Sport

Rassistische Beleidigungen

Aus Solidarität mit Pogba - Neville regt Social-Media-Boykott an

Massive rassistische Schmähungen gegen Manchester-Star Paul Pogba haben in der Premier League eine Debatte über die sozialen Medien losgetreten. Der Franzose war nach einem vergebenen Elfmeter beleidigt worden.

Nick Potts DPA

Im Zentrum der Pöbeleien: Paul Pogba

Mittwoch, 21.08.2019   10:14 Uhr

Nach rassistischen Beleidigungen gegen Manchester-United-Star Paul Pogba hat der frühere United-Verteidiger Phil Neville einen sechsmonatigen Boykott der sozialen Medien durch die Profis der Premier League angeregt. Neville, aktuell Nationaltrainer der englischen Frauen, sagte, er habe mittlerweile in die Social-Media-Unternehmen "vollständig das Vertrauen verloren".

Pogba war am Montagabend beim Auswärtsspiel gegen die Wolverhampton Wanderers (1:1) mit einem Strafstoß an Torhüter Rui Patrício gescheitert. Daraufhin war er im Internet beleidigt worden. Laut dem Sender BBC wurden einige der Tweets später gelöscht und offenbar auch einige Twitter-Konten entfernt. United kündigte an, die Verfasser der rassistischen Tweets zu identifizieren und die "härtesten Maßnahmen" einzuleiten, die dem Verein möglich seien.

Solidarisierungen mit Pogba gab es danach zahlreiche. United-Nationalspieler Harry Maguire forderte Unternehmen wie Twitter oder Facebook auf, die Namen und Adressen beleidigender Accounts ausfindig zu machen. Zudem verlangte er eine allgemeine Klarnamenpflicht: "Jeder Account, der eröffnet wird, sollte seine Identität durch seinen Ausweis oder Führerschein hinterlegen", twitterte er.

Der Rekordmeister Manchester United hatte die rassistischen Beschimpfungen in sozialen Medien gegen Pogba schon am Dienstag auf Schärfste verurteilt. "Alle bei Manchester United sind angewidert von den rassistischen Beleidigungen gegen Paul Pogba", schrieb der Klub in einer Mitteilung. "Die Individuen, die solche Ansichten geäußert haben, repräsentieren nicht die Werte unseres großartigen Vereins, und es ist ermutigend zu sehen, dass die Mehrheit unserer Fans dieses Verhalten auch in den sozialen Medien verurteilt."

aha/sid/dpa/AP

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