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Fußball-WM

Deutschland schlägt Nigeria und steht im Viertelfinale

Die Abwehr steht: Im Achtelfinale hat das DFB-Team gegen Nigeria den nächsten Sieg ohne Gegentor gefeiert. Dabei profitierte Deutschland von einer umstrittenen Entscheidung.

Emmanuel Foudrot / REUTERS
Samstag, 22.06.2019   19:26 Uhr

Deutschland steht im Viertelfinale der Fußball-WM in Frankreich. Das DFB-Team gewann sein Achtelfinalspiel gegen Nigeria in Grenoble 3:0 (2:0). Die Tore erzielten Alexandra Popp in ihrem 100. Länderspiel (20. Minute), Sara Däbritz per Foulelfmeter (27.) und Lea Schüller (82.). Im Viertelfinale trifft das Team auf den Gewinner der Partie zwischen Schweden und Kanada.

Für den umstrittensten Moment im Spiel gegen Nigeria sorgte das Schiedsrichtergespann um Yoshimi Yamashita beim 1:0. Der Treffer fiel nach einem Eckball von Lina Magull, der am Fünfmeterraum bei Popp landete. Die Kapitänin köpfte den Ball ins Tor, obwohl sie von acht Abwehrspielerinnen umgeben war. Allerdings: Popps Teamkollegin Svenja Huth stand dabei im Abseits, und das rund einen Meter vor Torhüterin Chiamaka Nnadozie.

Schiedsrichterin Yamashita gab das Tor zunächst, wurde dann vom Videoassistenten dazu angeregt, sich die TV-Bilder anzusehen - und blieb doch bei ihrer Entscheidung. Offenbar lag aus ihrer Sicht eine passive Abseitsstellung vor.

Auch vor dem 2:0 kommt es zum Videobeweis

Es war eine Schlüsselszene im Spiel. Denn das DFB-Team tut sich bei dieser WM schwer, sich Chancen zu erarbeiten, und gegen Nigerias defensive Spielweise deutete sich zu Spielbeginn an, dass das auch diesmal so sein würde.

Als kurz nach der Führung Nigerias Abwehrspielerin Evelyn Nwabuoku im Strafraum zwar minimal den Ball, vor allem aber das Knie von Magull zu treffen, gab es Elfmeter - wenn auch erst nach erneuter Ansicht der TV-Bilder. Däbritz verwandelte den Strafstoß, das Spiel war vorentschieden.

Zwar änderten die Nigerianerinnen fortan ihre Spielweise, indem sie deutlich offensiver auftraten. Doch zu selten kamen sie zu Chancen. Die größte gab es kurz nach der Pause, ohne dass ein Abschluss zustande gekommen wäre: Desire Oparanozie verpasste eine flache Flanke am zweiten Pfosten um Zentimeter, DFB-Torhüterin Almuth Schult war bereits geschlagen (50.).

Ein Aussetzer führt zum 3:0

Deutschland, in der zweiten Hälfte vermehrt auf Konter ausgerichtet, wurde ebenfalls nicht mehr oft gefährlich, profitierte aber von einem Aussetzer in der gegnerischen Defensive: Halimatu Ayinde wollte Osinachi Ohale mit einem Rückpass anspielen, doch diese bewegte sich im selben Moment vom Ball weg - Nutznießerin war Schüller, die technisch stark ins lange Eck abschloss.

Dieses neunte WM-Tor des DFB-Teams war das erste, das nicht aus einem Standard oder einer hohen Flanke resultierte. Eine andere Serie hielt: Auch im vierten Spiel ist Deutschland bei dieser WM ohne Gegentor geblieben.

Deutschland - Nigeria 3:0 (2:0)
1:0 Popp (20.)
2:0 Däbritz (27., Foulelfmeter)
3:0 Schüller (82.)
Deutschland: Schult - Gwinn, Doorsoun, Hegering, Schweers (46. Simon) - Huth, Leupolz (46. Bühl), Magull (69. Oberdorf) , Däbritz - Schüller, Popp
Nigeria: Nnadozie - Okeke, Ebi, Nwabuoku (46. Ajibade), Ohale - Ordega, Ayinde, Okobi, Kanu (84. Ogebe) - Ihezuo (77. Uchendu), Oparanozie
Schiedsrichterin: Yoshimi Yamashita (Japan)
Gelbe Karten: Popp, Huth / Nwabuoku, Oparanozie, Ajibade
Zuschauer: 17.988

mon

insgesamt 34 Beiträge
Orthoklas 22.06.2019
1. Interessantes Foto...
Interessantes Foto im Titel...
Interessantes Foto im Titel...
conillet 22.06.2019
2. Das 1:0 war ein Witz.
Die deutsche Spielerin im Abseits (Huth) steht der nigerianischen Torhüterin vor der Nase und behindert deren Sicht.
Die deutsche Spielerin im Abseits (Huth) steht der nigerianischen Torhüterin vor der Nase und behindert deren Sicht.
Heliumatmer 22.06.2019
3. offensichtlich lag für sie vor
Jeder konnte es nach mehreren Wiederholungen sehen, dass das passiv war. Passiv gibt es auch in der Sprache, bedeutet so viel wie, ich tue nichts, mit mir wird getan. Sie tat nichts, es geschah um sie herum. Merke: [...]
Jeder konnte es nach mehreren Wiederholungen sehen, dass das passiv war. Passiv gibt es auch in der Sprache, bedeutet so viel wie, ich tue nichts, mit mir wird getan. Sie tat nichts, es geschah um sie herum. Merke: Unterscheidungsvermögen ist ein wesentlicher Bestandteil der Intelligenz. Manchmal kommt es mir so vor, als ob unbedingt etwas geschrieben bzw. in Zweifel gezogen werden muss, wenn es kurz vorher für jedermann und jede Frau eindeutig nachvollziehbar geklärt wurde. So wie das Gerichtsurteil zur Autobahnmaut. Eindeutig und ohne juristische Kniffe für jeden normal denkenden Menschen nachvollziehbar.
lattenkracher11 22.06.2019
4. Var
wieder nix. Man kann darüber streiten, wie aktiv es sein kann, nur im Weg zu stehen oder ob die Torhüterin überhaupt eine Chance gehabt hätte, an den Kopfball dran zu kommen. Aber so wie die Regel ist bzw. ausgelegt wird, war [...]
wieder nix. Man kann darüber streiten, wie aktiv es sein kann, nur im Weg zu stehen oder ob die Torhüterin überhaupt eine Chance gehabt hätte, an den Kopfball dran zu kommen. Aber so wie die Regel ist bzw. ausgelegt wird, war es 100% Abseits!
Die seltsame Ratte 22.06.2019
5. Völlig Inakzeptabel
Die deutsche Spielerin steht vor der Torfrau und behindert deren Sicht und beim Elfmeter hat die Spielerin eindeutig den Ball gespielt. Danach habe ich abgeschaltet. Schon die Brasilianerinnen wurden verpfiffen. Unmittelbar vor [...]
Die deutsche Spielerin steht vor der Torfrau und behindert deren Sicht und beim Elfmeter hat die Spielerin eindeutig den Ball gespielt. Danach habe ich abgeschaltet. Schon die Brasilianerinnen wurden verpfiffen. Unmittelbar vor dem Kopfballeigentor war eine Spielerin im Abseits und hat die Abwehrspielerinnen irritiert und am Ende wurde eine Brasilianerin im Strafraum umgerissen. Der "Videobeweis" hat wohl die Funktion, vorsätzliche Fehlentscheidungen zu legimitieren.

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