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Bundesliga-Noten

Das sind die elf Besten des 12. Spieltags

Ein Dreierpack in der Allianz Arena: Dodi Lukebakio hat vollbracht, was bisher nur Cristiano Ronaldo gelang. Einen anderen Bestwert erzielte an diesem Spieltag ein Schalker.

RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Fortuna Düsseldorfs Stürmer Dodi Lukebakio

Von Tobias Escher
Montag, 26.11.2018   11:51 Uhr

Im Fußball wirft man oft leichtfertig mit Superlativen um sich. Vermeintlich historische Leistungen halten selten dem Test der Zeit stand, meist geraten sie bereits nach wenigen Wochen wieder in Vergessenheit. Was Dodi Lukebakio am Wochenende gegen den FC Bayern gelang, dürfte aber für die Ewigkeit festgehalten werden - und sei es nur in den Archiven der Statistiker.

Fortuna Düsseldorfs Stürmer ist erst der sechste Bundesliga-Spieler, dem ein Dreierpack beim FC Bayern gelang. Seine prominenten Vorgänger: Klaus Toppmöller (1976), Detlef Szymanek (1976), Klaus Fischer (1976), Marek Lesniak (1993) und Ebbe Sand (2001).

Einen Rekord hält Lukebakio jedoch alleine: Er war der erste Bundesliga-Stürmer, dem dieses Kunststück in der Allianz Arena gelang. Seit die Bayern 2005 in das neue Stadion umgezogen sind, schoss nur ein Stürmer drei Tore bei den Bayern: Cristiano Ronaldo, 2017 beim 4:2-Sieg von Real Madrid im Champions-League-Viertelfinale. Einschränkend muss man jedoch festhalten: Der dreimalige Weltfußballer erzielte damals zwei seiner Tore in der Verlängerung, zudem waren die Bayern nach einer Roten Karte eine Stunde lang dezimiert. Selbst Ronaldo kann also nicht mit der Fabelleistung von Lukebakio mithalten.

Natürlich schafft Fortunas Drei-Tore-Mann mit seiner historischen Leistung auch den Sprung in unsere Elf der Woche. Ungewohnt: Kein einziger Bayern-Spieler steht in der Topelf, anders als noch am 10. Spieltag nach dem 1:1-Unentschieden gegen den SC Freiburg. Grundlage ist wie immer der SPIX, der die Leistung aller Bundesliga-Spieler anhand objektiver Statistiken bewertet.

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Das 1:1-Unentschieden zwischen dem SC Freiburg gegen Werder Bremen war ein Duell der Torhüter: Siebzehn Bälle flogen auf die Tore von Freiburgs Alexander Schwolow und Bremens Jiri Pavlenka, nur zwei davon landeten im Netz. Da Pavlenka einen Schuss mehr halten konnte als sein Gegenüber und außerdem im Spielaufbau höhere Werte aufwies, erreichte er einen leicht höheren SPIX (98) als sein Freiburger Gegenüber (97).

Als Gladbachs Innenverteidiger in der 37. Minute mit seinem Hannoveraner Gegenspieler Noah Joel Sarenren Bazee zusammenstieß, zuckte die Gladbacher Bank zusammen. Der Abwehrchef musste das Feld verlassen. Was für ein Rückschlag für den Tabellenzweiten! Doch Ersatzmann Tony Jantschke vertrat den Nationalspieler gut. So gut, dass er den höchsten SPIX aller Innenverteidiger an diesem Spieltag erreichte (95). Neben ihm steht Leverkusens Sven Bender (94) in der Topelf des Spieltags.

BVB-Trainer Lucien Favre hat sein Team in dieser Saison radikal verjüngt. Lukas Piszczek gehört zu den wenigen alteingesessenen Spielern, die unter Favre noch eine Stammplatz-Garantie besitzen. Und das nicht zu Unrecht: Bereits zum dritten Mal in dieser Saison gelang Piszczek der Sprung in die Topelf des Spieltags. Gegen Mainz feierte er eine Premiere: Sein Siegtreffer zum 2:1 war sein erstes Tor in dieser Saison. Dennoch reicht sein SPIX (95) nicht heran an den Wert von Theodor Gebre Selassie (98) - und das, obwohl der Bremer kein Tor erzielte.

Auch Daniel Baier ist ein Dauerbrenner der Liga: In 230 aller bisherigen 250 Bundesliga-Spiele des FC Augsburg stand Baier auf dem Platz. Seine Stärken: seine Übersicht im zentralen Mittelfeld, seine Technik sowie seine Antizipation im Spiel gegen den Ball. All diese Facetten konnte man im Spiel gegen Eintracht Frankfurt bewundern. Geholfen hat es seinem Klub aber nicht: Am Ende gab es eine 1:3-Klatsche gegen konterstarke Frankfurter.

Vergangene Saison gehörte Daniel Caligiuri häufig zu den Leistungsträgern der Schalker Vizemeister-Elf. Diese Saison schwanken Caligiuris SPIX-Werte genauso wie die Leistungen des gesamten Teams. Beim 5:2-Erfolg über Aufsteiger Nürnberg erreichte er dank zweier Assists einen makellosen SPIX von 100. Sein Gegenüber in der Elf der Woche, Thorgan Hazard, ist in dieser Saison hingegen die Konstanz in Person. Ihm gelangen am Wochenende Saisontreffer Nummer acht, Assist Nummer fünf - und zum dritten Mal der Sprung in die Topelf.

Gerade einmal 44 Sekunden waren gespielt, als Kerem Derimbay seine Hoffenheimer gegen Hertha BSC in Führung schoss. Auch in den folgenden 89 Minuten zeigte Demirbay eine starke Leistung, bereitete einen weiteren Treffer vor und legte zwei Großchancen auf. Dass Hertha am Ende das Comeback gelang, lag mehr an der schwachen Abwehrleistung der Hoffenheimer denn am Spielgestalter Demirbay (SPIX: 96).

Drei Tore gegen den FC Bayern München - klar, dass an Dodi Lukebakio kein Weg vorbeiführt. Kurios: Erst zum zweiten Mal in dieser Saison setzte Friedhelm Funkel den Belgier als Stürmer ein, sonst lief er meist als Außenspieler auf. An seiner Seite steht ein nicht minder unscheinbarer Stürmer in der Topelf: Schalkes Steven Skrzybski gelang gegen Nürnberg ein Doppelpack. Auf den gebürtigen Berliner trifft im Übrigen ein Klischee zu, das heute nur noch wenige Bundesliga-Spieler erfüllen: Bereits als Kind war er großer Fan des FC Schalke 04, hat sogar in Schalker Bettwäsche geschlafen. Für ihn dürfte am Wochenende ein Traum in Erfüllung gegangen sein.

Und das ist die SPON11 des zwölften Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

insgesamt 8 Beiträge
Barças Superstar 26.11.2018
1. schön anzusehen
Wirklich gut, der Düsseldorfer Stürmer. Macht Spaß ihm zuzuschauen. Wahrscheinlich spielt er bald an der Isar. Vor allem aber gut, wie hier der Videobeweis eine dorhende und falsche Tatsachenentscheidung verhindert hat (beim [...]
Wirklich gut, der Düsseldorfer Stürmer. Macht Spaß ihm zuzuschauen. Wahrscheinlich spielt er bald an der Isar. Vor allem aber gut, wie hier der Videobeweis eine dorhende und falsche Tatsachenentscheidung verhindert hat (beim 2:3 Anschlusstreffer). Fazit: immer weiterspielen, bis es klar ist. Neuer ist wie ein übereifriger Schüler, der immer die Hand hebt um zu protestieren. Das sollte er mal lassen. Die Fairplay-Regeln in Sachen Interviews gelten für Uli Hoeneß offensichtlich nicht. Unglaublich wie er seinen Frust in Bedrohung umwandelt. Selbst die eigene Familie muss offensichtlich seine Übellaunigkeit ausbaden. Symptome eines Narzisten!
blurps11 26.11.2018
2.
Mit Süle, Boateng und Bicakcik finden sich gleich drei Innenverteidiger auf den vorderen Plätzen, die wesentlich an den jeweils drei Gegentoren ihrer Mannschaften beteiligt waren. Das finde ich etwas verwunderlich, gelinde [...]
Mit Süle, Boateng und Bicakcik finden sich gleich drei Innenverteidiger auf den vorderen Plätzen, die wesentlich an den jeweils drei Gegentoren ihrer Mannschaften beteiligt waren. Das finde ich etwas verwunderlich, gelinde gesagt. Evtl. passt da was mit der Gewichtung der Statistiken nicht so recht.
zephyros 26.11.2018
3. Lukebakio
man darf gespannt sein, wann Bayern anklopft
man darf gespannt sein, wann Bayern anklopft
gerald.wissler 26.11.2018
4. Statistik ist Nonsens
Wenn man der Statistik glaubt, war Süle 89 Punkten der drittbeste Verteidiger des Spieltages. Auch Boateng steht mit 73 Punkten deutlich besser da als z.B. Hasebe. Warum allerdings bei Hasebe 1 Gegentreffer zur schlechten [...]
Wenn man der Statistik glaubt, war Süle 89 Punkten der drittbeste Verteidiger des Spieltages. Auch Boateng steht mit 73 Punkten deutlich besser da als z.B. Hasebe. Warum allerdings bei Hasebe 1 Gegentreffer zur schlechten Bewertung (8 Punkte) bei "Teamleistung defensiv" führt, währen Süle und Boateng für 3 Gegentreffer 23 Punkte erhalten erschließt sich nicht unbedingt. Auch die Spieleröffnung erreicht bei Hasebe gerade mal die Hälfte der Punkte von Boateng, obwohl er eine überragende Paßquote hatte und im Gegensatz zu den Bayernspieler auch eine direkte Torvorlage aufweisen kann. Jeder konnte am Samstag sehen, daß Süle und erst recht Boateng eine katastrophale Leistung gerade in der Abwehr abgeliefert haben. Wenn Ihre Statistik das nicht wiedergeben kann sollten Sie vielleicht Ihre Kriterien überdenken und solange auf den Abdruck von etwas, das ihre Sportkompetenz ins Lächerliche zieht, verzichten.
dede12 26.11.2018
5. Bitte korrigieren
Der Text enthält einen Fehler. Ronaldo hat 2017 im Viertelfinale nicht in der Allianz Arena drei Tore gegen Bayern erzielt, sondern im Rückspiel in Madrid. Bitte korrigieren. Ist sonst ein Fall für Bildblog
Der Text enthält einen Fehler. Ronaldo hat 2017 im Viertelfinale nicht in der Allianz Arena drei Tore gegen Bayern erzielt, sondern im Rückspiel in Madrid. Bitte korrigieren. Ist sonst ein Fall für Bildblog

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