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Premier League

Arsenal stoppt Uniteds Serie unter Solskjaer

Unter Trainer Ole Gunnar Solskjaer schien Manchester United in der Premier League unbesiegbar. Im 13. Spiel ging es zum FC Arsenal - und ein krummes Tor leitete Solskjaers erste Niederlage ein.

AFP

Marcus Rashford

Sonntag, 10.03.2019   20:25 Uhr

Ole Gunnar Solskjaer hat nach zwölf Ligaspielen ohne Niederlage seine erste Partie als Trainer von Manchester United verloren. Beim FC Arsenal unterlag sein Team 0:2 (0:1) und rutscht aus den Champions-League-Rängen auf Platz fünf.

Für Arsenal trafen zwei ehemalige Bundesligaspieler : Granit Xhaka erzielte die Führung (12. Minute), Pierre-Emerick Aubameyang durch einen strittigen Elfmeter das Tor zum Endstand (69.).

Arsenal machte nach der 1:3-Niederlage in der Europa League bei Stade Rennes unter der Woche zu Beginn das Spiel und setzte United früh unter Druck. Die erste große Chance hatten aber die Gäste: Romelu Lukaku traf nach einer Flanke von Luke Shaw die Latte (10.).

Getty Images

David De Gea (links)

Im Gegenzug kamen die Gunners zur Führung - durch ein krummes Tor. Xhaka schloss aus dem Rückraum ab, sein Schuss nahm eine so ungewöhnliche Flugkurve, dass United-Torhüter David De Gea in die linke Ecke abtauchte, während der Ball rechts von ihm einschlug (12.).

Leno hält, Aubameyang trifft

Manchester zeigte sich aber nur kurz schockiert. Wenige Minuten nach dem Gegentreffer zirkelte Fred einen Ball an den rechten Außenpfosten (21.). Arsenals Torhüter Leno wäre bei dem Abschluss chancenlos gewesen, hielt in der Folge aber gleich doppelt stark gegen Lukaku (39. und 53.).

Statt des Ausgleichs fiel ein weiteres Tor für die Gastgeber: Fred berührte den in den Strafraum eingelaufenen Lacazette leicht am Rücken. Der Franzose fiel theatralisch - und Schiedsrichter Jonathan Moss zeigte auf den Punkt. Nachdem Aubameyang zum 2:0 verwandelt hatte, war das Spiel entschieden - und Solskjaers Serie gebrochen.

Für Arsenal ist es der neunte Heimsieg in Folge. Die Gunners ziehen in der Tabelle vorbei an United auf Platz vier. Manchester, das nun zwei Punkte Rückstand auf Arsenal hat, kann noch einen weiteren Platz nach unten rutschen. Der Sechste Chelsea, der gegen Wolverhampton nach einem Rückstand nicht über ein 1:1 hinauskam, hat bei einem Spiel weniger nur zwei Punkte Rückstand.

FC Arsenal - Manchester United 2:0 (1:0)
1:0 Xhaka (12.)
2:0 Aubameyang (69., Foulelfmeter)
Arsenal: Leno - Sokratis, Koscielny, Monreal - Maitland-Niles, Ramsey, Xhaka, Kolasinac, Özil - Lacazette, Aubameyang
United: De Gea - Young, Smalling, Lindelöf, Shaw - Dalot, Fred, Matic, Pogba - Rashford, Lukaku
Schiedsrichter: Moss
Gelbe Karten: Sokratis, Kolasinac / Matic, Pogba

Weitere Ergebnisse:
Liverpool - Burnley 4:2 (2:1)
Chelsea - Wolverhampton 1:1 (0:0)
Manchester City - Watford 3:1 (0:0)
Southampton - Tottenham 2:1 (0:1)

hba

insgesamt 1 Beitrag
bcpt8 11.03.2019
1.
Ein Spiel, wie es Briten gefallen mag, rustikal beim Rauf- und Runtergerenne und von der Ergebnisspannung statt von einiger Brillanz gehobener Spielkultur lebend. Auf beiden Seiten standen jeweils die beiden Zentrumsstürmer im [...]
Ein Spiel, wie es Briten gefallen mag, rustikal beim Rauf- und Runtergerenne und von der Ergebnisspannung statt von einiger Brillanz gehobener Spielkultur lebend. Auf beiden Seiten standen jeweils die beiden Zentrumsstürmer im Mittelpunkt - beim Vergeben ihrer zahlreichen Chancen. Lacazette hatte für Arsenal insoweit das bessere Ende, als er den für brit. Referee-Verhältnisse eher lächerlichen Elfer rausholte. Lukaku wiederum war nach seinem Doppelpack zuletzt fast schon zu bemitleiden für seine Ladehemmung mehrfach unmittelbar vorm Gegnerkasten. Wobei sich Leno mit einer sehenswerten Spagat-Fußabwehr einmal besonders auszeichnen konnte. Das "krumme" Führungstor Arsenals würde ich zwar nicht ohne Weiteres de Gea anlasten: Der Wind blies steif (Klopps Klage jüngst lässt grüßen) und das Geschoß von Xhaka nahm tatsächlich eine undankbare Flugkurve für den Keeper, der schon in die andere Richtung startete. Zum Spielende hin setzte auch noch heftiger Regen ein (Dortmund - Stuttgart vorgestern lässt grüßen). Im Studio war Graeme Souness allerdings unnachsichtig, ein Topkeeper wie de Gea dürfe sich nicht derart überrumpeln lassen. Hart ins Gericht ging er auch mit Uniteds Pogba, Fred und Matic in dieser Szene , als zunächst das Zuspiel von außen auf Xhaka ebenso widerstandslos durchgewunken wurde wie das Maßnehmen des bekannt gefährlichen Distanzschützen. Auch insgesamt sei Uniteds Mittelfeld mit erschreckender Schlaffheit unterwegs gewesen. Trainer Solskjaer flüchtete sich zwar nicht groß in Ausreden, wies aber auf die CL-Strapazen wenige Tage zuvor hin. Das könnte auch ein Grund für Rashfords unglücklichen Auftriitt gewesen sein. Beeindruckend zwar sein Speed auf der Außenbahn, bei Hereingaben und im Abschluss wirkte er aber unkonzentriert und nicht reaktionsschnell genug. Der später für Dalot eingewechselte Martial (in der SPON-Teamaufstellung kein Hinweis darauf) machte es nicht besser und mit seiner grinsenden Mimik auf mich gar den Eindruck, als ginge ihm das alles sonstwo vorbei. Andere seiner Mitstreiter ließen sich aber auch nach dem 0:2 nicht hängen und versuchten sich in einer nochmal tempoverschärften Schlussoffensive. Pogba fiel dabei vor allem durch Frustfouls nah an der Tätlichkeit auf (vom Referee erst nach der dritten Aktion endlich mit Gelb geahndet), , Özil widerlegte das ihm anhaftende Klischee böser Zungen nach Kräften und trabte recht unbeteiligt am Spielgeschehen vorbei, und Aubameyang trat bis auf seinen verwandelten Elfer auch kaum in Erscheinung. Für das erfahrungsgemäß labile Arsenal noch kein verlässlicher Zwischenschritt in die CL-Ränge, für ManUtd erwies sich die 13 als Unglückszahl nach zwölf Spielen ohne Niederlage. \"All good things come to an end\" verabschiedeten sich die Sky-Kommentatoren auf der Tribüne treffend, die ansonsten \"a wonderful game \" gesehen haben...

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