Sport

Viertelfinale der Fußball-WM

USA werfen Gastgeber Frankreich raus

Die USA stehen im Halbfinale der WM. Im Duell mit Frankreich zeigten beide Teams, wieso sie als die Titelfavoriten galten. Den Unterschied machte erneut Megan Rapinoe.

Benoit Tessier / REUTERS
Freitag, 28.06.2019   22:53 Uhr

Frankreich ist bei der Fußball-WM im eigenen Land im Viertelfinale an den USA gescheitert. Die Französinnen unterlagen dem Titelverteidiger in Paris 1:2 (0:1), der Traum vom ersten WM-Titel ist für den Mitfavoriten damit vorbei. Beide US-Tore erzielte Superstar Megan Rapinoe (5. und 65. Minute), für Frankreich verkürzte Wendie Renard (81.). Im Halbfinale treffen die USA am Dienstag auf England.

Beide Teams galten als größte Titelkandidaten bei dieser WM, entsprechend hoch waren die Erwartungen an dieses Duell gewesen - und die Spielerinnen wurden ihnen gerecht. Vor ausverkaufter Kulisse im Prinzenpark ließen sie den Ball bemerkenswert schnell laufen, technisch und taktisch war die Partie auf Topniveau, und sie erlebte schnell ihr erstes Tor.

Der Treffer resultierte aus einem Freistoß. Rapinoe stand links vom Strafraum und fabrizierte eine Mischung aus Schuss und Hereingabe. Der Ball flog an US-Teamkollegin Julie Ertz vorbei und durch die Beine von Frankreichs Kapitänin Amandine Henry ins Tor. Rapinoe feierte ihren Treffer in einer Pose, die als eines der Bilder dieser WM in Erinnerung bleiben dürfte.

Zwar kamen die USA anschließend noch zu Gelegenheiten durch Alex Morgan (13.) und Rapinoe (16.), doch je länger die Partie dauerte, desto defensiver wurden sie. Frankreich kontrollierte das Geschehen und kam zu einer Reihe von Abschlüssen, die allerdings nie ernsthaft gefährlich waren.

Nach dem 2:0 müssen die USA nochmal zittern

In der zweiten Hälfte sollte sich das ändern. Zunächst waren zwar die USA dran, die innerhalb von 45 Sekunden nach Wiederanpfiff zu gleich drei Chancen durch Samantha Mewis, Tobin Heath und Morgan kamen. Dann aber drängte Frankreich auf den Ausgleich. Eugénie Le Sommer verpasste aus spitzem Winkel das mögliche 1:1 (58.), kurz darauf scheiterte Valérie Gauvin mit einem Kopfball (64.).

Doch die USA scheinen bei dieser WM stets die richtige Antwort parat zu haben. Gerade als der Ausgleich nah schien, trafen die Amerikanerinnen zum 2:0. Die starke Heath spielte rechts einen Doppelpass mit Morgan, setzte sich dann fast bis zur Grundlinie durch und brachte den Ball auf die freistehende Rapinoe, die vollendete. Die Vorentscheidung war das aber nicht - die USA mussten nochmal zittern.

Nach einem Freistoß köpfte Frankreichs Abwehrchefin Renard den Ball zum 1:2 ins Tor, es war bereits ihr vierter Treffer bei dieser WM. Zuvor war Le Sommer an US-Keeperin Alyssa Naeher gescheitert (79.). In der Schlussphase brachten die Französinnen mehrere Bälle hoch in den US-Strafraum - eine klare Chance aber sprang nicht heraus.

Frankreich - USA 1:2 (0:2)
0:1 Rapinoe (5.)
0:2 Rapinoe (65.)
1:2 Renard (81.)
Frankreich: Bouhaddi - Torrent, Mbock Bathy, Renard, Majri - Henry, Thiney, Bussaglia - Diani, Gauvin (Cascarino 76.), Le Sommer (Asseyi 82.). Trainerin: Diacre
USA: Naeher - O'Hara, Dahlkemper, Sauerbrunn, Dunn - Lavelle (Horan 63.), Ertz, Mewis (Lloyd 82.) - Heath, Morgan, Rapinoe (Press 88.). Trainerin: Ellis
Gelbe Karten: Mbock Bathy, Bussaglia / -
Schiedsrichterin: Monzul (UKR)
Zuschauer: 45.595

mon

insgesamt 12 Beiträge
Stereo_MCs 28.06.2019
1.
Verdient gewonnen. Trotz 250% Einsatz der FRA, gegen diese Defensivarbeit der USA war kein Kraut gewachsen. Die kann nur eine Mannschaft knacken, GB. USA - GB, das wahre Endspiel dieser WM. Physis und Abschluss Konsequenz [...]
Verdient gewonnen. Trotz 250% Einsatz der FRA, gegen diese Defensivarbeit der USA war kein Kraut gewachsen. Die kann nur eine Mannschaft knacken, GB. USA - GB, das wahre Endspiel dieser WM. Physis und Abschluss Konsequenz gegen Physis und Abschluss Konsequenz.
mallangsam 28.06.2019
2. Verdienter Sieg
ball- und passsicherer, gedankenschneller, abgezockter, athletischer, schneller. Mit besserem Laufspiel. Und dem Glück des frühen Tores. Dennoch, das gleiche Handspiel führte zum Elfmeter gegen die Japanerinnen. Den [...]
ball- und passsicherer, gedankenschneller, abgezockter, athletischer, schneller. Mit besserem Laufspiel. Und dem Glück des frühen Tores. Dennoch, das gleiche Handspiel führte zum Elfmeter gegen die Japanerinnen. Den Unterschied soll mir mal einer erklären. Gleichermassen unbeabsichtigt, den Arm versucht wegzuziehen, gleiche Distanz, aber eben klar getroffen. Ich bin ratlos.
mallangsam 28.06.2019
3. Immerhin
eine der beiden Mannschaften, die von den kruden Elfmeterentscheidungen in diesem Turnier profitiert haben, fliegt im nächsten Spiel raus. Ich nehm dann das Ergebnis als Orakel, wie die Regel nun auszulegen ist.
eine der beiden Mannschaften, die von den kruden Elfmeterentscheidungen in diesem Turnier profitiert haben, fliegt im nächsten Spiel raus. Ich nehm dann das Ergebnis als Orakel, wie die Regel nun auszulegen ist.
zibu64 28.06.2019
4. Handregel
Wer Japan gegen die Niederlande gesehen hat muss sich doch fragen, ob die Schiedsrichter wirklich neutral sind. Das Handspiel der Japanerin war doch wohl weniger als das der Amerikanerin. All die schöne neue Technik nutzt [...]
Wer Japan gegen die Niederlande gesehen hat muss sich doch fragen, ob die Schiedsrichter wirklich neutral sind. Das Handspiel der Japanerin war doch wohl weniger als das der Amerikanerin. All die schöne neue Technik nutzt überhaupt nichts. Das haben die Französinnen nicht verdient. Was mich aber persönlich besonders stört ist, dass die ZDF-Moderatoren solche Entscheidungen mit ihren Kommentaren weichspülen. Es scheint so eine Art Gentlemen Agreement zu geben, dass so krasse Fehlentscheidungen nicht kritisiert werden.
Klaus David 28.06.2019
5. Weiss nicht,
was der Reporter für ein Spiel gesehen hat. Technisch top waren großteils nur die Amerikanerinnen. Genauso bei ihren versteckten Nicklichkeiten, die mir schon beim Spanienspiel auffielen und die nicht geahndet wurden. Die [...]
was der Reporter für ein Spiel gesehen hat. Technisch top waren großteils nur die Amerikanerinnen. Genauso bei ihren versteckten Nicklichkeiten, die mir schon beim Spanienspiel auffielen und die nicht geahndet wurden. Die Französinnen waren zu hektisch und Passmässig nicht ganz auf der Höhe. Lange öffnende Pässe gab es kaum. Viel klein - klein ohne richtige Effektivität. Einsatz und Lauffreude alleine sind beim Fussball selten erfolgreich.

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