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Ein Spezialkondom zum Sammeln von Urin könnte Krankenhauspatienten das Anlegen eines Blasenkatheters durch die Harnröhre ersparen. Bei einem kontrollierten Vergleich beider Methoden stellten US-Mediziner von der University of Michigan Medical School nicht nur fest, dass die nur alle 48 Stunden zu wechselnden Silikonüberzieher für die Patienten angenehmer zu tragen waren. Auch das Risiko von Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten war um 80 Prozent reduziert. "Das ist eine der ganz simplen Geschichten, die Auswirkungen auf das Wohlergehen und die Sicherheit von vielen Klinikinsassen haben und die immer wichtiger werden, je älter die Bevölkerung wird", konstatiert Sanjay Saint, Leiter der Studie. Derzeit bekommt etwa jeder vierte US-Krankenhauspatient einen klassischen Blasenkatheter, die Prozedur wird vor allem von Männern oft als sehr unangenehm empfunden. Vorerst allerdings eignet sich die neuartige Methode auch nur für sie - für Frauen ist eine ähnlich schonende Technik noch nicht erfunden.

DER SPIEGEL 28/2006
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