DER SPIEGEL

AntisemitismusbeauftragterRangelei in der Union

• Um das neue Amt des Antisemitismusbeauftragten ist ein Streit zwischen Bundesinnenminister Horst Seehofer und Kanzlerin Angela Merkel entbrannt. Der CSU-Mann beansprucht den Posten für sein neu geschaffenes Heimatministerium, die CDU-Frau will das Amt dagegen in der Regierungszentrale verankern. Unter jüdischen Organisationen wächst Unmut darüber, dass die prominente Personalie noch immer nicht entschieden ist. Favorit für den Posten ist Felix Klein, Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amts für die Beziehungen zu jüdischen Organisationen. Der Zentralrat der Juden hatte Klein für das neue Amt vorgeschlagen – trotz bekannterer Persönlichkeiten, die sich gegen Antisemitismus engagieren, wie der ehemalige Wehrbeauftragte Reinhold Robbe oder Volker Beck von den Grünen. "Ich freue mich über das Vertrauen, das der Zentralrat in meine Person hat", sagt Diplomat Klein. Im Bundestag plädieren einige Abgeordnete dafür, den Antisemitismusbeauftragten dem Parlament anzugliedern. "Nur so wäre seine maximale Unabhängigkeit garantiert", sagt der Grüne Sven-Christian Kindler.
Von CSC

DER SPIEGEL 13/2018
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