Reise

Englische Seebäder

Volles Vergnügen

Verblasste Arkaden, betagte Fahrgeschäfte und überall Fish and Chips: Fotograf Rob Ball hat Badeorte vom Norden bis in den Süden Englands besucht und zeigt ihren besonderen Retrocharme.

Rob Ball/ Funland/ Hoxton Mini Press
Von
Mittwoch, 05.06.2019   14:34 Uhr

Familien picknicken am Strand, Kinder fahren Karussell, Liebespaare sonnen sich in Liegestühlen, Rentner fahren mit Elektromobilen durch die Flaniermeile: In farbenfrohen Fotos hat der Fotograf Rob Ball für seinen Bildband "Funland" knapp 30 englische Badeorte eingefangen.

Seit zehn Jahren besucht Ball Seebäder, die meisten seiner Bilder sind jedoch in den vergangenen zwei Jahren entstanden. Er fuhr von Arbroath im Nordosten bis Paignton im Südwesten Englands, wählte Orte aus, die besonders beliebt und etabliert sind. Der Fotograf lebt selbst auch am Meer und liebt die Atmosphäre der Küstenstädte - selbst wenn das Wetter mal schlecht ist.

Jeder Badeort hat seinen eigenen Charakter, der auch durch die jeweilige Geografie und die Nähe zu den jeweiligen größeren Städten bestimmt ist, die meist nicht mehr als eine Autostunde entfernt sind. Doch gleichzeitig finden sich laut dem Fotografen auch an allen Orten immer wiederkehrende Elemente wie Spielautomaten, Essensbüdchen oder Seebrücken.

Preisabfragezeitpunkt:
11.12.2019, 22:56 Uhr
Ohne Gewähr

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Ball, Rob
Funland: A Journey Through the British Seaside

Verlag:
Hoxton Mini Press
Seiten:
112
Preis:
28,83 €

Die erste Blütezeit mancher Seebäder begann im 18. Jahrhundert, die Reichen verbrachten an Orten wie Brighton ihre Ferien und erholten sich. Zahlreiche Küstenorte entwickelten sich nach und nach von armen Fischerdörfern zu beliebten Touristenorten. In den Vierzigerjahren gewannen laut Ball die Orte auch bei der arbeitenden Bevölkerung an Beliebtheit.

Doch als sich immer mehr Menschen eine Fernreise leisten konnten, verloren die Badeorte dem Fotografen zufolge an Bedeutung. Mittlerweile kommen allerdings wieder Touristen, viele Orte haben in den vergangenen Jahren ein überraschendes Comeback erlebt.

Fotostrecke

Brighton, Herne Bay und Paignton: Badeorte an Englands Küsten

Ball ging für sein Projekt von früh morgens bis spät abends an der Strandpromenade entlang auf der Suche nach geeigneten Motiven. Sein Ziel: die Seebäder so detailliert wie möglich festzuhalten. "Ich fotografierte alles, auch die Verkehrsschilder, den Müll auf dem Boden und die geparkten Autos."

Trotzdem setzte er den Schwerpunkt auf die Unterhaltungskultur und die künstlichen Elemente der Orte. Die grünen Hügel in der Umgebung, die steilen Kliffe oder Dünen lässt er außen vor. Er zeigt stattdessen verblasste Arkaden, abgenutzte Teppiche und in die Jahre gekommene Fahrgeschäfte - und den Retro-Charme der Küstenstädte.

Balls Favorit unter den Seebädern ist Great Yarmouth, besonders wegen der Spielhallen. Diesen und viele weitere Orte will er auch in Zukunft fotografieren - und beobachten, wie sie sich im Laufe der Jahre weiter verändern.

insgesamt 1 Beitrag
advpatty 05.06.2019
1. Martin Parr
Die Bilder sind wirklich gut, allerdings rate ich jedem, der das Thema auch mag und Bilder sehr bunt mag, eher zu Martin Parrs "Life's a Beach" - Das bringt nach meinem Geschmack mehr Gefühl mit.
Die Bilder sind wirklich gut, allerdings rate ich jedem, der das Thema auch mag und Bilder sehr bunt mag, eher zu Martin Parrs "Life's a Beach" - Das bringt nach meinem Geschmack mehr Gefühl mit.

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