Sport

Eklat beim Chemnitzer FC

Fans sollen eigenes Team rassistisch und antisemitisch beleidigt haben

Beim Drittligaspiel des Chemnitzer FC in München soll es zu rassistischen und antisemitischen Schmährufen mitgereister Anhänger gekommen sein - gerichtet ans eigene Team. Ein Fansprecher widerspricht.

Thomas Eisenhuth/Getty Images

Fans des Chemnitzer FC solidarisierten sich schon am 11. August mit dem rausgeworfenen Ex-Kapitän Daniel Frahn

Samstag, 24.08.2019   22:35 Uhr

Fans des Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC sollen erneut für einen Eklat gesorgt haben. Während des Auswärtsspiels bei FC Bayern München II (2:2) gab es nach Vereinsangaben aus dem Gästeblock rassistische und antisemitische Rufe gegen die eigene Mannschaft und Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Die rassistischen Äußerungen sollen sich unter anderem gegen den Spieler Tarsis Bonga gerichtet haben. Darüber hinaus hätten sich einige Anhänger erneut mit dem rausgeworfenen Ex-Kapitän Daniel Frahn solidarisiert.

In einer Stellungnahme erklärte der Verein, entsprechende Bedrohungen und Aussagen dürften "in unserer Gesellschaft keine Akzeptanz haben". Der Drittligist wolle außerdem rechtliche Schritte prüfen.

Nach dem Abpfiff der Partie in München hatten sich die Verantwortlichen beim Chemnitzer FC dazu entschlossen, dass die Mannschaft auf die obligatorische Verabschiedung bei den Fans verzichtet. Als Sobotzik und Pressesprecher Steffen Wunderlich dies den Fans mitteilten, sollen aus der Kurve weitere Beleidigungen geäußert worden sein. "Wir wollen nicht, dass diese Leute den Ruf des Chemnitzer FC ruinieren", erklärte Wunderlich.

Fan-Pressesprecher widerspricht

Einige Anhänger sollen nach dem Spiel am Mannschaftsbus des Chemnitzer FC ihr Unverständnis über das Fernbleiben der Mannschaft geäußert haben.

Der Pressesprecher des Fanszene e.V., Markus Müller, sagte nach der Partie gegenüber dem MDR: "Ich war in München vor Ort und habe keinerlei Rufe gehört. Allerdings saß ich auch auf der Haupttribüne. Mittlerweile habe ich mit mehreren Fans gesprochen - die haben mir versichert, dass es solche Rufe und Beleidigungen nicht gegeben hat." Auch der MDR schreibt, dass eine erste Auswertung des Videomaterials die Vorwürfe seitens des Vereins nicht bestätigen könne.

svs/dpa

insgesamt 43 Beiträge
vothka 24.08.2019
1.
Warum stellt man in 95% des Artikels die Sache so da als hätte es wieder "unerwünschte Äusserungen" gegeben wenn der letzte Satz - dass dann doch nichts war - der relevante ist (weil belastbar)
Warum stellt man in 95% des Artikels die Sache so da als hätte es wieder "unerwünschte Äusserungen" gegeben wenn der letzte Satz - dass dann doch nichts war - der relevante ist (weil belastbar)
swandue 25.08.2019
2.
Na ob es beim Ruf des Chemnitzer FC noch etwas zu ruinieren gibt? Bzw., der Ruf ist, dass es ein rechter Klub ist und dieser Ruf wäre ruiniert, wenn es ab sofort allen Fans von Rechtsaußen erfolgreich verleidet würde, Spiele [...]
Na ob es beim Ruf des Chemnitzer FC noch etwas zu ruinieren gibt? Bzw., der Ruf ist, dass es ein rechter Klub ist und dieser Ruf wäre ruiniert, wenn es ab sofort allen Fans von Rechtsaußen erfolgreich verleidet würde, Spiele des Vereins zu besuchen.
MiguelD.Muriana 25.08.2019
3. Was ist rassistisch?
Blöde Frage? Na dann fragen Sie mal Anhänger bestimmter Parteien, die von Umvolkung fabulieren. Ich war nicht bei dem Spiel, aber Affengebrüll beim Einlauf eines schearzen Spielers ist sicher nur eine Solidaritätsbekundung und [...]
Blöde Frage? Na dann fragen Sie mal Anhänger bestimmter Parteien, die von Umvolkung fabulieren. Ich war nicht bei dem Spiel, aber Affengebrüll beim Einlauf eines schearzen Spielers ist sicher nur eine Solidaritätsbekundung und niemals Rassismus. Wer diesen anders als die übergroße Mehrheit definiert kann dann auch behaupten nichts rassistisches gehört zu haben...
pauli96 25.08.2019
4. Wenig hilfreich
In jedem Stadion sind Extremisten. Wenn die sich in der Menge unbeobachtet fühlen, rufen sie ihre Parolen. Jetzt kommt's halt drauf an. Ein kleines Grüppchen geht akustisch unter und wird teilweise (selbst erlebt) von den [...]
In jedem Stadion sind Extremisten. Wenn die sich in der Menge unbeobachtet fühlen, rufen sie ihre Parolen. Jetzt kommt's halt drauf an. Ein kleines Grüppchen geht akustisch unter und wird teilweise (selbst erlebt) von den umstehendem Fans zusammen gepfiffen. Wenn es ihnen gelingt, ihren Block zu mobilisieren, dann wird es relevant. Letzteres scheint hier nicht passiert zu sein. Die ununterbrochene "Aufmerksamkeit" der "Westpresse" auf Chemnitz und den Chemnitzer FC unter immer dem gleichen Blickwinkel ist gefährlich. Die naheliegende Trotzreaktion bei den kommenden Wahlen liefert dann wieder viel Material für immer gleiche Kommentare, Berichte und Analysen
Nonvaio01 25.08.2019
5. Nazis on Tour
so ist dder slogan wenn die Nazi vetretung aus Chemitz zu auswaertsspielen reist. Als Heim team wuerde ich keine fans aus Chmitz ins statdion lassen mit der begruendung das man sein hausrecht ausuebt und keine Nazis und [...]
so ist dder slogan wenn die Nazi vetretung aus Chemitz zu auswaertsspielen reist. Als Heim team wuerde ich keine fans aus Chmitz ins statdion lassen mit der begruendung das man sein hausrecht ausuebt und keine Nazis und rechtsradikalen ins stadion laesst. Zahlt das sozialamt eigentlich die Auswaertsfahrten der Nazis?

Mehr im Internet

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP