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Fußball-WM

3:3 nach 3:0 - dramatisches Aus für Schottland, Argentinien darf noch hoffen

Bis zur Nachspielzeit sah es nach dem wichtigen ersten Sieg in der schottischen WM-Geschichte aus - doch dann kam es zu einem minutenlangen Elfmeterchaos. Argentinien hat nun noch eine Minichance aufs Achtelfinale.

Lucy Nicholson/REUTERS

Erin Cuthbert kann es nicht fassen

Mittwoch, 19.06.2019   23:03 Uhr

Schottland und Argentinien haben sich zum Abschluss der Gruppe D 3:3 (1:0) getrennt. Die schottischen Treffer erzielten Kim Little (19. Minute), Jenny Beattie (49.) und Erin Cuthbert (69.). Milagros Menéndez (74.) und Florencia Bonsegundo (79. und 90.+4) trafen für Argentinien.

Die Ausgangslage vor der Partie war eindeutig: Schottland benötigte zwingend einen Sieg, um weiterhin aufs Achtelfinale hoffen zu können und auch Argentinien hätte bei einem Remis nur noch eine Minichance aufs Weiterkommen gehabt. Bei einem Dreier wären die Südamerikanerinnen hingegen sicher weiter gewesen.

Die Schottinnen begannen entsprechend offensiv. Trainerin Shelley Kerr hatte unter anderem die Torschützin aus dem England-Spiel, Claire Emslie, in die Startelf gestellt. Argentinien wurde nach zögerlichem Beginn mutiger und hielt den Gegner immer häufiger mit situativem Pressing in der eigenen Hälfte beschäftigt.

Die erste Chance der Partie hatte dann auch Argentinien: Marian Larroquette traf per Kopf die Latte, Sole Jaimes von Olympique Lyon scheiterte beim Nachschuss an Schottlands Torfrau Lee Alexander (17. Minute). Fast im Gegenzug schlug Schottland zu: Cuthbert eroberte am gegnerischen Strafraum den Ball und prüfte Vanina Correa mit einem Schuss aus halblinker Position. Der nach vorne abgewehrte Ball landete wieder bei Cuthbert, die in die Mitte zu Little passte - die 28-Jährige vom FC Arsenal vollendete aus kurzer Distanz (19. Minute). Das war auch gleichzeitig der letzte Aufreger in einer intensiven ersten Hälfte.

Nach Wiederanpfiff musste Argentinien nun kommen - doch Schottland traf. Eine Ecke von Caroline Weir schien bereits geklärt, doch über Little kam der Ball zurück auf den rechten Flügel. Weir suchte und fand die in der Mitte eingelaufene Jenny Beattie, deren Kopfball Correa keine Abwehrchance ließ (49.). Ein Kopfball bereitete auch das 3:0 vor: Leanne Crichtons Versuch wurde von Correa noch an den Pfosten gelenkt, den Nachschuss verwandelte die überragende Cuthbert zum 3:0 (69.).

Alles klar? Keineswegs. Erst erzielte Milagros Menéndez (74.) mit einem Schuss aus halblinker Position zum 3:1, dann zog Florencia Bonsegundo einfach mal ab. Der Ball prallte von der Latte gegen die schottische Torfrau Alexander und von dieser ins Tor (79.). Momente vor dem Abpfiff dann große Aufregung: Nach minutenlangem Betrachten der Videobilder entschied Schiedsrichterin Ri Hyang-Ok auf Strafstoß. Bonsegundo verschoss - doch weil Alexander die Linie verlassen hatte, wurde der Elfmeter wiederholt. Nun traf die Argentinierin (90.+4).

Die Südamerikanerinnen müssen mit nun zwei Punkten auf Schützenhilfe in den Gruppen E und F hoffen, um das Achtelfinale zu erreichen. So benötigen sie bei Kamerun - Neuseeland (Donnerstag, 18 Uhr) und Chile - Thailand (Donnerstag, 21 Uhr, beide Partien im Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) jeweils ein Remis, um doch noch weiterzukommen.

Schottland - Argentinien 3:3 (1:0)
1:0 Little (19.)
2:0 Beattie (49.)
3:0 Cuthbert (69.)
3:1 Menéndez (74.)
3:2 Bonsegundo (78.)
3:3 Bonsegundo (90.+4, Foulelfmeter)
Schottland: Alexander - Smith (86. Howard), Corsie, Beattie, Docherty - Little, Crichton, Weir - Evans (86. Brown), Cuthbert, Emslie
Argentinien: Correa - Bravo, Barroso, Cometti, Stabile - Larroquette, Santana (82. Mayorga), Benítez, Bonsegundo - Banini (60. Menéndez), Sole Jaimes (70. Ippolito)
Schiedsrichterin: Ri Hyang-Ok (Nordkorea)
Gelbe Karten: Cuthbert, Weir, Alexander / Larroquette

mfu

insgesamt 4 Beiträge
Prussia Culé 20.06.2019
1. Unsportlichkeiten & zu früh abgepfiffen
Man muss noch erwähnen, dass die Schiedsrichterin viel zu früh abgepfiffen hat. Sogar so früh, dass alle Spielerinnen verwundert waren und es im Stadion totenstill wurde. 4 Minuten Nachspielzeit gab es, jedoch dauerte die [...]
Man muss noch erwähnen, dass die Schiedsrichterin viel zu früh abgepfiffen hat. Sogar so früh, dass alle Spielerinnen verwundert waren und es im Stadion totenstill wurde. 4 Minuten Nachspielzeit gab es, jedoch dauerte die Ausübung des 1. Elfers recht lange auch durch schottische Unsportlichkeiten (Bonsegundo wurde verbal attackiert) für die es keine Karte gab, dann schaltete sich der VAR erneut ein. Weshalb dann die Schiedsrichterin trotzdem pünktlich abpfiff, nicht nochmal Zeit nachspielen ließ und somit beiden Teams die Chance verwehrte eventuell nochmal eine Torchance herauszuspielen hat niemand verstanden. Weder Spielerinnen noch Kommentator, Trainer, Betreuer und Zuschauer.
werdercale 20.06.2019
2.
Ich hätte das Spiel gerne im TV gesehen, aber die Sender übertragen ja nicht alle Spiele im Fernsehen, sind ja auch "nur" Frauen. Schade eigentlich und ein Armutszeugnis für die Sender.
Ich hätte das Spiel gerne im TV gesehen, aber die Sender übertragen ja nicht alle Spiele im Fernsehen, sind ja auch "nur" Frauen. Schade eigentlich und ein Armutszeugnis für die Sender.
no__comment 20.06.2019
3.
Ich hätte gern das Finale der U15 Meisterschaft im im TV gesehen, aber die Sender übertragen ja kaum Spiele im Fernsehen, sind ja auch "nur" Jugendliche. Schade eigentlich und ein Armutszeugnis für die Sender.
Zitat von werdercaleIch hätte das Spiel gerne im TV gesehen, aber die Sender übertragen ja nicht alle Spiele im Fernsehen, sind ja auch "nur" Frauen. Schade eigentlich und ein Armutszeugnis für die Sender.
Ich hätte gern das Finale der U15 Meisterschaft im im TV gesehen, aber die Sender übertragen ja kaum Spiele im Fernsehen, sind ja auch "nur" Jugendliche. Schade eigentlich und ein Armutszeugnis für die Sender.
TobberM 20.06.2019
4.
@werdercale: Das Spiel wurde zumindest per Stream über die ZDF-App übertragen. Selbst wenn es eine Live-TV Übertragung gegeben hätte, wäre wohl eher das England Spiel gezeigt worden. Da ging es zwar nur noch um den [...]
@werdercale: Das Spiel wurde zumindest per Stream über die ZDF-App übertragen. Selbst wenn es eine Live-TV Übertragung gegeben hätte, wäre wohl eher das England Spiel gezeigt worden. Da ging es zwar nur noch um den Gruppensieg, aber man kennt das ja... War eine schöne Achterbahnfahrt in der zweiten Halbzeit. Schade, dass die Schiedsrichterin am Ende so stur auf die kurze Nachspielzeit bestanden hat. Schon die erste Ausführung des Elfmeters hat (inkl. VAR) die angezeigten 4 Minuten gedauert. Von der Wiederholung des Elfmeters und den Unterbrechungen in der Nachspielzeit ganz zu schweigen. Und nebenbei sind ja auch noch 5 Tore in dieser Halbzeit gefallen... Die Wiederholung des Elfmeters fand ich übrigens albern. Es zeigt sich mal wieder, dass neue Regeln direkt nach ihrer Einführung häufig zu streng ausgelegt werden. Ich bin mir sicher, dass wir so eine Wiederholung in einem Jahr nicht mehr sehen werden.

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