrise überlegen sich viele zweimal, ob sie in das Mittelmeerland reisen.

AP

Santorin: Zwölf Prozent der Befragten würden gerade jetzt nach Griechenland reisen

Mittwoch, 01.07.2015   15:00 Uhr

Nach fünf Jahren Rezession und dem Chaos der vergangenen Monate ist die griechische Wirtschaft schwer angeschlagen. Der Tourismus ist einer der letzten Lichtblicke: 24,5 Millionen Urlauber reisten im vergangenen Jahr in das Mittelmeerland, so viele wie noch nie. Rund jeder Zehnte davon war ein Deutscher, ebenfalls ein Rekord.

Doch aufgrund des Wiederaufflammens der Finanzkrise in diesem Jahr sehen viele Deutsche Griechenland als Reiseziel skeptischer. In einer Umfrage des PR-Verbandes GPRA, die SPIEGEL ONLINE exklusiv vorliegt, geben 37 Prozent der Befragten an, wegen der Finanzkrise sei die Chance gesunken, dass sie in Griechenland Urlaub machen werden.

Nur zwölf Prozent sagen, in der aktuellen Situation würden sie in Athen, Rhodos und Co. sogar eher Urlaub machen als sonst - etwa um die Wirtschaft und die Menschen des Landes zu unterstützen oder weil sie sich gerade jetzt ein Schnäppchen erhoffen. Die restlichen 48 Prozent sagen, die Finanzkrise habe keinerlei Einfluss auf ihre Urlaubsplanung.

Dass ein bereits gebuchter Pauschalurlaub in Griechenland storniert wird, kommt nach Aussage mehrerer Reiseveranstalter bislang kaum vor. Auch "gibt es keine Indizien dafür, dass sich zurzeit das Buchungsverhalten der Kunden ändert", sagte die Sprecherin des Reiseveranstalters TUI, Anja Braun. Für die Sommersaison 2015 liege Griechenland sogar im leichten Plus zum Vorjahr.

Schlangen vor Geldautomaten könnten abschrecken

Jüngere Menschen sind laut der Umfrage eher bereit, in der aktuellen Situation in das Wirtschaftskrisenland zu reisen. 18 Prozent der 20- bis 29-Jährigen können sich zurzeit einen Griechenland-Urlaub eher vorstellen, aber nur elf Prozent der Über-60-Jährigen.

Für die Erhebung hat das Institut Mentefactum mehr als 1000 Deutsche ab 14 Jahren in der vergangenen Woche befragt. Zum Zeitpunkt der Umfrage erschien eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern und zumindest eine Unterbrechung der akuten Krise noch möglich. In dieser Woche musste die griechische Regierung Banken schließen und ein Tageslimit für Geldabhebungen von 60 Euro einführen, was das Leben vieler Griechen stark beeinträchtigt.

Touristen sind von dem Limit zwar ausgenommen, auch sind lange Schlangen vor Geldautomaten bislang ausgeblieben. Dennoch rät das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen für Griechenland, ausreichend Bargeld in den Urlaub mitzunehmen.

ade

insgesamt 5 Beiträge
ginger64 01.07.2015
1. .
Möchten Sie nicht lieber das "Jede Dritte sieht Griechenland als Urlaubsziel kritischer" in der Titelzeile durch JEDER DRITTE sieht... ersetzen? ;-))
Möchten Sie nicht lieber das "Jede Dritte sieht Griechenland als Urlaubsziel kritischer" in der Titelzeile durch JEDER DRITTE sieht... ersetzen? ;-))
Hamberliner 01.07.2015
2. nomen est omen
Als ich im Hafen von Mitilini aus der Fähre gestiegen war und genüsslich am Hafenbecken beim üppigen Frühstück saß fiel mir auf, dass auf dieser Insel ungewöhnlich viele Urlaubspersonen weiblich sind und paarweise [...]
Zitat von ginger64Möchten Sie nicht lieber das "Jede Dritte sieht Griechenland als Urlaubsziel kritischer" in der Titelzeile durch JEDER DRITTE sieht... ersetzen? ;-))
Als ich im Hafen von Mitilini aus der Fähre gestiegen war und genüsslich am Hafenbecken beim üppigen Frühstück saß fiel mir auf, dass auf dieser Insel ungewöhnlich viele Urlaubspersonen weiblich sind und paarweise händchenhaltend oder innig umschlungen ihres Wegs gehen. Woran mag das nur liegen? grübel-grübel...
manicmecanic 01.07.2015
3. Griechenland schon lange nicht mehr
Ein Land in dem man ständig von mies gelaunten Gastronomiemitarbeitern wie ein Störfaktor behandelt wird,eher mittelmäßiger Qualität des Angebots,überall Geldgeier die einem z.Bsp. nachgereichtes Brot scheibenweise berechnen [...]
Ein Land in dem man ständig von mies gelaunten Gastronomiemitarbeitern wie ein Störfaktor behandelt wird,eher mittelmäßiger Qualität des Angebots,überall Geldgeier die einem z.Bsp. nachgereichtes Brot scheibenweise berechnen etc.Dann das eigentlich schöne Land was aber ÜBERALL gnadenlos zugemüllt wird weil es ja billiger ist als den Müll richtig zu entsorgen.Und nein meine Einschätzung entspricht den Tatsachen,nicht lange nach meinem letzten Urlaub da konnte man ein Interview des Tourismusministers lesen der tatsächlich einige der Punkte besonders die Mentalität der Angestellten in der Tourismusbranche kritisierte.Wer ähnliches Ambiente will aber mit rundum gutem Paket sollte bei den feindlichen Nachbarn sein Geld verspaßen.
karlsiegfried 02.07.2015
4. # 3 Kann ich nur bestätigen
Muss man nicht mehr hin. Preise satt, Leistung mies, Steuern bezahlen keine.
Muss man nicht mehr hin. Preise satt, Leistung mies, Steuern bezahlen keine.
phantom-x 02.07.2015
5. Jetzt Buchen
Solidarität zeigen und dem Land was gutes tun. Heute noch Buchen, für ein friedliches liebenswertes Europa. Hoppa!
Solidarität zeigen und dem Land was gutes tun. Heute noch Buchen, für ein friedliches liebenswertes Europa. Hoppa!

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