Reise

Extrem-Schlittenrennen Iditarod

Ein Mann, acht Hunde, 1600 Kilometer durch Alaska

Neun Tage Wildnis - der Iditarod stellt Mensch und Tier auf die Probe. Das längste Hundeschlittenrennen der Welt hat dieses Jahr ein Mann aus Alaska gewonnen. Herausfordernd war für die Musher das Wetter.

AP
Mittwoch, 13.03.2019   22:19 Uhr

Der US-Amerikaner Peter Kaiser hat den Iditarod, das längste Hundeschlittenrennen der Welt gewonnen. Neun Tage, zwölf Stunden und 39 Minuten nach dem Start in Anchorage erreichte der 31-Jährige aus Alaska mit seinen Hunden das Ziel: die Stadt Nome an der Beringsee, 1600 Kilometer entfernt vom Startpunkt. Das teilten die Veranstalter auf ihrer Webseite mit.

Den zweiten Platz, nur zwölf Minuten nach Kaiser, belegte der gebürtige Norweger Joar Leifseth Ulsom. Der 32-Jährige hatte im Vorjahr erstmals das Iditarod-Rennen gewonnen.

Fotostrecke

Iditarod 2019: Kaiser und sein tierisches Team

Das Iditarod wurde 1973 erstmals ausgetragen. Die Strecke führt die Teilnehmer durch die unberührte Natur Alaskas, die Musher - wie die Lenker eines Schlittenhundegespanns im Fachjargon heißen - sind weitgehend auf sich alleingestellt. Nur erfahrene Hundeführer dürfen teilnehmen.

Die Wetterkonditionen waren in diesem Jahr herausfordernd: Es war verhältnismäßig warm, es regnete gelegentlich und es fiel schwerer, nasser Schnee. Kaiser und seine Mitstreiter mussten sich streckenweise durch Pfützen und feuchte Gebiete kämpfen - an Stellen, die üblicherweise zu dieser Jahreszeit gefroren sind. So kam es, dass Kaisers Ergebnis von neuneinhalb Tagen im Vergleich so anderen Jahren eher langsam ist.

Der Iditarod-Rekord liegt bei acht Tagen, drei Stunden und 40 Minuten. Mitch Seavey stellte ihn vor zwei Jahren auf. Nur selten machen Nicht-Amerikaner den einheimischen Mushern den Sieg streitig.

Das Rennen findet in Erinnerung an eine Hundeschlitten-Expedition im Jahr 1925 statt. Damals wurde bei den Goldsuchern in Nome Diphterie diagnostiziert, ein Impfstoff zur Bekämpfung der Krankheit musste per Schlittenhund nach Nome gebracht werden.

In den vergangenen Jahren übten Tierschützer wie Peta immer wieder Kritik an den Rennen. Nach der Veröffentlichung der kanadischen Dokumentation "Sled Dogs" 2016 stellte ein wichtiger Sponsor des Rennens, die US-Bank Wells Fargo, nach 29 Jahren seine Unterstützung ein.

sth/jus/Reuters/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP