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PersonalienGruß mit Piks

Amazon-Gründer Jeff Bezos, 53, bekam kürzlich einen mehr als sechs Meter hohen Kaktus geschenkt. Absender der Pflanze, lateinisch Carnegiea gigantea, war eine Gruppe Geschäftsleute aus Tucson, Arizona. Im Begleitschreiben hieß es, die Gabe solle Mr Bezos Aufmerksamkeit erregen. Angesichts der Ausmaße des Gewächses, das per Lkw nach Seattle in die Amazon-Zentrale geliefert wurde, könnte das gelungen sein. Herr Bezos solle wissen, dass sie für ihn und seine Firma in Arizona "auf lange Sicht Raum für Wachstum haben". Bezos hatte Anfang des Monats verkündet, sein Megaunternehmen suche einen Standort für einen Zweitsitz, und bat Städte in Nordamerika um Bewerbungen. Seither überschlugen sich Bürgermeister und andere Vertreter diverser Metropolen im Wettstreit um die Gunst von Amazon. Es geht um potenziell 50 000 Arbeitsplätze. In Deutschland verschenkt man traditionell keine Kakteen, es sei denn, um herzlicher Antipathie Ausdruck zu verleihen. Die Carnegiea gigantea wurde allerdings sowohl von der Gesellschaft Österreichischer Kakteenfreunde als auch von der Deutschen und der Schweizerischen Kakteen-Gesellschaft zum "Kaktus des Jahres 2017" gewählt.
Von Ks

DER SPIEGEL 55/2017
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