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Bremer Niederlage in München

Sie sind doch nicht unbesiegbar

Der SV Werder hat bei Bayern München sein erstes Pflichtspiel im Jahr 2019 verloren. Das lag nicht an Torwart Jiri Pavlenka.

Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images
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Samstag, 20.04.2019   19:47 Uhr

Jede Serie endet irgendwann - nur eine nicht: Menschen lieben Serien. Und das nicht nur bei "Game of Thrones", sondern auch im Fußball. Doch auch die beste Serie geht irgendwann zu Ende. Vor dem Auswärtsspiel bei Bayern München war Werder Bremen als einziges Bundesligateam im Jahr 2019 noch unbesiegt. Außerdem hatten die Bremer in dieser Saison in jedem Pflichtspiel mindestens ein Tor geschossen. Beides ist Geschichte. Im Gegensatz zu einem Bayern-Evergreen, der läuft und läuft und läuft.

Das Ergebnis: Die Bayern haben 1:0 gewonnen und grüßen auch nach dem 30. Spieltag von der Tabellenspitze. Hier lesen Sie alles zu den Bundesligaspielen vom Nachmittag.

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Bayerns Sieg gegen Bremen: Erzwungenes Glück

Heute nur geladene Gäste: Gegen einen sehr defensiv eingestellten Gegner liefen die Bayern lange an, kamen aber nicht entscheidend durch. Das begann schon vor dem Anpfiff: James Rodríguez konnte wegen Adduktorenproblemen nicht spielen, wollte sich die Partie aber trotzdem live im Stadion anschauen. Wegen eines übereifrigen Türstehers wäre der Plan fast nicht aufgegangen. Starke Verteidigung, selbstbewusstes Auftreten, gutes Stellungsspiel - Werder-Trainer Florian Kohfeldt wäre stolz auf den Security-Mitarbeiter gewesen.

Die erste Hälfte: Wer auf ein Spektakel hoffte, tat dies zunächst vergebens. Für das einzige Highlight vor der Pause sorgten zwei Münchner und ein Bremer in der 26. Minute. Thiago lupfte den Ball mit viel Übersicht und noch mehr Gefühl hinter die gegnerische Abwehrkette. Serge Gnabry lief ein und schloss in höchstem Tempo mit einem Volley aus der Drehung ab. Es wäre ein Anwärter auf das Tor des Jahres gewesen - wenn Werder-Torwart Jiri Pavlenka den Schuss aus kürzester Distanz nicht mit dem rechten Fuß zur Ecke geklärt hätte.

Zu warm: Bayern-Trainer Niko Kovac hatte eine besondere Erklärung für die mäßige Leistung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte: "Die Witterungsbedingungen waren schon extrem. Es waren 25 Grad unten auf dem Platz." Zum Glück für die Münchner schien es in der zweiten Hälfte deutlich kühler zu gewesen zu sein.

Der Mann des Spiels: Pavlenka spielt eine starke Saison. Auch gegen die Bayern hielt er seine Mannschaft mit sechs Paraden lange in der Partie. Machtlos war er nur, als Davy Klaassen einen Distanzschuss von Niklas Süle unhaltbar abfälschte (75. Minute). Pavlenkas Gegenüber Sven Ulreich bekam dagegen keine Chance, sich auszuzeichnen. Die Bremer brachten in den gesamten 90 Minuten keinen einzigen Ball aufs gegnerische Tor.

Die zweite Hälfte: Das erhoffte Spektakel kam doch noch. Die Bayern erspielten sich nach der Pause eine Reihe hochkarätiger Chancen. Doch Gnabry (52. und 54.), Robert Lewandowski (57., 79. und 85.), Thomas Müller (70.) und Leon Goretzka (90.+1) scheiterten entweder an sich selbst oder am überragenden Pavlenka. Am Ende kamen die Münchner auf 28 Abschlüsse, 17 davon gaben sie innerhalb des gegnerischen Strafraums ab. Ein Grund für die drückende Überlegenheit: Milos Veljkovic wurde in der 58. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. In Unterzahl brach das zuvor gute Bremer Defensivkonstrukt zusammen.

Die nächste Folge kommt bestimmt: Das Problem mit Serien ist die ewige Wiederholung. In vier Tagen treffen die Bremer im heimischen Weserstadion schon wieder auf die Bayern. Dann allerdings nicht in der Bundesliga, sondern im Halbfinale des DFB-Pokals (Mittwoch, 24. April, 20.45 Uhr, TV: ARD, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Wer nicht so lange warten möchte, für den gibt es am Montag die nächste Folge "Game of Thrones".

Bayern München - Werder Bremen 1:0 (0:0)
1:0 Süle (75.)
Bayern: Ulreich - Kimmich, Süle, Boateng, Alaba - Martínez (59. Goretzka), Thiago - Gnabry, Müller (70. Ribéry), Coman - Lewandowski
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Sahin (81. Pizarro) - Möhwald (60. Langkamp), Eggestein, Klaassen - Rashica (73. Osako), Kruse
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Welz
Gelb-Rot: Veljkovic (58.)

insgesamt 17 Beiträge
w.weiter 20.04.2019
1. Na und!?
Werder braucht kein "Game of Th...." . In Bremen sind alle stark, dann da gibt es den "Roland".
Werder braucht kein "Game of Th...." . In Bremen sind alle stark, dann da gibt es den "Roland".
brotherandrew 20.04.2019
2. Der ...
... FCB wäre heute beinahe an seiner katastrophalen Abschlußschwäche gescheitert. Bremen hatte keine Chance, ein Tor zu machen.
... FCB wäre heute beinahe an seiner katastrophalen Abschlußschwäche gescheitert. Bremen hatte keine Chance, ein Tor zu machen.
derhatschongelb 20.04.2019
3. Ich sage nur...
...Werders letzte Heimniederlage im Pokal datiert aus dem Jahre 1988. 0:1 gegen Eintracht Frankfurt, Tor durch Frank Schulz. Das ist eine Serie, die wesentlich länger währt, als die im Artikel beschriebene. Könnte aber am [...]
...Werders letzte Heimniederlage im Pokal datiert aus dem Jahre 1988. 0:1 gegen Eintracht Frankfurt, Tor durch Frank Schulz. Das ist eine Serie, die wesentlich länger währt, als die im Artikel beschriebene. Könnte aber am Mittwoch natürlich auch zu Ende gehen. Ich hoffe nicht.
spon1899 20.04.2019
4.
Mittwoch ist sowieso DAS Spiel der Spiele. Dann gilt wieder "This is Osterdeich ". Heute war nur das Vorspiel. Das Weserstadion wird kochen. Her mit den Bayern. Wer 31 Jahre zuhause im Pokal ungeschlagen ist, hat keine [...]
Mittwoch ist sowieso DAS Spiel der Spiele. Dann gilt wieder "This is Osterdeich ". Heute war nur das Vorspiel. Das Weserstadion wird kochen. Her mit den Bayern. Wer 31 Jahre zuhause im Pokal ungeschlagen ist, hat keine Angst.
spon1899 21.04.2019
5.
So sind die Bayern. Ein Tritt mit den Stollen von Kimmich gegen Max Kruse und schon ist sein Mitwirken im Showdown am Mittwoch in Gefahr. Das konnte Bayern schon immer gut. Mal sehen ob Mittwoch der Videoschiri dem Schiri auch [...]
So sind die Bayern. Ein Tritt mit den Stollen von Kimmich gegen Max Kruse und schon ist sein Mitwirken im Showdown am Mittwoch in Gefahr. Das konnte Bayern schon immer gut. Mal sehen ob Mittwoch der Videoschiri dem Schiri auch wieder was pro Bayern einflüstert wie heute. Ohne den unberechtigten Eingriff des Videoschiris geht das mit 11 gegen 11 zu Ende und natürlich nicht 1-0. Aber du hast halt keine Chance gegen diese Bayern-Übermacht in allen Bereichen, auch in den Medien, überall Ex-Bayern.

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