DER SPIEGEL

ThyssenKruppStahlfusion kurz vor dem Ziel

Die Verhandlungen zwischen dem indischen Industriegiganten Tata und ThyssenKrupp stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Bereits in den nächsten Wochen wollen die Unternehmen nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen ein Memorandum of Understanding abschließen, das bis Anfang nächsten Jahres ausverhandelt werden soll. Ziel ist der Zusammenschluss der europäischen Stahlsparten beider Unternehmen. Im Zentrum des Verbundes soll neben der Duisburger Stahlschmiede von ThyssenKrupp ein niederländisches Stahlwerk der Tata-Gruppe stehen. Die Gewerkschaften in Deutschland haben heftigen Protest angekündigt. Sie fürchten, dass ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger den Konzern mittelfristig komplett aus dem Stahlgeschäft zurückziehen könnte, und fordern Bestandsgarantien über Duisburg hinaus. Dagegen ist der Großaktionär Cevian Capital skeptisch, ob das Joint Venture weit genug geht, weil Thyssen im Zweifel weiter für Schulden und einen Teil der Pensionslasten von Tata geradestehen muss.
Von Fdo, und Mhs,

DER SPIEGEL 38/2017
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