DER SPIEGEL

INTERNETAus für Piraten

Auf dem Internet-Portal YouTube sind jede Menge Schnipsel zu sehen, deren Senderechte eigentlich im Besitz von Medienkonzernen sind. Die betrachten die Wiedergabe ihres Eigentums, etwa von Film- oder Konzertmitschnitten, nicht etwa als Werbung, sondern als Diebstahl. Das Medienunternehmen Viacom reichte im März Klage gegen Google ein und ließ nicht locker, auch nicht, als die Viacom-Videoschnipsel entfernt worden waren - Streitwert: eine Dreiviertelmilliarde Euro. Nun hat Google reagiert: Google-Chef Eric Schmidt erklärte kürzlich auf einer Medienausstellung in Las Vegas, die Suchmaschine stehe kurz davor, Werkzeuge zum Auffinden und Ausfiltern illegaler Mediendateien einzusetzen. "Claim Your Content" - etwa: Beanspruche deinen Inhalt - wird das neue System heißen, das die rechtmäßigen Besitzer von Web-Inhalten identifizieren und nichtautorisierte Veröffentlichungen verhindern soll. Für Künstler, die auf YouTube zu findende Mini-Mitschnitte ihrer Auftritte eher als Werbung begreifen, dürfte der bevorstehende Einsatz des Filters keine gute Nachricht sein.

DER SPIEGEL 17/2007
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