DER SPIEGEL

HomeofficeÜberstunden von zu Hause aus

Rund ein Fünftel der Beschäftigten in mittleren und großen Unternehmen hat zumindest gelegentlich die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. So das Ergebnis einer Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei privaten Unternehmen mit über 50 Beschäftigten. Dabei weisen die Forscher auf einen erstaunlichen Zusammenhang hin: Homeoffice ersetzt nicht nur die Anwesenheit am Arbeitsplatz, sondern bedeutet häufig schlicht mehr Überstunden. Etwa 30 Prozent der Betriebe gaben an, Homeoffice anzubieten. Das Angebot betrifft 30 Prozent aller Angestellten, aber nur 2 Prozent aller Arbeiter in Mittel- und Großbetrieben. Zugleich zeigen Auswertungen des Sozio-oekonomischen Panels, dass jene, die über Heimarbeit von Mitarbeitern entscheiden, oft selbst zu Hause arbeiten – wenn auch zusätzlich zu ihrer Arbeit im Büro. Rund 65 Prozent der Beschäftigten, die zu Hause arbeiten und Überstunden machen, bekommen diese nicht oder nur teilweise ausgeglichen. "Damit wäre Heimarbeit in vielen Fällen gar keine Abkehr von der Präsenz im Betrieb, sondern lediglich eine Verlängerung der Arbeitszeit", so die IAB-Forscher.
Von Mad

DER SPIEGEL 33/2017
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