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Hamiltons Formel-1-Sieg in China

Der Tausendsassa

Wer soll Lewis Hamilton auf dem Weg zum sechsten WM-Titel stoppen? Das Rennen in China hat gezeigt, dass weder Teamkollege Valtteri Bottas noch Ferrari dazu in der Lage sind.

Getty Images

Lewis Hamilton

Von
Sonntag, 14.04.2019   13:03 Uhr

Tausendmal berührt: Der 1000. Grand Prix der Formel-1-Geschichte hatte nur einen wahren Aufreger zu bieten: In Runde 17 kam Max Verstappen nach dem ersten Boxenstop knapp hinter Vettel zurück auf die Strecke, der ebenfalls die Reifen gewechselt hatte. Drei Runden später startete der Niederländer ein Überholmanöver und versuchte, sich innen am Ferrari vorbeizuschieben, Vettel konnte seinen Platz jedoch schnell wieder einnehmen. Dies ging aber ohne Berührung einher - was zwischen beiden Fahrern nicht immer selbstverständlich ist. Im vergangenen Jahr kam es in China zu einer Kollision, als Verstappen Vettel in Runde 43 überholen wollte. Auch in diesem Jahr herrschte schon vor dem Rennen schlechte Stimmung: Bereits im Qualifying gerieten beide Fahrer aneinander.

Die Startaufstellung (Top Ten): Zeigte sich in perfekter Symmetrie, alle zehn ersten Fahrer starteten paarweise im Team: Mercedes - Ferrari - Red Bull - Renault - Haas. Das ist in der Formel-1-Geschichte erst einmal passiert. Erinnern Sie sich, wann genau? *

Das Ergebnis: Gab dem Spannungsbogen in Sachen Weltmeisterschaft einen Knick. Lewis Hamilton hat im Mercedes den Großen Preis von China vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas gewonnen. Nur Max Verstappen hatte keinen Sinn für die symmetrische Startaufstellung und schob sich zwischen Vettel und Charles Leclerc auf Platz vier. Hier geht's zum Rennbericht.

Machtdemonstration von der Startlinie: Die Entscheidung über den Rennsieg fiel kurz nach Erlöschen der Ampeln. Bottas verlor seine Führung noch vor der ersten Kurve an Hamilton, der im Training noch große Probleme mit seinem Auto gehabt hatte. Während die Mercedes-Fahrer vorne ungefährdet ihre Runden drehten, wurde Leclerc in der elften Runde per Team-Order angewiesen, Vettel vorbeizulassen. Bottas versuchte nach den ersten Boxenstopps, mit einigen schnellen Runden noch einmal Druck auf Hamilton auszuüben, das wehrte der fünffache Weltmeister souverän ab. Mercedes orderte in Runde 36 einen Doppelstopp an, der Abstand Hamiltons war groß genug, um die Führung zu behalten. Bottas fiel kurzzeitig hinter Leclerc auf Platz drei zurück, konnte aber schnell wieder die alte Position herstellen. Mercedes hatte alles im Griff.

Dan Istitene/Getty Images

Hamilton-Fans verfolgten den Großen Preis von Shanghai

Die WM-Wertung: Weltmeister Lewis Hamilton liegt nach dem 75. Sieg seiner Karriere mit nun sechs Punkten Vorsprung wieder an der Spitze der WM-Wertung vor seinem Team-Kollegen Bottas (62), Verstappen (39), Vettel (37) und Leclerc (36).

In Shanghai unschlagbar: Mit sechs Siegen in Shanghai ist Hamilton mit Abstand der Fahrer mit den meisten Siegen beim Großen Preis von China, der seit der Saison 2004 Bestandteil des Formel-1-Rennkalenders ist. Vettel konnte dort erst einmal gewinnen. 2009 siegte er mit Red Bull in Shanghai und bescherte seinem damaligen Rennstall den ersten Grand-Prix-Sieg. "Es war nicht das einfachste Wochenende. Wir wussten nicht, wo wir stehen, weil die Ferrari so schnell waren. Nach dem Start lief es für mich, der Rest ist Geschichte", sagte Hamilton nach dem Rennen.

150-mal um die Welt: Seit dem ersten Rennen 1950 in Silverstone legten alle Fahrer in allen Rennen zusammen 1,3 Millionen Runden zurück und umkreisten die Erde damit 150-mal. Weitere Persönlichkeiten, Zahlen und Kuriositäten aus 1000 Formel-1-Rennen können Sie in unserer Bildergalerie nachlesen:

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1000. Rennen: Die Formel 1 feiert Jubiläum

* Des Rätsels Lösung: Richtig ist: Im Grand Prix von Singapur 2011 starteten die ersten zehn Fahrer paarweise je Team. Damals noch mit Vettel und Mark Webber in den Red Bull in der ersten Reihe. Wenn Sie das wussten, haben Sie wirklich einige der vergangenen 1000 Rennen gesehen.

insgesamt 16 Beiträge
frank.huebner 14.04.2019
1. egal wer, Vettel wird es nicht
Bottas würde ich noch nocht abschreiben, auch die Red Bull oder Versappen haben ja noch Chancen. Kleine, aber sie sind. Vettel aber wird es sicher nicht. Der macht unter Druck zu viele Fehler, und das oft. War eh immer künstlich [...]
Bottas würde ich noch nocht abschreiben, auch die Red Bull oder Versappen haben ja noch Chancen. Kleine, aber sie sind. Vettel aber wird es sicher nicht. Der macht unter Druck zu viele Fehler, und das oft. War eh immer künstlich hochgepuscht. Nur im absolut überlegenen Auto und wenn für ih alles läuft hat er eine Chance. Im direkten Vergleich gibt es viele andere, bessere Fahrer.
bhang 14.04.2019
2. Tja, jetzt sagen das alle...
Aber es gab welche, die das bereits vor 9 oder 10 Jahren gesagt haben.
Aber es gab welche, die das bereits vor 9 oder 10 Jahren gesagt haben.
AlexSp 14.04.2019
3.
Damit dürfte der Rekord mit 91 Siegen in der Formel 1 , diese Jahr wohl von Lewis eingestellt werden..... Toto Wolf hat in den Wintertest verdammt gut geblufft, was das Auto angeht.
Damit dürfte der Rekord mit 91 Siegen in der Formel 1 , diese Jahr wohl von Lewis eingestellt werden..... Toto Wolf hat in den Wintertest verdammt gut geblufft, was das Auto angeht.
Antila 14.04.2019
4. Ferrari ist ca. 1 Sek. langsamer.
Dies stand so, als ich in der 12. Runde einschaltete. Und dann ausschaltet. Formel 1 ist mir zu langweilig geworden. Wie Carrera-Rennen. Oder Tischfussball. Da gucke ich mir doch lieber Kinderfilme an.
Dies stand so, als ich in der 12. Runde einschaltete. Und dann ausschaltet. Formel 1 ist mir zu langweilig geworden. Wie Carrera-Rennen. Oder Tischfussball. Da gucke ich mir doch lieber Kinderfilme an.
georg.diehr 14.04.2019
5. Der richtige Zeitpunkt aufzuhören? Ja!
Bei Titeln und in Geldangelegenheiten kann Vettel nicht mehr viel dazugewinnen, weil er es schon gewonnen hat. Auch seine sportliche Leistung steht mit vier WM Titeln außerhalb jeder Diskussion. Er kann also nicht mehr viel [...]
Bei Titeln und in Geldangelegenheiten kann Vettel nicht mehr viel dazugewinnen, weil er es schon gewonnen hat. Auch seine sportliche Leistung steht mit vier WM Titeln außerhalb jeder Diskussion. Er kann also nicht mehr viel gewinnen, aber er kann jede Menge verlieren: seinen Ruf. Rosberg hat den Absprung perfekt hinbekommen, aber selbst Schumacher hat sich zum Schluss noch ein wenig selbst beschädigt. Dass es für Vettel schade ist, dass Ferrari schwach ist, ist eine Seite. Zusätzlich die vielen Fehler sind ärgerlich. Aber einem Neuling als Teamkollegen hinterherzufahren ist noch einmal eine andere Kategorie. Das darf einfach nicht sein. Da muss man nicht Experte sein um zu sehen, dass es hier ein Leistungsgefälle in die falsche Richtung gibt. Jetzt noch eine Saison mit Stallorder fertig zu fahren ist schon peinlich. Aber es kann nicht der Anspruch sein, das noch ein Jahr zu machen. Bevor Ferrari ihn auch noch rausschmeißt und den Schaden dadurch erhöht: Vettel, hör auf.

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