Reise

Drohnenfotografie

Wie gemalt

Ein Strand, Wellen, Sonnenschirme. Eigentlich nichts Besonderes - es sei denn, man betrachtet das Ganze aus der Luft: Genau das ist der künstlerische Ansatz der Fotografen JP und Mike Andrews. Hier sind ihre Bilder.

Abstract Aerial Art
Von
Mittwoch, 14.08.2019   13:04 Uhr

Orangefarbene Schlieren ziehen sich über einen blauen Hintergrund, mal kreisrund, dann wieder länglich und leicht verwischt. Was wie ein abstraktes Gemälde aussieht, ist eines der Fotos aus der Serie "Abstract Aerial Art" von JP und Mike Andrews und zeigt Abfälle aus dem Eisenbergbau, die in einem Lagerteich in Westaustralien schwimmen.

Als die beiden Brüder aus Wolverhampton 2016 für ein Jahr in Australien waren, kauften sie sich eine Drohne. Die ersten Flüge und Fotos mit ihr im Outback enthüllten ihnen eine Welt, die vom Boden aus verborgen bleibt. Sie waren begeistert und beschlossen, unter anderem auf ihrem Instagram-Account zu zeigen, wie wunderbar und faszinierend die Erde von oben aussehen kann.

Seitdem reisen sie quer über den Globus, von den Vereinigten Arabischen Emiraten über Belgien und Portugal bis nach Kanada - immer auf der Suche nach spannenden, vor allem abstrakten Ansichten. Bislang haben sie 18 Länder besucht. Jedes biete andere spannende Eindrücke aus der Luft, sagen sie. Am meisten habe sie bislang Island begeistert: "Die Landschaft dort ist wie nirgendwo sonst auf der Welt."

Fotostrecke

Sonnenschirme, Tulpenfelder und Minen: So sieht die Welt von oben aus

Ihre Fotos offenbaren bizarr aussehende Landformen und -strukturen, originelle Schattenspiele, ungewöhnliche Farben und symmetrische Muster. "Oft wirkt etwas vom Boden aus alltäglich, ist aber von oben gesehen sehr beeindruckend", sagen die Andrews. Selten handelt es sich dabei um touristische Hotspots. Manchmal sogar um das Gegenteil: Auch verlassene Minen, Austernzuchten oder Hafenanlagen präsentieren sie in ihren Fotos. "Wir wollen abgelegene Teile eines Landes zugänglich machen, die nur wenige zu Gesicht bekommen."

Die Brüder machen kein Geheimnis daraus, was und wo sie fotografieren. Sie versuchen, möglichst viele unterschiedliche Motive zu finden - nur zu Sumpfgebieten zieht es sie immer wieder. "Sie scheinen überall völlig anders zu sein und sind eine Garantie für ein ungewöhnliches Luftbild", sagen sie.

Auch wenn manche daran zweifeln, dass es sich um reale Orte handelt, so sei doch kein einziges Foto manipuliert oder montiert. Abgesehen von leichten Farb- und Kontrastverstärkungen bearbeiten die Brüder nicht nach. Sie bevorzugen bewölkte Tage: "Es ist erstaunlich, wie viele Probleme die Sonne uns bereitet - vor allem über Gewässern." Zu stark reflektiere hier das Licht. Deshalb fotografieren sie nur bei bedecktem Himmel oder kurz nach Sonnenaufgang.

Da es keine einheitlichen, weltweiten Vorschriften zur Nutzung von Drohnen gibt, müssen die beiden Brüder die Regeln des jeweiligen Landes kennen. Auch sonst sind alle ihre Bilder gründlich recherchiert und geplant, bevor die beiden sich zum eigentlichen Shooting aufmachen.

Dazu nutzen sie vor allem Google Maps, aber auch andere Karten- und Wetter-Apps, mit denen sie Flugroute, idealen Aufnahmeort und -zeit planen. "Das kann sich alles ändern, wenn wir die Drohne hochschicken - aber meistens fotografieren wir genau das Bild, das wir uns vorab überlegt haben."

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