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Gequält geschmeichelt

Gequält geschmeichelt
Der britische Premierminister David Cameron, 46, bekam Anfang vergangener Woche unwillkommenen Zuspruch. Am letzten Tag seiner Zentralasienreise traf er in Kasachstan Präsident Nursultan Nasarbajew, 73, um ein Handelsabkommen mit dem autoritären Herrscher zu unterzeichnen. Während der Pressekonferenz, bei der die Politiker eine "strategische Partnerschaft" der beiden Länder verkündeten, brachte Nasarbajew seinen Gast mit Schmeicheleien in Verlegenheit. Er habe Cameron beobachtet, sagte der Autokrat, und bewundere den Engländer für "die Art, wie er die Interessen der britischen Bürger in aller Welt" vertrete. "Ich würde ihn wählen", fügte der kasachische Politiker hinzu, dessen Sicherheitskräfte immer wieder der Verletzung von Menschenrechten beschuldigt werden. Cameron lächelte gequält und sagte: "Das wäre eine Stimme, dann brauche ich nur noch weitere 20 Millionen, und ich bin im Geschäft."

DER SPIEGEL 28/2013
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